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Vom Amt entpflichtet - Pfarrerin Heike Dinse liegen Menschen am Herzen

Külsheimer Pfarrerin Heike Dinse in einem feierlichen Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet

Pfarrerin Heike Dinse wurde am Sonntag bei einem Abschiedsgottesdienst im evangelischen Gemeindezentrum in Külsheim in den Ruhestand begleitet. Ähnliche Feiern gab es am Sonntag zuvor in Höhefeld und Niklashausen.

Von 
hpw
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Pfarrerin Heike Dinse (links) wurde bei einem Gottesdienst am Sonntag in Külsheim von Dekanin Wibke Klomp entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet. © Hans-Peter Wagner

Külsheim. Pfarrerin Heike Dinse war seit Mitte November 2000 mit einer halben Stelle seelsorgerisch zuständig für Külsheim inklusive Hundheim, Steinbach, Uissigheim und Eiersheim. Ihre andere halbe Stelle galt bis 1. September 2012 der Krankenhaus- und Altenheimseelsorge in Tauberbischofsheim, danach der Gemeindearbeit in Höhefeld und Niklashausen mit Gamburg.

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Zu Beginn des Gottesdienstes in Külsheim erklärte Dinse, sie nehme nun Abschied, der ihr anvertraute Dienst gehe zu Ende, sie selbst in Ruhestand, eine neue Lebensphase beginne. Die Gemeinde werde sich aber weiterhin zum Gottesdienst versammeln, in Gruppen und Kreisen unter Gottes Begleitung und seinem Segen stehen.

Von Gott geschenkte Lebenszeit

Die Predigt der Pfarrerin folgte Psalm 31,15+16: „Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Sie habe sich, so Dinse, oft als Getriebene der Zeit gefühlt. Wer im Akkord arbeite, kenne das Gefühl. Arbeitsverdichtung mache Menschen jenseits der 50 Jahre mehr zu schaffen als jüngeren. Es sei für viele sehr schwer, bei den vielen Herausforderungen und Wünschen Arbeits-, Familien- und Freizeit jeweils in das richtige Maß zu bringen. Sie habe viel zu selten gesehen, dass ihre Zeit von Gott geschenkte Lebenszeit sei. Zu dieser gehörten Arbeit und Muße, Anfang und Ende, Zeit für Herausforderungen, Sturm- und Drangzeit, entlastende Routine, Zeit für größtes Glück, für durchzustehende Verluste und Rückschläge, Zeit für lähmende, aber auch lebendige, lebensbewahrende Trauer. Dazu komme auch die Zeit für „die Auferstehung mitten im Leben“ bei wieder aufkommender Lebensfreude.

Eine lange und erfüllte Lebenszeit sei nicht selbstverständlich, so Dinse weiter. Aus betenden Händen und betender Seele würden durch Gott tätige Hände. Oft werde es gerade durch das Miteinander eine besonders erfüllte Zeit, die guttue und aufbaue. Sie vertraue fest darauf, dass die Lebenszeit trotz ihrer Begrenztheit bei Gott aufgehoben sein werde im Geschenk des ewigen Lebens.

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Frau für schwierige Fälle

Dekanin Wibke Klomp entpflichtete die Pfarrerin von ihrem Amt. Sie betonte, Heike Dinse sei eine Frau für die Fälle, an die sich sonst niemand getraut habe. Sie nehme sich Zeit, schaue auch in tiefe Abgründe, nehme diese mit nach Hause. Doch für sie gelte immer, „ich höre dir zu“.

Die Dekanin betonte, sie habe Dinse als Frau kennengelernt, die gerne lache, und als Frau mit großem Anspruch. Ihr seien große Strukturen zugemutet worden, die zu viel gewesen seien. Der Pfarrerin sei immer daran gelegen, allen gerecht zu werden und niemandem weh zu tun. Sie sei eine Frau Gottes, die streitbar sei um des Guten willen. Sie gehe am 31. August in den Ruhestand, aber sie gehe doch nicht. „Lassen Sie los von Terminen“, gab Klomp Heike Dinse mit auf den Weg, „leben Sie ihr Leben voller Freude“.

