Gemeinderat Külsheim - Erschließung des Gebiets „Seeflürle“ bringt zwölf neue Bauplätze / Räte lehnen Veranstaltungsraum ab / Blutspender ausgezeichnet „Sie sind ein Vorbild für alle Menschen“

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Hans-Peter Wagner
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In der Gemeinderatssitzung wurden auch fleißige Blutspender geehrt. Manche ließen sich 75 – Fritz Krug gar 100 Mal – piksen. © Wagner

Die Nachfrage nach Baugebieten ist hoch – weitere werden nun erschlossen. In der Külsheimer Gemeinderatssitzung herrschte Konsens. Außer, als es um ein spezielles Bauvorhaben ging.

Gemeinderat in Kürze

Der Förderbescheid (580 000 Euro) zum Neubauprojekt des Feuerwehrhauses Hund-heim-Steinbach ist eingetroffen.

Wasser aus oberirdischen Gewässern sollten nur begrenzt entnommen werden. Grund sei die Wasserknappheit.

Der Bürgermeister erläuterte, die Stadt habe Brunnenleitungen von einer Fachfirma fräsen lassen. Es gebe weiter das Problem mit dem Kalk.

Schreglmann meinte bezüglich des ausgeteilten Veranstaltungskalenders für das Jahr 2021, man schaue optimistisch in die Zukunft. Der Kalender stehe, wenn auch mit diversen Fragezeichen.

Der Biber im Katzenbach bei Steinfurt errichtete weitere Dämme. Heiko Wolpert erklärte dazu, diese Dämme (überwiegend aus Lehm) seien niedriger und bedeuteten laut Umweltamt keine Gefahr.

Diverse Fahrzeuge erreichen hohe Geschwindigkeiten am Ende des Verbindungsweges zwischen Uissigheim und Külsheim auf der Höhe des Biotops. Dies sei gefährlich – speziell für Kinder.

Claudia Rösser sagte, der Weg zum Steinbruch in Eiersheim sei überschüttet von Schotter, der Graben zugewachsen. Schreglmann sagte zu, sich die Sache anzuschauen. Auf Eric Bohnets Frage, wie es um die Sirenenanlagen in Külsheim stehe, erläuterte das Bauamt, diese seien funktionstüchtig.

Auf eine Anfrage aus der Bevölkerung hinsichtlich der Schulbusse bekundete der Bürgermeister, man halte sich an die Vorgaben. Sebastian Seitz ergänzte, es werde massiv kontrolliert, zudem gebe es fast keine Stehplätze. hpw

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Külsheim. Bei der Gemeinderatssitzung in der Festhalle würdigte die Stadt eine Reihe von Blutspendern, das Gremium hob die Gutachterausschussgebührensatzung auf, vergab Ingenieurleistungen für die Erschließung mehrerer Baugebiete und diskutierte eine der Bausachen kontrovers.

Irene Trabold vom Bauamt erklärte, in der letzten Gemeinderatssitzung sei beschlossen worden, aufgrund der hohen Bauplatznachfrage verschiedene Baugebiete weiter zu erschließen.

Die Erschließungsarbeiten sollen im nächsten Jahr durchgeführt werden. Damit günstige Ausschreibungsergebnisse erzielt werden könnten, sei vorgesehen, die Bauarbeiten für alle Baugebietserweiterungen bereits in den Wintermonaten auszuschreiben. Hierzu wiederum sei notwendig, die entsprechenden Ingenieurleistungen für den Straßen- und für den Kanalbau zu vergeben. Es biete sich an, dass die jetzt neuen Bauabschnitte vom gleichen Fachbüro wie die jeweiligen Bauabschnitte zuvor überplant würden.

16 Bauinteressenten vorhanden

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Trabold sagte, 16 Bauinteressenten seien bereits da. Bei der Erschließung des Baugebiets „Seeflürle“ in Külsheim solle es im dritten Bauabschnitt zwölf Bauplätze geben. Beim Kanalbau läge das Honorarangebot bei brutto 26 074,07 Euro, beim Straßenbau bei brutto 26 455,97 Euro. Bei der Erschließung des Baugebiets „Hinterm Dorf“ in Uissigheim im zweiten Bauabschnitt sollen acht Bauplätze entstehen, drei Bewerber seien schon da. Das Honorarangebot für den Kanalbau liege hier bei brutto 12 674,29 Euro, für den Straßenbau bei brutto 14 826,01 Euro.

