Gemeinderat (I) - Sanierung im laufenden Betrieb / Kosten sollen 25 000 Euro nicht übersteigen Riss im Balken - "So ein altes Gebäude lebt"

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Elmar Kellner
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Freudenberg. "Sie müssen nur in die Mitte schauen." Wohl selten bisher hatte der Freudenberger Gemeinderat das Problem, mit dem er sich zu befassen hatte, so anschaulich vor Augen, wie am Montag. Seit Monaten "zieren" wenig attraktive Stahlstützen den Sitzungssaal im historischen Rathaus.

Seit Monaten sichern Stahlstützen den Sitzungssaal im historischen Rathaus in Freudenberg.

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Sie sichern einen gebrochenen Unterzug, der nun saniert werden soll. "Wir müssen das machen", betonte Bürgermeister Roger Henning, "denn die Statik muss wieder hergestellt werden". Wie der Bürgermeister und Fachbereichsleiter Matthias Gallas erläuterten, wurde nach aufwendigen Untersuchungen durch das Büro ALS Ingenieure aus Würzburg festgestellt, dass der gebrochene Unterzug stark überlastet ist. Aus sechs von den Fachleuten erarbeiteten Lösungsvorschlägen, kristallisierte sich letztlich nur einer als wirklich machbar heraus und zwar die Umlagerung der Last auf einen benachbarten, zuvor verstärkten, Unterzug. Dies hat den geringsten Eingriff in das Bauwerk und auch in den Verwaltungsaufwand zufolge.

Im Gemeinderat notiert

  • Einmütig hat der Gemeinderat dem Jahresabschluss der Wasserversorgung Freudenberg zugestimmt. Der Verlust lag mit knapp 139 100 Euro um rund 16 517 Euro höher als im Jahr zuvor.
  • Vom 17. bis zum 26. Juni kommenden Jahres wird in Freudenberg eine "Kulturwoche" stattfinden, informierte der Bürgermeister über eine Entscheidung des Gemeinderates. Höhepunkte des Programmes sollen unter anderem eine Opernaufführung auf der Burg und ein historischer Markt sein. Darüber hinaus werde es zahlreiche weitere Veranstaltungen geben, die dem Ziel dienen sollen, Freudenberg auch außerhalb der Burgfestspielsaison überregional Beachtung zu verschaffen.
  • Die Verwaltung hält den derzeitigen Standort des Glascontainers für geeignet, wurde eine Anfrage von Ulrike Maier (Freie Wähler) beantwortet. Die Entleerung erfolge "auf Zuruf" bei der Stadtverwaltung.
  • Wegen eines von Klaus Weimer (Freie Wähler) angeregten Schredderplatzes arbeite er an einer interkommunalen Lösung. Allerdings gebe es da noch das Hindernis der Ländergrenze, erklärte der Bürgermeister. Die Aufstellung eines zweiten Grüngutcontainers hält der Abfallwirtschaftsbetrieb des Main-Tauber-Kreises offensichtlich für "überdimensioniert".
  • Eine Mittelmarkierung der Landesstraße 2310 nach dem Kreisverkehr Richtung Stadt wird es nicht mehr geben, so Henning auf Anfrage von Rolf Döhner (CDU). ek

Im über dem Sitzungssaal liegenden Büro muss dafür eine Wand geöffnet werden. Das könne, so Gallas, im laufenden Betrieb geschehen. Die geplanten Maßnahmen sind mit dem Landesdenkmalamt und dem Kreisbauamt abgeklärt. Beide signalisierten Zustimmung zum entsprechenden Bauantrag.

Das Ingenieurbüro Johann und Eck wurde daraufhin damit beauftragt, eine grobe Kostenermittlung vorzunehmen und bei konkret in Frage kommenden Firmen Angebote einzuholen. Die lagen zwar bereits vor, konnten aber noch nicht geprüft werden. Gleichwohl ermächtigte der Gemeinderat einstimmig die Verwaltung, zum einen die erforderlichen Genehmigungen für die Maßnahme einzuholen und die Sanierungsarbeiten an den wirtschaftlichsten Anbieter zu vergeben, wenn die Angebotssumme 25 000 Euro brutto nicht übersteigt. "So ein altes Gebäude lebt", sagte Roger Henning auf die Frage von Ulrike Maier (Freie Wähler), ob bei der doch noch gar nicht lange zurückliegenden Restaurierung des Rathauses womöglich ein Fehler passiert sein könne, der letztendlich zum Riss im Balken führte.

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"Da kann man niemandem die Schuld geben", zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Es handele sich um eine außerplanmäßige Ausgabe, erklärte er auf die Frage von Klaus Weimer (Freie Wähler) nach der Finanzierung. "Wir würden das nicht vorlegen, wenn wir nicht der Meinung wären, dass das geht." Letztlich sei er sehr froh, "dass wir so schnell eine Lösung gefunden haben", so Henning.