Die Dekanin verlas die Urkunde zur Entpflichtung und bekräftigte Letztere per Handschlag. Pfarrerin Heike Dinse bleibt berufen zu predigen, zu taufen und die Feier des heiligen Abendmahls zu leiten. Aber sie sei nun frei von den dienstlichen Pflichten in den Gemeinden, erklärte Klomp. Dinse betonte, „ich bin sehr dankbar“, und schloss in ihre Worte auch die Wirkungsstätten in Höhefeld und Niklashausen mit ein.

Wertschätzung

Den Regen der Grußwort-Redner, die für die scheidende Pfarrerin auch persönliche Präsente mitgebracht hatten, eröffnete Külsheims Bürgermeister Thomas Schreglmann. Er unterstrich die Wertschätzung, die Heike Dinse im Laufe ihres Wirkens bei den Bürgern erworben habe. Für die Stadt bedeute ihr Abschied den Verlust eines Menschen, der seine Aufgabe nicht nur in der Verkündigung des Wort Gottes gesehen habe, sondern der auch in der Gesellschaft mit all ihren sozialen Verflechtungen und menschlichen Problemen präsent gewesen sei.

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Die Pfarrerin habe, so Schreglmann, in Külsheim über 20 Jahre ihre ganze Kraft für die Menschen eingesetzt. Dabei habe sie immer über den seelsorgerischen Auftrag der Kirche hinaus gewirkt, sich stets an den Menschen in seiner Gesamtheit gewandt, Steine aus dem Weg geräumt. Nächstenliebe im ursprünglichen Sinn sei Leitidee ihres Handelns. Damit habe sie nicht selten auch ansteckend gewirkt. Ihr Wirken, so der Redner, habe Spuren in der Stadt hinterlassen, denen Menschen weiterhin folgen würden.

Schreglmann ging auf den guten und regen Austausch und auf die Zusammenarbeit bei Projekten ein, wofür er Heike Dinse auch im Namen der Bürger dankte.

Monika Krombach würdigte die scheidende Pfarrerin namens der evangelischen Kirchengemeinde Külsheim für 21 Jahre geleistete Dienste. Sie habe sich nach einem langen Berufsleben ihre Pension wahrlich verdient. Eugen Attinger sprach für den evangelischen Singkreis „Ti Elotse“ und meinte, Ruhestand sei meist nicht so ruhig wie das Wort es eigentlich beschreibe. Er dankte dafür, dass die Pfarrerin den Singkreis immer unterstützt habe.

Inge Wenzler, Leiterin des evangelischer Kindergartens „Arche Noah“ bedankte sich bei der Pfarrerin für deren Arbeit und Unterstützung. Sie sei von Beginn an mit dem Kindergarten verbunden gewesen. Georg Stang sprach für die katholische Pfarrgemeinde Külsheim-Bronnbach. Strukturen änderten sich, auf katholischer Seite gebe es die gleichen Probleme. Man habe Pfarrerin Heike Dinse kennen und schätzen gelernt. Sie sehe das Verbindende, suche nicht das Trennende. Stang griff den markanten Begriff Zeit auf und sagte, „nehmen Sie sich die Zeit, gönnen Sie sich die Zeit“.

Ingrid Kachel, Vorsitzende der Bezirksfrauenarbeit, stellte heraus, die Pfarrerin habe die Bezirksfrauenarbeit stets gut begleitet. Emma Pahl, Teamsprecherin der Katholischen Frauengemeinschaft Külsheim, dankte Heike Dinse für die tolle Ökumene. In deren Vorträgen über viele Themen habe erfahren, was die Frauen als große Bereicherung gesehen hätten. Eine solche Ökumene sei heute genauso wichtig wie vor 21 Jahren. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch den evangelischen Singkreis „Ti Elotse“ unter Leitung von Christa Gutmann und von Maria Katzenmaier an der Orgel. Nach dem Gottesdienst trafen sich die Gottesdienstteilnehmer vor dem Gemeindezentrum, um miteinander ins Gespräch zu kommen. hpw

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