Entwicklungshilfe - Paul unterstützt Straßenkinder, einen Aufklärungsradiosender sowie Witwen und Waisen in Ghana / Drei Projekte erhalten Zuwendungen Kreuzwertheimer Verein sammelt 34 000 Euro an Spenden

Von 
Birger-Daniel Grein
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Drei Hilfsprojekte haben Spendengelder aus Kreuzwertheim erhalten. © Dr. Almuth Schauber/ Paul

Kreuzwertheim. Der Kreuzwertheimer Verein Paul, Partnerschaft unterstützt Lebenslinien, konnte zu Beginn des Jahres 2021 seine Partnerprojekte in Ghana mit einer Rekordsumme von 34 000 Euro unterstützen, die man 2020 gesammelt hatte. „Das ist die größte jährliche Spendensumme seit der Vereinsgründung“, freut sich Paul-Vorsitzende Gertrud Schauber.

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Der Betrag ist umso beeindruckender, da wegen Corona der traditionelle Ghanatag ausfallen musste. „Das Geld kam komplett aus Kleinspenden von Privatpersonen zusammen. Die Gelder haben sich aufsummiert“, zeigt sie sich dankbar. Freunde und Bekannte von ihr und dem Verein aus ganz Deutschland hätten jeweils zwischen zehn und 500 Euro gespendet.

„Diese haben Vertrauen, dass die Spenden zu 100 Prozent bei den Projekten ankommen, da alle Vereinskosten von den Vorstandsmitgliedern von Paul selbst getragen werden“, betont sie und fügt hinzu: „Gerade in der Zeit der Pandemie zeigt die Unterstützung für die Anliegen der Projekte in Ghana eine große Solidarität“. Das Geld wurde auf die drei unterstützten Projekte aufgeteilt. Das Straßenkinderprojekt CAS, Christliche Aktion für Straßenkinder, in der ghanaischen Hauptstadt Accra erhielt 8000 Euro. Es ist eine Anlaufstelle für Straßenkinder und bieten diesen Bildungs- und Ausbildungsoptionen an. Mit den Spenden werden dort zum einen mobile Sozialarbeiter für die Straßenkinder finanziert. Diese sollen die jungen Menschen zu einer Ausbildung motivieren. Zum anderen werden die Spenden für die Förderung der Ausbildung selbst genutzt. So werden Gehälter und Material damit bezahlt. Die Ausbildungsgänge umfassen handwerkliche Berufe, eine Kochausbildung und Ausbildung zur Friseurin und Schneiderin. Inzwischen ermögliche das Projekt schon die Ausbildung der zweiten Generation von Straßenkindern. „Diese wuchsen von Anfang an auf den Straßen auf, das macht es für sie besonders schwierig, weil sie keine Strukturen kennen.“

Mit 13 000 Euro werden die Projekte der Organisation „Fistrad“ in Nordghana unterstützt. Sie betreibt soziale Aufklärungsarbeit durch Radio Builsa und versorgt damit eine Million Hörer mit Informationen, Aufklärung und Bildungsangeboten, Musik und Nachrichten. Die Radiostation unterstützt die Aufklärung zum Coronavirus und t auch den Distanzunterricht, da Schulen geschlossen sind.

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Mit einem Teil der Spende werden einige technische Geräte der Radiostation nach zwölf Jahren Nutzung erneuert. „Der Sender hatte damals auch nicht die beste Ausstattung anschaffen können“, erklärt Schauber die Notwendigkeit des Austausches.

„Fistrad“ ist inzwischen außerdem als Ausbildungsstätte von staatlichen Stellen anerkannt. Die ehemaligen Auszubildenden können mit einem bei „Fistrad“ erzielten Abschluss weiterführende Fachschulen besuchen. Die Anerkennung ist jedoch nicht mit finanziellen Zuwendungen durch den ghanaischen Staat verbunden. Paul unterstützt die Organisation in der Ausbildung junger Erwachsener. So hilft der Kreuzwertheimer Verein mit, dass die Auszubildenden Handwerksberufe erlenen, aber auch eine schulische Grundausbildung erhalten können. Ebenso 13 000 Euro gingen an das Projekt „WOMGhana“. Es unterstützt die Ausbildung junger Witwen und Waisen. Besonders wichtig sind auch die Aufklärungsarbeit zu Rechten von Witwen und Rechtsberatungsangebote.

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Auch die Wohnsituation von Witwen wird verbessert, indem sie dabei unterstützt werden, ihre Häuser nach Starkregenfällen gegen Wassereinbrüche zu sichern. Mit der aktuellen Spende von Paul wird die Schulbildung- und Ausbildung aber auch die rechtliche Beratung der Frauen unterstützt.

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„Unsere Partner vor Ort sind sehr glücklich über die Spende“, freute sich Schauber. Paul erhalte selbstverständlich eine genaue Rückmeldung zur Mittelverwendung.

Aktuell sei auch Ghana von einer zweiten harten Infektionswelle durch das Coronavirus betroffen, schilderte sie. Die Ansteckungsraten stiegen. „In den Projekten, die eine Ausbildung anbieten, werden auch Stoffmasken genäht.“ Die Projekte versuchten alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Infektionsschutz beizutragen. Zudem sei bei „WOMGhana“ ein neues Hilfsprojekt entstanden. „Die dort betreuten Frauen versorgen arme Erkrankte der dortigen Umgebung mit Essen.“

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