Deutsche Gesellschaft für Qualitätsmanagement - Olaf Pietler referierte über Risikomanagement "Wer nicht wagt, hat verloren"

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Kreuzwertheim. Achim Kistner, Leiter Regionalkreis Main-Tauber der "Deutschen Gesellschaft für Qualität" kurz DGQ, durfte in der Veranstaltungsreihe wieder zahlreiche Zuhörer in den Räumen der Firma Kurtz Holding in Kreuzwertheim begrüßen.

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Kistner freute sich, dass er für diesen Themenabend Olaf Pietler gewonnen hatte. Pietler ist Leiter des Regionalkreises Frankfurt und kann auf viele Jahre im Qualitätsmanagement zurückblicken. Zudem ist er Geschäftsführer seiner Beraterfirma Quality Design GmbH in Frankfurt.

Pietler verwies auf den aktuellen Entwurf der ISO DIS 9001:2014, in der das Wort Risiko deutlich häufiger vorkomme, aber immer wieder in Verbindung mit Chancen. Das Thema Risiko sei so bedeutungsvoll, dass hierfür in der Norm eigenes Kapitel (6.1) mit mehreren Verweisen darin geschaffen worden sei.

Was ist ein Risiko? Der Begriff "Risiko" beschreibe ein Ereignis mit der Möglichkeit negativer Auswirkung und beinhalte das Problem des begrenzten Wissens über Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit des Ereignisses. Während der Begriff Risiko im Griechischen die Bedeutung "Klippe" und "Gefahr" habe, bedeute er im Lateinischen "etwas wagen".

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Das KonTraG § 91 Abs. 2 AktG gelte auch für die meisten GmbH: "Der Vorstand hat geeignete Maßnahmen zu treffen, besonders ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden."

Pietler führte durch das Risikomanagement für operative Prozesse. Er unterstrich, dass zur Risikoabsicherung kein System einfach übergestülpt werden könne, sondern jedes Risiko für sich betrachtet und bewertet werden müsse.

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Pietler zeigte Möglichkeiten zum Umgang mit Risiken und Chancen auf. Wenn möglich, sollten Risiken vermieden werden. Aber: Nur wer Risiken auf sich nehme, erkenne auch die Chancen, die im Risiko steckten.

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Als weitere Schritte nannte er die Beseitigung von Risikoquellen, das Ändern der Wahrscheinlichkeiten, das Minimieren von Konsequenzen und die Risikoteilung. Zu Beachten sei auch, dass die Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen proportional zum möglichen Einfluss auf die Konformität von Produkten und Dienstleistungen sein müssten.

Um den richtigen Blickwinkel auf das Risiko zu finden, verwies Pietler auf führende Organisationen im Kontroll- und Rechnungswesen in den USA. Diese hätten mit COSO II einen systematischen Ansatz für die Finanzberichtserstattung entwickelt, der sich auf andere Risikobetrachtungen übertragen lasse. Mit dem COSO Cube gebe es seit 2004 einen übergreifender Ansatz mit der strategischen, der methodische und der organisatorische Betrachtung.

Während die strategische Betrachtung von Risiken auf die SWOT-Analyse, das Managementreview und konsequente Regeleinhaltung setze, erfolge bei der methodischen Betrachtung die Zieldefinition über Risikobewertung, Kontrollaktivitäten, Kommunikation und Überwachung. Bei der organisatorischen Betrachtung werde nach Geschäftsbereichen, Organisationseinheiten, Produktionslinien und Standorten unterteilt.

Pietler zeigte verschiedene Ansätze zur Risikobewertung, -steuerung und -kontrolle auf. Diese verschiedenen Stufen würden in den Risikobericht und das Berichtswesen überführt. Im Managementreview werde dann eine Prognose für die Zukunft abgegeben.

Pietler erläuterte die Anwendung den Aufbau des Business Continuity Management, das Cockpit als zentrale Sammelstelle für alle Meldungen oder ausbleibende Meldungen. Da durch eine ordentliche Risikoanalyse und deren Abarbeitung die jeweiligen Maßnahmen im Vorfeld bereits festgelegt wurden, könnten die Maßnahmen automatisch gestartet werden.

Anhand der Risikowerte erfolgt eine Einstufung in Risikoklassen. Nach einem angemessenen zeitlichen Abstand erfolge eine erneute Bewertung, verbunden mit einer Wirksamkeitsüberprüfung.

Zusammenfassend brachte es Pietler auf den Punkt: "Wer sich systematisch mit den eigenen Risiken beschäftigt, bringt Ruhe in das Unternehmen."

Nach einer ausgiebigen Fragerunde dankte der Regionalkreisleiter Achim Kistner dem Referenten Olaf Pietler und überreichte ihm ein Präsent. wibe