AdUnit Billboard
Über 100 Besucher - Vortrag „Wann ist das Messer besser?“ über Behandlungsmethoden bei Arthrose

Zunächst einmal etwas Alternatives ausprobieren

Von 
Hans-Peter Wagner
Lesedauer: 

Külsheim. Der Vortrag zum Thema „Wann ist das Messer besser . . ?“ über Behandlungsoptionen bei Arthrose von Kniegelenk, Hüfte und Schultergelenk lockte etwa 100 Besucher in die Festhalle Dr. Arne Bieling und Dr. Alexander Wolfert vom Krankenhaus Hardheim referierten umfassend.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Gemeinsame Veranstaltung

Die Veranstaltung war eine gemeinsame der Stadt und des Freundes- und Förderkreises „Unser Krankenhaus Hardheim“. Die Zuhörer strömten zahlreich, so wie es bei Gesundheitsthemen in Külsheim üblich ist. Nicole Berberich von der Stadtverwaltung begrüßte die Zuhörerschaft und die beiden Referenten. Dr. Arne Bieling ist leitender Arzt am Krankenhaus Hardheim, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie, Dr. Alexander Wolfert, Facharzt für Chirurgie mit den Spezialgebieten Knie und Hüfte.

In den Ausführungen waren zunächst allgemeine Betrachtungen zu den Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen zu hören. Deutschland sei weltweit der Anführer im Operieren. Dies sei bedingt durch eine stetig steigende Lebenserwartung bei einem gleichzeitigen Anspruch auf den Erhalt der Gesundheit insbesondere in Bezug auf den Erhalt der Mobilität.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Doppelt so viele Operationen

Im internationalen Vergleich werde in Deutschland nahezu doppelt so viel operiert wie in anderen Ländern. In Deutschland gebe es eine ausreichende, flächendeckende Versorgung und kurze Wartezeiten, die Kosten der Eingriffe würden vollständig von den Krankenkassen übernommen. Immer mehr Menschen brauchten eine operative Therapie auf Grund der steigenden Lebenserwartung und der Ansprüche an den eigenen Körper.

Studien zeigten, so war zu hören, dass Eingriffe, die hoch bezahlt werden, von der Anzahl her stiegen. In Deutschland gebe es bei der Abrechnung für ein bestimmtes Krankheitsbild in Verbindung mit der Therapie eine Pauschale, die alles abdecken müsse. Mithin seien in der Klinik die Kosten nur für eine bestimmte Verweildauer gedeckt, darüber zahlte die Klinik drauf. Belegkrankenhäuser wie in Hardheim bekämen für die gleiche Leistung weniger Geld. Leider würden Wirtschaftlichkeit und Medizin vermischt, Schuld dafür trage die Politik. Man erkenne einen Arzt, dem eine optimale Behandlung wichtig sei, daran, dass der Patient zähle und nicht das Röntgenbild. Ein solcher Arzt frage nach der Krankengeschichte, untersuche, beantworte Fragen, erörtere Alternativen.

Einige Möglichkeiten

Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose und dem Verschleiß der Binnenstrukturen des Bewegungsapparates seien Physiotherapie und physikalische Therapie, eine Reduktion von Risikofaktoren wie Übergewicht, Bandagen zur äußeren Stabilisierung, Schmerzmedikamente oder eine lokale Spritzentherapie. Eine Operation sei dann angezeigt, wenn eine gute Lebensqualität mit den zuvor genannten Maßnahmen nicht mehr möglich ist.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Das Skalpell sei also dann besser, wenn alternative Behandlungsstrategien versagten oder nicht möglich seien. Ein zu früher Einsatz der „Messers“ führe häufig zu Enttäuschungen bei den Patienten. Jede Operation birge auch Risiken, denen kein Arzt einen Patienten aussetzten dürfe, sofern nicht hieb und stichfeste Gründe für die Operation bestehen. Am Beispiel Hüftgelenksarthrose wurde aufgezeigt, dass die Techniken langjährig erfolgreich getestet worden sind. In den meisten Fällen könne durch sehr kleine Schnitte und wenig Verletzungen von Muskeln und Sehnen operiert werden. Brüche könnten teilweise konservativ mittels Ruhigstellung behandelt werden.

Sofort wieder mobil

Bei einem Bruch im Bereich der Hüfte sei früher eine konservative Behandlung mit sechs Wochen Bettruhe erfolgt mit hohen Komplikationen. Mit heute verfügbaren Methoden sei in der Regel nach der Operation eine sofortige Mobilisation und eine Vollbelastungsfähigkeit möglich. Der fundierte Überblick der Fachleute griff weitere Beispiele auf und erläuterte dabei, wann und wie „das Messer“ die bessere Alternative ist und wann eben nicht.

In einem Resümee verlautbarten die Referenten, dass in Deutschland im internationalen Vergleich viel operiert werde, allerdings auch, da die Kosten noch von den Kassen übernommen würden.

Es gebe übrigens auch Krankenhäuser, die stark profitorientiert arbeiteten, gebe auch Ärzte, bei denen das Messer locker sitze. Andererseits sei fast allen Ärzten das Wohl des Patienten heilig und es gebe viele Krankenhäuser, die auch unter sehr schwierigen Umständen den Patienten in den Mittelpunkt stellten. Auch in kleinen Kliniken sei ein überdurchschnittlicher Qualitätsstandard möglich.

Fragen beantwortet

Der Vortrag fand reichlich Beifall. Es gab im offiziellen Teil des Abends Nachfragen an die Referenten sowie ausführliche Antworten nach der Veranstaltung ergänzende Gespräche im kleinen Kreis.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1