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Wintervortragsreihe - Hans-Peter Wagner referierte anhand der „Spiesberger Chronik“ über die „öffentlichen Brunnen anno 1880“

„Külsheims Glanz und Merkwürdigkeiten“

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Külsheim. Die Wintervortragsreihe der Stadt Külsheim startete am Donnerstagabend mit der Fortsetzung der Serie „Külsheimer Geschichte – Külsheimer Geschichten“. Heimatforscher Hans-Peter Wagner referierte dazu in der Festhalle und nutzte dabei Aufzeichnungen aus der „Spiesberger-Chronik“ über die „öffentlichen Brunnen anno 1880“.

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Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Nicole Berberich seitens der Stadt Külsheim, die als Veranstalter fungierte.

Danach erklärte Hans-Peter Wagner zunächst, dass die „Spiesberger-Chronik“ von Alois Spiesberger 1895 offiziell abgeschlossen wurde. Seinen Vortrag habe er eigentlich 125 Jahre später, also bereits 2020 halten wollen. Durch die Corona-Pandemie sei das jedoch verhindert worden.

Ein besonders gut passend zur Stadt Külsheim, die Brunnenstadt genannt wird, bezeichnete Wagner deren Brunnen. Mit alten Bildern aus der „Sammlung Fritz Krug“ sowie einigen wenigen sogar aus der Spiesberger-Chronik versetzte er seine Zuhörer ins Jahr 1880.

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Der Referent las aus Alois Spiesbergers Aufzeichnungen vor. Darin heißt es: „Külsheims Glanz und Merkwürdigkeit sind seine Brunnen, wie sich selten ein Ort oder Stadt rühmen kann. Eine große Anzahl von Quellen sind vorhanden, die Güte und Reichhaltigkeit des Wassers wird allgemein bewundert. Von den vorhandenen Brunnen ist jedoch der Kapellenbrunnen der schönste“. Dieser habe früher „hart neben der Kapelle“ gestanden.

Spiesberger nannte das Aussehen der Brunnen, deren Standort und den der dazugehörigen Brunnenstube, die Herleitung des Wassers, wichtige Änderungen bei der Art der Zuleitung, einst entstandene Kosten sowie Besonderheiten. So wurde etwa die Quelle des Löchleinsbrunnens „am Fuße des Gänsbergs“ als reichhaltig beschrieben.

Der Badbrunnen habe „das beste Wasser, welches bis jetzt noch nie bei Schneeabgang oder Regenwetter trüb wurde“, zitierte Wagner weiter aus der Chronik. Der „Weth-Brunnen“ sei unter der Regierung des Mainzer Kurfürsten Adolph II. von Nassau in den Jahren 1462 bis 1475 errichtet und damit der älteste Brunnen in Külsheim. Zum Edelsbrunnen notierte Spiesberger: „Ein kleiner Brunnen, nieder“. Zum „unteren Thorbrunnen“ heißt es: „Weil das Wasser sehr oft unrein war und die Deichel sich oft mit Fröschen und dergleichen verstopften, wurde es mit Freuden begrüßt, einen Brunnen mit gesundem reinem Wasser zu erhalten, der zudem in den heißen Jahren nicht weniger wurde“. Weiter stellte er fest, dass auf keinen Brunnen in Külsheim so viele Bewohner angewiesen seien wie auf den „Brunnen im Stadttheil Boxhathal“.

Zum Rathausbrunnen meinte spiesberger: „Oben auf dem Brunnenstock sitzt ein Löwe, welcher aber mehr einem Affen gleicht“. Zum „Brunnen auf dem Gänsberg“ hielt er fest, dass 1846 auch dieser Stadtteil mit einem Brunnen versehen worden sei.

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Wie Wagner erklärte, bezogen sich die ausführlichsten Aufzeichnungen auf den Schlossbrunnen. „Im innern wie im äußern Schlosshof standen früher Springbrunnen“. Spiesberger blickte auch über die Kernstadt hinaus. Wie er schrieb, sei der Fuchsenbrunnen „im Stadtteil Meßhof“ bei einem kleinen Erdbeben etwas verfallen, der Güßgrabenbrunnen an der Einmündung des Wasserzuflusses vom Hennloch in den Güßgraben im August 1881 eingerichtet worden.

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