Pandemie - In Kreuzwertheim gibt es die Idee für ein Schnelltestzentrum in der Dreschhalle in Kooperation mit der Schäfer’s Apotheke Noch sind viele Fragen zu Corona-Schnelltests offen

Es gibt erste Ideen, Corona-Schnelltests in Kreuzwertheim anzubieten. Wie die Umsetzung funktionieren könnte, ist allerdings noch offen.

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Birger-Daniel Grein
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Apotheken können seit einiger Zeit Antigenschnelltests auf Covid-19 anbieten. Benjamin Schaefer und sein Team haben dafür erste Ideen, können aber bislang noch keine konkreten Angebote machen. © Birger-Daniel Grein

Kreuzwertheim. Apotheken dürfen seit einigen Wochen Antigen-Schnelltests bei Personen ohne Corona-Symptome durchführen. Das ist Grundlage für eine Idee, über die Bürgermeister Klaus Thoma bei der Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstag sprach: Ein Corona-Testzentrum der Schaefer’s Apotheke in der Dreschhalle.

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Benjamin Schaefer, Inhaber der Apotheke, erklärt dazu im Gespräch mit den FN: „Es ist alles noch in der Schwebe, ob und wie wir so etwas anbieten werden.“ Die Umsetzungsidee stecke noch in den Kinderschuhen. „Ich finde es aber wichtig, dass wir uns mit verschiedenen Möglichkeiten befassen, denn die Bedeutung der Antigen-Schelltests rückt in den öffentlichen Fokus.“ Daher sei es bedeutend, Interessen und Möglichkeiten auszuloten.

Positive Tests werden gemeldet

Aktuell führe sein Team in den beiden Apotheken in Wertheim und Kreuzwertheim noch keine Tests durch. Zur Genauigkeit der Antigen-Schnelltests sagt Schaefer: „Die Tests arbeiten gerade bei hohen Inzidenzen sehr zuverlässig. Zeigt ein Test doch einmal ein falsches Ergebnis an, ist dieses fast immer falsch positiv.“ Falsch negative Ergebnisse seien noch seltener.

Positiv getestete Personen müssen sich sofort nach dem Ergebnis in häusliche Quarantäne begeben und das Gesundheitsamt kontaktieren. „Auch wir sind verpflichtet, ein positives Schnelltestergebnis binnen 24 Stunden an das Gesundheitsamt zu melden. Dieses veranlasst dann immer einen PCR-Test, denn ein positives Antigen-Testergebnis stellt keine Diagnose einer Covid-19 Infektion dar.“ Zur Durchführung der Tests ist ein Sachkundenachweis nötig. Dafür habe das Apothekenteam eine Videoschulung zur Anwendung der Tests bei einem Hausarzt aus der Region absolviert.

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„Wir waren uns im Team aber einig: In den Apotheken können wir es in der Vorweihnachtszeit nicht anbieten, da der organisatorische Aufwand in der Phase zu groß war“, blickte Schaefer zurück.

So müssen für die Tests unter anderem spezielle Arbeitsanweisungen erstellt, ein Qualitätsmanagement aufgebaut und Fragen des Datenschutzes geklärt werden. „Der bürokratische Aufwand wäre in der Vorweihnachtszeit einfach zu groß gewesen.“ Im neuen Jahr habe er sich intensiv mit den rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen befasst. Auch die Kammern, Verbände und die Bundesvereinigung der deutschen Apothekenverbände (ABDA) unterstütze die Apotheken vor Ort nun mit Materialien und Leitfäden zum Thema.

Masken beschäftigen Apotheken

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Aktuell sei man in den Schaefer’s Apotheken stark mit der FFP2-Masken-Thematik beschäftigt, auch im Hinblick auf die kostenlosen Schutzmasken für Senioren. Nebenbei gehe man noch dem Thema Schnelltestes nach. Die Idee für ein Testzentrum in der Dreschhalle sei nach und nach entstanden. Inspiration habe auch ein Artikel über ein Schnelltestzentrum eines baden-württembergischen Apothekers geliefert.

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In der Halle könne man die Coronaschutzregeln einhalten. Dies funktioniere zum Beispiel auch bei Blutspenden des Roten Kreuzes gut. Also fragte er unverbindliche bei Bürgermeister Thoma nach, ob die Marktgemeinde bereit wäre, die Halle zur Verfügung zu stellen. „Schön, dass der Gemeinderat dazu bereit wäre“, freute sich Schaefer über das Abstimmungsergebnis des Gremiums am Dienstag. Er schränkte jedoch ein: „Es ist noch komplett offen, ob und wie ein solches Testangebot umgesetzt werden kann“.

Das Testzentrum sei eine Idee, andere Ansätze seien ein Drive-in oder ein abgesonderter Testraum in den Apotheken mit Terminvergabe. Bis dahin müsse noch vieles geklärt werden: „Die meisten Unklarheiten herrschen momentan im rechtlichen Bereich, genauer in der konkreten Umsetzung der Regelungen der neuen Coronavirus-Testverordnung.“ Man stehe mit dem Landratsamt Main-Spessart in Kontakt. „Auch das Gesundheitsamt muss sich noch intensiv in die neuste Novelle der Verordnung, die Mitte Januar in Kraft trat, einarbeiten.“ Dies müsse in der Behörde neben der aktuellen Belastung durch die Kontaktnachverfolgung erfolgen. „Es müssen sinnvolle Einsatzgebiete für die Umsetzung der Testverordnung definiert werden.“

Zusammenfassend bittet Schäfer die Bürger noch um etwas Geduld. Aktuell könne man noch kein Testangebot machen, bleibe aber am Thema dran.

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