Hinsichtlich der Erschließung des Baugebiets „Vorderes Lehen“ in Hundheim seien im dritten Bauabschnitt sechs Plätze ins Auge gefasst worden, man habe bisher zwei Bewerber. Das entsprechende Honorarangebot für den Kanalbau komme auf 8850,97 Euro, jenes für den Straßenbau auf 10 864,80 Euro. Beim erforderlichen Straßenausbau „Steinwiesen IV“ in Steinbach errechne sich ein Honorar von etwa 10 000 Euro.

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Das Bauamt ließ wissen, von den zu vergebenden Ingenieurleistungen in Höhe von 109 746,11 Euro würden im Jahr 2020 voraussichtlich rund 60 000 Euro brutto ausgegeben. Diese Mittel seien überplanmäßig zu genehmigen und könnten aus liquiden Mitteln finanziert werden. Das Gremium vergab die genannten Ingenieurleistungen einhellig an das Ingenieurbüro Sack & Partner (Tauberbischofsheim).

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Die ersten vier der fünf Bausachen wurden ohne Gegenstimmen positiv beschieden. Der abschließende Bauantrag zur Umnutzung einer Scheune und einer Wohnung zur Ferienwohnung in einem der Aussiedlerhöfe am Roten Rain auf Gemarkung Külsheim entfachte eine rege Diskussion. Es war zu hören, dass ein Raum der Scheune als Vinothek zur Vermarktung und Verköstigung landwirtschaftlicher Produkte dienen soll, der angrenzende Raum soll als Veranstaltungsraum für Jubiläums- und Hochzeitsfeiern etwa zehn Mal im Jahr zur Verfügung stehen.

Das Für und Wider einzelner Aspekte wurde innerhalb des Gremiums ausgiebig erörtert. In die angedachte Beschlussfassung kam dann Struktur, als Claudia Rössers Antrag befürwortet war, über „Ferienwohnung und Vinothek“ einerseits und über den angedachten „Veranstaltungsraum“ andererseits abzustimmen. Der Gemeinderat stimmte dem Gedanken „Ferienwohnung und Vinothek“ mehrheitlich zu und sprach sich ebenso mehrheitlich gegen die Idee „Veranstaltungsraum“ aus.

Bürgermeister Thomas Schreglmann sagte es deutlich in Richtung der oftmaligen Blutspender: „Sie sind ein Vorbild für alle Menschen in unserer Gesellschaft.“ Täglich würden Konserven gebraucht, der Empfänger Blut in ausreichenden Mengen. Hier bedürfe es zahlreicher Freiwilliger, die bereit seien, eigenes Blut zu geben, dazu viele ehrenamtliche Helfer. Ansonsten sei es den Ärzten nicht möglich, Leben zu retten.

Der Bürgermeister unterstrich, den Blutspendern gebühre Dank und Anerkennung. Ihr Tun sei keine Selbstverständlichkeit und sollte Nachahmer finden. Dank gehe auch an das Rote Kreuz. Schreglmann und Hauptamtsleiterin Simone Hickl-Seitz führten die Ehrungen durch, überreichten jeweils eine Urkunde und ein Glas Honig zur Stärkung. Einige zu Ehrende hatten sich vorab entschuldigt.

Die Blutspende-Ehrennadel in Gold für zehnmaliges Spenden lag bereit für Lars Adam, Petra Berber-ich, Eugen Engel, Miriam Faulhaber, Reiner Greulich, Kerstin Kramer, Michael Miltner, Tobias Rittmeyer und Sascha Schanzenbächer. Die Blutspende-Ehrennadel in Gold mit goldenem Lorbeerkranz und eingravierter Spendenzahl „25“ hatten sich Meike Kämpfer, Elmar Schepers, Benno Schneider und Birgit Schüssler verdient.

Die Blutspende-Ehrennadel in Gold mit goldenem Lorbeerkranz und eingravierter „50“ erhielt Sandra Keller, Sylvia Link die Blutspende-Ehrennadel in Gold mit goldenem Eichenkranz und eingravierter „75“ und schließlich Fritz Krug die Blutspende-Ehrennadel in Gold mit goldenem Eichenkranz und eingravierter Spendenzahl „100“.

Heiko Wolpert von der Verwaltung der Stadt Külsheim erläuterte in Anwesenheit einer zweistelligen Zahl an Bürgern, zum 1. August seien die Aufgaben des Gutachterausschusses der Stadt Külsheim auf den „Gemeinsamen Gutachterausschuss Main-Tauber-Nord bei der Stadt Wertheim“ übertragen worden. Damit sei die Gutachterausschussgebührensatzung der Stadt Külsheim aufzuheben. Der Gemeinderat entschied dies wie vorgetragen und einstimmig.