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Külsheimer Gemeinderat informiert - Vertreter des Forstamts informierten über die Lage im Stadtwald

„Gemischtwarenladen“ lässt die Kasse klingeln

Von 
hpw
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Külsheim. Das Thema Wald nahm in der Sitzung des Külsheimer Gemeinderates einen beträchtlichen zeitlichen Anteil ein. Lothar Achstetter und Franz Joseph Hummel, beide vom Forstamt des Landratsamts Main-Tauber-Kreis, erläuterten umfangreich die aktuelle Situation.

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Wie Achstetter sagte, war 2020 das dritte Trockenjahr hintereinander mit Trockenschäden und Borkenkäferkalamitäten. Auch in Külsheim gab es einen entsprechenden Schadholzanfall. 2020 habe mehr als ein Drittel des Holzeinschlags außerplanmäßig eingeschlagen werden müssen, hauptsächlich bedingt durch den Orkan „Sabine“, so der Experte. Im Stadtwald seien 2000 Festmeter betroffen.

Die vielen Niederschläge führten 2021 bei der Fichte dazu, dass der Käferholzeinschlag gegenüber 2020 nahezu konstant bei etwa 1000 Festmeter geblieben und nicht deutlich gestiegen ist sonst unmittelbar nach Trockenjahren. Bei Weißtanne und Küstentanne gibt es zirka 600 Festmeter Insektenschäden.

Der Fichtenpreis, so Achstetter, sei wegen großer Schadholzmengen im gesamten europäischen Raum ab 2018 rasant eingebrochen. Dagegen verdoppelte oder gar verdreifachte sich der Preis für Balken und Bretter auf dem Nadel-Schnittholzmarkt innerhalb des letzten Jahres. Im Sog dieser Entwicklung habe sich der Rundholzpreis rasch erholt. Der überreizte Holzmarkt habe sich zwischenzeitlich beruhigt, meinte der Fachmann. Für 2022 werde bei fast allen Holzarten ein stabiler Markt erwartet mit hoher Nachfrage vor allem bei Eiche und Douglasie.

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Im Stadtwald Külsheim wurden 2020 wegen der hohen Schadholzmengen knapp 1200 Festmeter mehr eingeschlagen als ursprünglich geplant. Sturmholz kann in der Regel als Frischholz vermarktet werden, mit geringeren Preiseinbußen als beim trockenen Käferholz. Dies und die guten Erlöse für die planmäßigen Durchforstungen führten zu einem nicht zu erwartenden Betriebsergebnis, so Achstetter.

Holzeinschlag

Auch 2021 liege der bisherige Holzeinschlag deutlich über dem Planansatz, erklärte er weiter. Es werde ein ordentlicher Überschuss erwartet. Bedingt durch die höheren Nutzungen liege der Stadtwald bezogen auf den zehnjährigen Forsteinrichtungszeitraum bereits nach acht Jahren bei 85 Prozent des geplanten Hiebsatzes. Das sei nicht tragisch. Der Einschlag liege unterhalb des Zuwachses, die Nachhaltigkeit sei nicht gefährdet. Für 2022 werde eine planmäßige Nutzung von 7000 Festmetern vorgeschlagen.

Achstetter unterstrich, im Wald werde auch in die Zukunft investiert, angesichts des Klimawandels in den Aufbau klimastabiler Wälder. Im Stadtwald sei der Anbau einer breiten Baumartenpalette möglich. Neben Douglasie und Tanne zur Sicherung des Nadelholzanteils spiele vor allem Eiche eine wichtige Rolle. Auf der Pflanzliste stünden auch Edelkastanie und Hybridnuss.

2020 und 2021 seien auf je zwei Hektar etwa 6000 Pflanzen gesetzt worden. Bei günstiger Witterung sei 2022 der Anbau auf vier Hektar sowohl auf Schadflächen wie auch auf planmäßigen Räumungen vorgesehen (insgesamt 13 000 Pflanzen). Bei der Pflege von Jungbeständen liege der Stadtwald nach acht Jahren des Forsteinrichtungszeitraums bereits bei 96 Prozent. Nächster Stichtag bei der Forsteinrichtung sei der 1. Januar 2024. Die Erfassung des Waldzustands erfolge vorab 2022 durch eine temporäre Betriebsinventur auf Stichprobenbasis. So erhalte man gesicherte Zahlen als Basis für eine nachhaltige, zeitgemäße und multifunktionale Waldbewirtschaftung.

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Franz Joseph Hummel meinte aus haushaltstechnischen Sicht, „das Ergebnis ist eine Freude“. Für 2020 habe man 9000 Festmeter geplant mit einem Ergebnis von 129 600 Euro. Eingeschlagen wurden 10 680 Festmeter, was zu einem ordentlichen Ergebnis von tatsächlich 312 700 Euro Überschuss führte, wobei noch kalkulatorische Kosten abgehen. Bei der Prognose für 2021 sagte Hummel, der erhöhte Einschlag von momentan 9725 Festmetern führe statt zu einem ordentlichen Ergebnis von 108 100 Euro zu einem voraussichtlichen Überschuss von zirka 267 000 Euro. Man sei im Stadtwald in Külsheim in der glücklichen Situation, einen „Gemischtwarenladen“ zu haben. Für 2022 werde mit 7000 Festmetern Einschlag geplant, ein Überschuss von 121100 Euro anvisiert.

Der Gemeinderat stimmte den vorgetragenen Zahlen einhellig zu. Der Bürgermeister sprach „ein großes Dankeschön“ an Lothar Achstetter und Revierförster Hans-Peter Weber aus. Beide gaben zum letzten Mal als Forstvertreter Berichte im Külsheimer Gemeinderat. hpw

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