Einzelhandel in Külsheim - Verwaltung stellte Gemeinderat Konzept vor / Entwicklungspotenzial im Blick Durch neues Versorgungszentrum den Handelsstandort erhalten

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hpw
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Külsheim. Ein Einzelhandelskonzept der Stadt Külsheim mitsamt dem Entwicklungspotenzial des örtlichen Einzelhandels wurde in der Sitzung des Gemeinderats am Montag in der Festhalle vorgestellt.

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Bürgermeister Thomas Schreglmann stellte fest, man habe die Erstellung im April 2020 in Auftrag gegeben. Er selbst halte die Entwicklung mit „immer weniger Einzelhandel in Külsheim“ für unumkehrbar. Interessant sei, wie die künftige Entwicklung in den Augen von Profis aussehe.

Ein Konzept für den Einzelhandel in Külsheim wurde dem Gemeinderat vorgestellt. © Susanne Marinelli

Irene Trabold vom Bauamt stellte das Konzept der Gesellschaft für Markt und Absatzforschung GmbH (Ludwigsburg) vor. Eine Grundlage dafür sei gewesen, dass bis 2035 von einer gleichbleibenden Einwohnerentwicklung und somit stabiler Nachfrage ausgegangen werde. Es gebe aus Külsheimer Sicht starke umliegende Mittelzentren als Arbeits- und Wirtschaftsstandort, Auspendler in Mittelzentren und durch die Konversionsfläche Kaserne eine Entwicklung von Gewerbeflächen sowie eine zeitgemäße Versorgung der örtlichen Bevölkerung im Lebensmittelbereich. Külsheim als Kleinzentrum werde als Wohnstandort zunehmend wichtiger.

Der Ortskern habe seine Bedeutung als Einzelhandelsstandort durch Schließungen verloren. Aufgrund historischer Bausubstanz und kleinparzelliger Strukturen sei er für Einzelhandelsbetriebe nicht mehr zukunftsfähig. Der Einzelhandelsschwerpunkt Webereistraße sei sehr weit weg vom Ortskern. Der wichtigste Nahversorgungsschwerpunkt befinde sich in der Prinz-Eugen-Straße. Es gebe weitere Fachmärkte im Osten von Külsheim, in den Stadtteilen seien nur einzelne Anbieter im Bereich Nahrungs- und Genussmittel vorhanden.

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Trabold resümierte, im regionalen Vergleich mit ähnlich großen Städten und Gemeinden in der Region hinsichtlich der Verkaufsflächenausstattung sei im Lebensmitteleinzelhandel in Külsheim eine gute Ausstattung vorhanden. Im Nichtlebensmittelbereich sehe man hohe Ausstattungswerte bei Spezialsortimenten. Im mittelfristigen Bedarfsbereich habe man eine echte Versorgungslücke. Nach der Schließung langjähriger Anbieter sei für den Bereich Bekleidung/Schuhe kein Angebot vorhanden.

Beim Blick auf die Entwicklungsperspektiven sei im Lebensmitteleinzelhandel eine ausgewogene Versorgungssituation vorhanden. Der Fokus soll auf die Sicherung und Weiterentwicklung bestehender Anbieter gelegt werden. Mittel- und langfristig sollte der Netto-Markt näher an die Wohnlagen herangeführt werden, etwa als Versorgungsstandort im Umfeld des Rewe-Markts. Die Realisierung eines Drogeriemarkts werde aufgrund des eingeschränkten Einzugsgebietes aktuell als nicht realistisch bewertet, so Trabold.

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Bei Blumen, Pflanzen und Zeitschriften sei ein ausgewogenes Angebot vorhanden, fasste die Rednerin das Konzept zusammen. Im Bereich Bücher, Papier, Bastelbedarf, Schreib- und Spielwaren sei Külsheim eher schlecht aufgestellt. Eine Abdeckung könne durch Online-Handel oder punktuelle Angebote in den Lebensmittelmärkten erfolgen. Im Bereich Bekleidung, Schuhe, Sport werde eine Wiederansiedlung eines inhabergeführten Fachgeschäfts im Ortskern als nicht realistisch gesehen. Dafür bestünden Möglichkeiten für eine Angebotsarrondierung im Segment Bekleidungsfachmarkt. Bei Elektrowaren, Medien und im Bereich Foto sei ein sehr gutes Angebot vorhanden.

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Unter räumlichen Gesichtspunkten betrachtet werde Külsheims Ortskern von den Kunden als nicht attraktiver Handelsstandort wahrgenommen, erklärte Trabold. Entwicklungsperspektivisch sollte in Zukunft verstärkt ein Augenmerk auf eine Weiterentwicklung des Ortskerns außerhalb des Einzelhandels gerichtet werden, nämlich als Wohnort.

Beim Standort Rewe seien in unmittelbarer Umgebung weitere Potenzialflächen vorhanden. Eine punktuelle Ergänzung oder Arrondierung im Fachmarktbereich (Bekleidung) als Sicherung der Versorgung vor Ort sei im mittelfristigen Bedarfsbereich möglich.

Trabold zitierte aus dem Konzept die mögliche Realisierung eines zusammenhängenden Versorgungszentrums bestehend aus Rewe-Markt, medizinischem Versorgungszentrum, Tagespflege, Kindergarten, Jugendmusikschule und urbanem Gebiet mit Dienstleistern. Somit könne die Funktion von Külsheim als Handelsstandort erhalten werden.

Der Gemeinderat nahm das vor-getragene Einzelhandelskonzept Külsheim zur Kenntnis. hpw