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Männergesangverein Eintracht Eiersheim - 100-jähriges Bestehen mit Gottesdienst und Festakt gefeiert. Ehrenurkunde des Chorverbandes erhalten

„Wir kämpfen und singen weiter“

Von 
Hans-Peter Wagner
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Der Männergesangverein „Eintracht“ Eiersheim 1922 feierte sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt, in den er mit einem Lied einstimmte. © Hans-Peter Wagner

Der Männergesangverein „Eintracht“ Eiersheim 1922 feierte sein 100-jähriges Bestehen exakt ein Jahrhundert nach der Gründung. Das Vereinsjubiläum wurde mit Gottesdienst und anschließendem Festakt begangen.

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Eiersheim. Der Gründungstag des Männergesangvereins „Eintracht“ Eiersheim war ein Pfingstmontag, die Feier 100 Jahre später fand am Pfingstsonntag statt. Zu Beginn des Festaktes im Gemeindezentrum Eiersheim intonierte der Jubiläumsverein unter Dirigentin Christa Gutmann zwei Lieder. Die Männer sangen das Heimatlied „Eiersheim im Hügelkranze“ und „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“, eine wahrlich treffliche Auswahl.

Egon Göbel, Vorsitzender des Männergesangvereins Eiersheim, eröffnete den Festakt neben der originalen Vereinsfahne stehend mit: „Da wo man singt, dort lass dich ruhig nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder“. Er könne sich vorstellen, dass die Vorfahren vor 100 Jahren genauso gedacht haben, als sie den Männergesangverein Eiersheim gründeten.

Auch heute sei der Männergesangverein mit 16 aktiven Sängern immer noch singfähig. Nicht vorausgesehen werden könne, was die Zukunft bringe. Wolfgang Krug, Schriftführer des Jubelvereins, moderierte den Festakt.

Bürgermeister-Stellvertreter Alfred Bauch sprach ein Grußwort zu den Freunden des Chorgesangs und gratulierte den Eiersheimer Sängern zum 100. Geburtstag. Gegründet wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, habe der Verein einen Kontrast gesetzt zur damals schwierigen Zeit wirtschaftlicher Not. Denn die Mitglieder verband die Freude am Gesang und an den Liedern, deren Texte die Schönheit der Erde, die Geborgenheit in der Heimat und das Dasein an sich besangen.

Bauch betonte, der Verein habe sich zu einem wichtigen und herausragenden Bestandteil des dörflichen Kulturlebens entwickelt, sei durch Veranstaltungen weit über Eiersheim hinaus bekannt, habe auch einen finanziellen Beitrag zum Heimatbuch geleistet. Das Engagement des Männergesangvereins gehe auch heutzutage über die Auftritte und Liederabende zu vielerlei Anlässen hinaus und zeichneten insgesamt ein positives Bild engagierter Männer.

Der stellvertretende Bürgermeister konstatierte, Vereine seien in kleinen Kommunen das Salz in der Suppe des gesellschaftlichen Engagements. Sie stünden für Geselligkeit und für die Förderung des Gefühls der Zusammengehörigkeit, in Vereinen seien Menschen uneigennützig füreinander da.

Singen in der Gemeinschaft sei ein erhebendes Gefühl und fördere als weiteren Zugewinn nachweislich die Gesundheit sowohl der Sänger als auch der in gute Laune versetzten Zuhörer. Darum könne man froh sein, so Bauch, solch einen Verein wie den Männergesangverein „Eintracht“ Eiersheim im Städtchen zu haben.

Ehrenamtliches Engagement sei keine Selbstverständlichkeit, die Bereitschaft dazu nehme in der Bevölkerung messbar ab. Es sei zu hoffen, dass der Männergesangverein „Eintracht“ Eiersheim gut gerüstet für die nächsten 100 Jahre in die Zukunft blicken könne.

