Lagebesprechung - In Marktheidenfeld können sich Bürger immer noch kostenlos testen lassen / In Betrieben steigen die Infektionszahlen Landrätin Sitter appelliert: Jetzt nicht nachlässig werden

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lra
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Die Anmeldungen im Testzentrum Marktheidenfeld sinken. Dabei kann man sich hier auch ohne Anlass kostenlos testen lassen. © Landratsamt MSP

Main-Spessart-Kreis. Auch wenn die Inzidenzen im Landkreis Main-Spessart tendenziell etwas sinken, gilt es weiterhin auf Hygiene-, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen zu achten, schreibt das Landratsamt Main-Spessart in einer Pressemitteilung.

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Dies sei bei der Lagebesprechung im Landratsamt deutlich geworden, an der Vertreter der Blaulichtorganisationen, Mitarbeiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landratsamtes sowie weiterer Fachstellen teilnahmen. „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden und müssen an den Maßnahmen festhalten“, so der Appell von Landrätin Sabine Sitter.

Deshalb war die einhellige Meinung, dass man weiterhin dazu aufrufen müsse, das Testangebot wahrzunehmen. Denn am Testzentrum in Marktheidenfeld seien derzeit rückläufige Anmeldungen zu verzeichnen. Dabei könne man sich dort nach wie vor kostenlos und auch ohne besonderen Anlass testen lassen und damit ein Stück Sicherheit erlangen, das Virus nicht – eventuell auch unbemerkt – weiterzugeben. „Wir können nur dringend empfehlen von dem kostenlosen PCR-Testangebot Gebrauch zu machen, das auch in vielen Arztpraxen in unserem Landkreis nach wie vor bereitgehalten wird“, so Sitter.

Dies könnten auch Unternehmen in Anspruch nehmen, die ihre Mitarbeiter verstärkt testen lassen wollen. Denn während sich die Situation in den Alten- und Pflegeheimen zusehends entspanne, gebe es weiterhin ein diffuses Infektionsgeschehen im Landkreis. Die Anzahl der Infizierten in Betrieben habe zugenommen. Hier ist das Gesundheitsamt vermehrt im Einsatz, um Ursachen zu ermitteln und Maßnahmen für eine Eindämmung einzuleiten.

Tests bei Pflegekräften

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In den Alten- und Pflegeheimen werde indes verstärkt auf mehr Tests gesetzt. Das Personal müsse dort neuerdings dreimal pro Woche getestet werden. „Auch Heimbewohner sollten regelmäßig gemäß dem einrichtungsbezogenen Testkonzept getestet werden“, riet Dr. Nicole Eberbach, die Leiterin des Gesundheitsamtes Main-Spessart.

Beratend stünden den Heimen auch die Pflegeleiterinnen der FüGK, Elisabeth Stahl und Hildegard Müller, zur Seite. Zudem gebe es für Heime seit kurzem das Angebot der „Agentur für Arbeit“, Freiwillige für die Testung zu vermitteln, informierte Petra Gehrsitz, die Ärztliche Leiterin der FüGK.

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Auch die ambulanten Pflegedienste müssten ihre Beschäftigten regelmäßig – möglichst an drei verschiedenen Tagen in der Woche – testen lassen. Auch wenn dies ein deutlicher Mehraufwand für die Dienste bedeute, werde dem doch weitestgehend nachgekommen, unterstrich Renate Winheim von der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen des Landkreises, die hier in engem Kontakt mit den Pflegediensten steht. Und Dr. Matthias Schmidt, Hausarzt in Burgsinn und Verbindungsarzt der Kassenärztlichen Vereinigung, wusste von einigen Pflegediensten, die ihre Mitarbeiter regelmäßig durch Arztpraxen vor Ort testen ließen, um den Anforderungen nachzukommen.

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Auch beim Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes werde auf Schnelltests gesetzt. Die Mitarbeiter im Rettungsdienste könnten sich freiwillig zweimal pro Woche testen lassen. Die sehr geringe Quote an Infizierten seit Ausbruch der Pandemie in unseren Reihen spricht für unser bestehendes Hygienekonzept“, so Kreisgeschäftsführer Thomas Schlott.

Stabil ist die Lage auch am Klinikum Main-Spessart. Dort wird das strikte Testverfahren weiterhin konsequent durchgeführt. Die Zahl der Covid-Patienten ist annähernd konstant. Und auch die personelle Situation hat sich entspannt: Derzeit befinden sich keine Mitarbeiter in Quarantäne. Die Kreisseniorenzentren sind corona-frei.

Gute Zusammenarbeit

Landrätin Sabine Sitter nahm die Besprechung auch zum Anlass für die sehr gute Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen und der Bundeswehr zu danken, die hier nach wie vor unterstützen. So konnten über die Feuerwehren des Landkreises bislang bereits 60 000 Schnelltests an Alten- und Pflegeheime sowie rund 34 000 FFP2-Masken an Kommunen und Heime verteilt werden. Das THW bringt aktuell einmal wöchentlich Masken und Zubehör für das Impfzentrum aus dem bayerischen Zentrallager in den Landkreis. Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes wiederum sind am Test- sowie beim Impfzentrum mit eingebunden.

Am Impfzentrum fehle es allerdings nach wie vor an Impfstoff, so dass die Kapazitäten dort bislang noch nicht ausgeschöpft werden konnten.

Bundeswehr unterstützt

Von der Bundeswehr unterstützen derzeit noch 21 Soldaten im Landkreis, sei es bei der Kontaktnachverfolgung, im Gesundheitsamt, am Testzentrum oder am Klinikum. „Ein Teil der Kräfte ist noch bis zum 19. Februar in Main-Spessart. Für Testzentrum und Kontaktnachverfolgung hängen die Verlängerungsanträge von der Lageentwicklung ab“, so der Leiter Kreisverbindungskommando Main-Spessart, Oberstleutnant Leader Werner, der von einer guten Stimmung unter den Soldaten berichtete.

Auch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei sei nach wie vor stark gefordert. Insgesamt seien bislang 508 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung am Landratsamt eingegangen, wie Florian Kreiselmeier, Leiter der FüGK, erläuterte. Die breite Masse der Bevölkerung halte sich allerdings an die gesetzlichen Vorgaben, so der Eindruck des Karlstadter Polizeichefs Thomas Miebach, auch wenn die Sehnsucht der Menschen nach Normalität verständlicherweise groß sei. lra