Sturm auf das Rathaus - Kapitän Schreglmann und seine Matrosen „widersetzten“ sich Fastnachtern aus Külsheim und den Ortschaften Vor närrischer Übermacht kapituliert

Von 
Hans-Peter Wagner
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Große Geschütze aufgefahren haben die Külsheimer Brunnenputzer, als sie gestern Vormittag gut gelaunt das Külsheimer Rathaus stürmten. © Wagner

Närrisches Volk aus Külsheim und den Ortsteilen tat sich gestern Vormittag zusammen, um mit vereinten Kräften das Rathaus zu stürmen.

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Külsheim. Die Gegenwehr der Besatzung des „Rathaustraumschiffs“ in der Brunnenstadt war beträchtlich – aber letztlich erfolglos. Man verbrüderte sich schließlich mit einem kräftigen „Ahoi“.

Die Seeleute eines großen Schiffes wie jenes der Külsheimer Stadtverwaltung sind natürlich manch tosende Wellen und brausende Stürme gewohnt. Was da aber am Donnerstagvormittag wie ein mächtiges Donnergrollen zuerst durch Külsheim zog und sich dann von Osten her zum Sitz der Stadtverwaltung bewegte, was doch ungewöhnlich imposant.

Zum Sturm bereit

Narren aus allen Külsheimer Ortsteilen hatten sich zusammen getan, zum Sturm bereit, entschlossen, das Rathaus zu entern.

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Der Zug, angeführt von einem mächtigen Panzer mit drehbarem Turm, kam zielstrebig voran. Beim Passieren des Dreischalenbrunnens ließen die Narren gar die angebotenen Schrubber zum Reinigen des Wahrzeichens der Stadt unbeachtet, stets dem noch höheren Ziele des anstehenden Rathaussturms folgend.

Die närrische Truppe nahm unterwegs zur Verstärkung noch eine Hundertschaft Grundschüler und Kindergartenkinder in ihre Reihen auf. Dann versammelte sich die gut gelaunte schar um 11.11 Uhr auf dem Schlossplatz und vor dem Rathaus.

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Ulrike Adelmann als Wortführerin der vereinigten Narrenschar ging sprachlich gleich aufs Ganze. „Mit viel Verstärkung sind wir heute da, wollen für fünf Tage an die Macht, wollen regieren, Spaß haben, Sorgen vertreiben.“

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Thomas Schreglmann, der Kapitän der Verwaltung, indes stand stolz auf der Brücke am Fenster. Er hatte seine Kräfte um sich geschart, um dem Sturm die Stirn zu bieten: „Wir bleiben heute an der Macht! Mit meinen Matrosen und der ganzen Crew schippern wir auf dem Verwaltungsozean weiter.“

Die Narren ließen sich nicht beirren und verwiesen auf die mitgebrachten Waffen: „Es langt nun, wir wollen rein, mit voller Kraft und Eisen.“

Spätestens nach dem Anblick der Kanonen hatte der rathäusliche Kapitän ein Einsehen: „Die Matrosen und ich als Kapitän lassen Euch an Bord und wir segeln gemeinsam bis Aschermittwoch über die närrischen Wellen.“

Alsdann vereinigten sich die Schlachtrufe „Äiwi voul“ und „Bääse hoch“, „Üssi uff de Höh’“ und „Hacke dicht“ zu einem fröhlichen „Ahoi“.