Der Bürgermeister-Stellvertreter wünschte dem Verein im Namen der Gesamtstadt viel Glück und Erfolg, bedankte sich ausdrücklich für das hervorragende Engagement des Vereins. Er hatte namens der Stadt Külsheim als Präsent 50 Liter Bier in schriftlicher Form mitgebracht. Krug führte dazu anschließend und schmunzelnd aus, beim Jubiläum der Fahnenweihe im nächsten Jahr gebe es wohl die nächsten 50 Liter, damit die „100“ erreicht seien. Wolfgang Krug schaute fundiert in die Vereinschronik und betrachtete die zurückliegenden 100 Jahre aus unterschiedlichen Perspektiven (wir berichteten.

Nach einem gemeinsamen Brunch trat Wolfgang Runge, Präsident des Sängerbundes Badisch Franken, an das Mikrofon und bezeichnete den Gesang als die Muttersprache des Menschen. Runge ging auf die Geschichte der Gesangvereine ebenso ein wie auf die Vorgeschichte der „Eintracht“ Eiersheim, die den Namen programmatisch führe, denn im Zusammenrücken werde Halt gefunden. Er beglückwünschte zu den erreichten 100 Jahren und bezeichnete den Männergesangverein als wichtigen Kulturträger in Eiersheim und darüber hinaus. Runge überreichte Egon Göbel als Vorsitzendem des Eiersheimer Sänger die Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbandes zum 100-jährigen Bestehen und jene Urkunde, mit der der Badische Chorverband dem Jubiläumsverein für 100 Jahre Verbundenheit dankt. Hubert Heffele, Vize-Präsident des Sängerbundes Badisch Franken, sprach danach Ehrungen für Verdienste um den Chorgesang aus.

Er fand, „nichts brauche die Zeit mehr als Lichtblicke und positive Signale“ so wie beim Festakt des Vereinsjubiläums. Heffele sprach Hochachtung dafür aus, was in 100 Jahren unter Beweis gestellt worden sei. Er sei fest überzeugt, es lohne mehr denn je an der 100 Jahre langen Idee von Zusammenarbeit, Solidarität, Gemeinschaft festzuhalten und sie weiter zu entwickeln.

Der Vize-Präsident würdigte Stefan Kaufmann, Patrick Schöniger und Wolfgang Krug für 25 Jahre Chorgesang mit der silbernen Ehrennadel des Badischen Chorverbandes. Heffele überreichte die goldene Ehrennadel des Badischen Chorverbandes für 40 Jahre Chorgesang an Heinz Kremer, Bruno Mohr und Wilfried Meininger. Der Vize-Präsident zeichnete Gerhard Baumann mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes mitsamt der Zahl „70“ Chorverbandes für 70 Jahre Chorgesang aus.

Der Vorsitzende des Männergesangvereins Eiersheim fügte Ehrungen des Vereins an. Zuerst richtete er seinen Dank an Emma Baumann. Danach ehrte er Gerhard Baumann für 70 Jahre Mitgliedschaft, Heinz Kremer, Bruno Mohr und Wilfried Meininger für 40 Jahre , Stefan Kaufmann, Patrick Schöniger und Wolfgang Krug für 25 Jahre sowie Roland Baumann für 30 Jahre als Vize-Chorleiter. Wolfgang Krug sprach Dankesworte der Geehrten, man wolle positiv in die Zukunft schauen, „wir kämpfen und singen weiter“.

Hubertus Daniel, langjähriger Dirigent des Männergesangvereins „Eintracht“ Eiersheim, bedankte sich bei Pfarrer Joachim Seraphin für den wunderschönen Gottesdienst. Daniel unterstrich, er habe 25 Jahre mit den Eiersheimer Sängern miterlebt und dieses Miterleben sei mit Dankbarkeit erfüllt, „mein Herz bleibt bei Euch solange ich lebe“.

Göbel informierte, dass der Männergesangverein vom Bundespräsidenten die Zelter-Plakette erhalten wird. Diese Aufgabe sei an das Landratsamt des Main-Tauber-Kreises weitergeleitet worden; die Ehrung werde in einem würdigen Rahmen stattfinden. Nach dem offiziellen Teil der Feier blieben die Sänger noch eine Weile in gemütlicher Runde zusammen.

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