Neuer Dorfplatz in Hundheim - Mitglieder der Dorfgemeinschaft und zahlreiche weitere Helfer haben bei den Arbeiten eifrig mit angepackt Alle freuen sich auf künftigen Treffpunkt

Von 
Hans-Peter Wagner
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Gut voran gehen die Arbeiten am künftigen Dorfplatz in Hundheim. Das Bild zeigt das neue Ensemble von Westen aus gesehen. Rechts befindet sich ein Teil des umgebauten vormaligen Schwesternhauses, links die Freisitzfläche, im Hintergrund die Hundheimer Pfarrkirche St. Margareta. Bilder: Hans-Peter Wagner © Hans-Peter Wagner

Die Gestaltung des neuen Dorfplatzes in Hundheim geht gut voran. Die Dorfgemeinschaft gestaltet mit großem Einsatz das Gelände des früheren Kindergartens zum innerörtlichen Treffpunkt um.

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Hundheim. Der künftige Hundheimer Dorfplatz liegt in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche St. Margareta. Wie Günter Bischof sich erinnert, sei das einst dort stehende stattliche zweigeschossige Haus, für Schule und Rathaus genutzt, 1972 mangels Sanierungsmitteln abgerissen worden. Es hätte genau das passende Dorfgemeinschaftshaus in der Ortsmitte werden können.

Fern vom Verkehr

Im Oktober 1971 feierte man die Einweihung des neuen Hundheimer Kindergartens im vormaligen Pfarrgarten, „mitten im Ort, zentral gelegen, aber fern von Lärm und Verkehr“. Im Oktober 2010 zog der Kindergarten in die ehemalige Grundschule. Dadurch war das Areal frei geworden, eine Nutzung als Dorfmittelpunkt wurde ins Auge gefasst.

Die Stadt Külsheim kaufte die Fläche 2012. Bereits 2010 war Hundheim in das Landessanierungsprogramm aufgenommen worden. Nach Aussage der Verantwortlichen des Bauamts werden Umbau und Sanierung beim Projekt „Schwesternwohnheim/Freisitz/Gewölbekeller“, kurz „Dorfplatz Hundheim ei Gesamtkosten von 280 000 Euro vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Stadtsanierung mit zirka 42 Prozent gefördert.

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Die Mitglieder des Vereins „Dorfgemeinschaft Hundheim“ haben viele Arbeiten am neuen Dorfplatz übernommen. So wurden der einstige Kindergarten und das benachbarte Schwesternheim entkernt, der Kindergarten dann komplett abgebrochen. Insgesamt bringen sich viele Hundheimer bei der Gestaltung des Dorfplatzes mit ein.

Zu den Helfern auf der Baustelle gehört von Anfang an Oswald Bischof. Auch sein inzwischen gestorbener Bruder Ludwig Bischof war sofort dabei. Beide aus der Altersklasse Ü80. Oswald Bischof, gelernter Maurer, schaut immer wieder auf dem Gelände nach dem Rechten oder arbeitet mit. Andere kümmern sich um die Verpflegung der „Schaffer“.

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Bei einem Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten erläuterten Bauleiter Bernd Greß vom Bauamt Külsheim sowie Peter Ballweg, Andy Lurker und Thomas Schmitt vom Vorstand der Dorfgemeinschaft Hundheim die Zusammenhänge. Wie sie betonten, erledige die Dorfgemeinschaft soweit wie möglich alles selbst. Fachfirmen seien bei verschiedenen Gewerken mit dabei.

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So räumte man beim Schwesternwohnheim den Mainkies vom Flachdach. Zwischenwände wurden abgebrochen. Aus statischen Gründen erfolgte der Einbau von Eisenträgern. Der Rohbau erhielt ein Satteldach, es folgten Entwässerungs-, Maurer-, Fenster-, Nivellierungs-, Installations-, Elektro- und Sanitärarbeiten. Man legte den Sandsteingewölbekeller frei, schuf dort einen zweiten Ausgang, legte eine Dränage zur Trockenlegung des Kellers, erledigte Sandsteinarbeiten und legte Fundamente für die Pergola.

Die Hundheimerin Gisela Kuch findet es ganz toll, dass so viele Leute das Projekt in Angriff genommen haben. Diese hätten „wirklich etwas daraus gemacht, das sehenswert ist“. Kuch selbst, die zu den Gründungsmitgliedern der Dorfgemeinschaft gehört, hat in der Anfangszeit der Corona-Pandemie Masken genäht und „alle verkauft“. Sie will den erzielten Betrag der Dorfgemeinschaft übergeben.

Das Quartett aus Fachleuten zählte eine lange Liste der umfangreichen Arbeiten aus. Dazu gehören: das Aufschlagen der Pergola und deren Dacheindeckung sowie Pflasterarbeiten für die Freisitzfläche ebenso wie Maler- und Putzerarbeiten, Fensterbau und Schreinerarbeiten im vormaligen Schwesternwohnheim, Trockenbau und Innenputz, Estricharbeiten und Außenputz mit Wärmedämmung, Fliesenarbeiten, die Bereiche Küche und Sanitär, Innentüren, Küchenmontage, Trennwände im WC und Beleuchtung.

In die Sandsteinmauer eingebaut wurden Funde, die bei der Freilegung des Gewölbekellers entdeckt wurden: zwei alte Weihwasserbecken, ein Gewölbestein aus dem 15. Jahrhundert, ein Stein aus dem Jahr 1772. Mitglieder der Dorfgemeinschaft und weitere ehrenamtliche Mitstreiter haben von Abrisshäusern in der Ortschaft die Sandsteine sowie für die Außenanlage Erde aus ganz Hundheim herbeigekarrt.

Bislang haben die rund 50 Helfer Mannstunden im höheren vierstelligen Bereich erbracht und geschätzte 80 Prozent der Arbeiten erledigt. Die Dorfgemeinschaft hat für den Platz bereits Sitzbänke und Liegen vorbereitet. Drinnen stehen noch Bodenbelagsarbeiten im Hauptraum an, draußen die Schaffung eines Zugangs zur Kirche für Menschen mit Behinderung, Pflasterarbeiten vor dem Haupteingang des Gebäudes und die Fertigstellung der Außenanlage. Ohne die Corona-Pandemie, so ist man sich sicher, wäre die Einweihung wohl 2021 gewesen, nun werde es eben etwas später.

Trudl Ballweg erzählt, die auf dem Gelände des neuen Dorfplatzes bereits Kinder und Enkel zum Kindergarten gebracht und auch im einstigen Pfarrgarten gearbeitet hat, findet es prima, dass der Dorfplatz dahin kommt: Ein „ruhiger Bereich, vom Verkehr weg“.

Herbert Ochs lobt die Bereitschaft der Bürger zur Mithilfe. Er empfindet den neuen Dorfplatz als „ideal für die Hundheimer Vereine und für die Bevölkerung“. So etwas gehöre in den Ort, betont er, der Dorfplatz werde sicher genutzt, „die Leute werden kommen“.

Günter Bischof nennt die hinsichtlich der Wahl des Dorfplatzes getroffene Entscheidung „goldrichtig und wichtig“. Das Ensemble sei aus kirchlicher und aus Vereinssicht optimal: „Das ist wirklich positiv für unser Dorf“. Die Hundheimer aller Altersklassen freuten sich bereits darauf, dass der Dorfplatz zum neuen Treffpunkt wird.