Asyl - Ein Ausbildungsvertrag sorgt für vorübergehende Aussetzung der Abschiebung Myronovs dürfen bleiben – vorerst

Von 
Heike Barowski
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Hasloch. Eigentlich hatten Oleksii und Maryna Myronov heute um 11 Uhr einen Termin beim für sie zuständigen Ausländeramt in Schweinfurt. Mit dabei wären Haslochs Bürgermeister Karl Heinz Schöffer und alle vier Arbeitgeber der Myronovs gewesen. Bei dem Termin wäre es laut Schöffer darum gegangen, wie sich die Familie Myronov bei einer ordnungsgemäßen Ausweisung verhalten müsse. Die beiden Ostukrainer sollten eigentlich in ein paar Tagen Deutschland verlassen, und das, obwohl sie sich perfekt integriert hatten.

Druck der Öffentlichkeit

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Aus diesem Grund hatte Haslochs Bürgermeister die Arbeitgeber, Mitglieder des Asylkreises und diverse Gemeinderäte zusammengetrommelt, um seinen Ärger öffentlich darzustellen, nachdem diverse Unterfangen ein Bleiberecht zu erwirken, bis dahin nicht fruchteten (wir berichteten).

Diese kleine Demonstration in Hasloch scheint nun Früchte getragen zu haben. Denn gestern früh überbrachte der CSU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schwab ein entsprechendes Schreiben, welches er auf Drängen beim bayerischen Innenministerium erwirken konnte. In dem Schreiben des Ministeriums des Innern, für Sport und Integration heißt es: „Die Ausländerbehörde ist bereit , die Abschiebung des Ehepaars Myronov vorübergehend auszusetzen und ihm übergangsweise eien Duldung sowie vorläufige Beschäftigungserlaubnis se für die bislang ausgeübten Tätigkeiten zu erteilen, sofern das Ehepaar Myronov nachweist, dass ein konkretes Ausbildungsplatzangebot für Herrn Myronov nach wie vor besteht und das Ehepaar ferner bereit ist, die erforderlichen Visa für einen längerfristigen Aufenthalt im Bundesgebiet bei einer Deutschen Auslandsvertretung im Ausland zu beantragen...“

Die Freude über das Schreiben ist Schöffer deutlich anzumerken. „Der öffentliche Druck war vielleicht doch so groß, dass man sich jetzt endlich bewegen musste“, sagt er.

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Dass den Myronovs ein Stein vom Herzen gefallen ist,daran lässt Schöffer keinen Zweifel aufkommen.

Auch nicht am Engagement der Arbeitgeber des Ehepaars. Denn Ursache für die Aussetzung der Abschiebung ist der Ausbildungsvertrag, den Oleksii bei seinem Arbeitgeber, der Firma Wahl in Wiebelbach erhalten hat.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim