Marktgemeinde Kreuzwertheim - Bau- und Umweltausschuss befasste sich mit der Problematik auf dem Recyclinghof / Keine Lösung in Sicht Kostenintensive Erweiterung abgelehnt

Von 
Birger-Daniel Grein
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Für den Wertstoffhof Kreuzwertheim sollen optimierte Lösungen gefunden werden. Eine Vergrößerung lehnte der Bau- und Umweltausschuss jedoch ab. © Grein

Schon mehrfach wurde über die Erweiterung des Wertstoffhofs diskutiert. Doch der Gemeinderats-Ausschuss sprach sich dagegen aus.

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Kreuzwertheim. Der Bau- und Umweltausschuss Kreuzwertheim befasste sich in seiner Sitzung am Mittwoch in der Turnhalle Röttbach mit vielfältigen Themen von Bauangelegenheiten bis zu Parkflächen.

Das Gremium entwickelte unter anderem Alternativen zur Vergrößerung des Wertstoffhofs in Kreuzwertheim. Über dessen Erweiterung wurde in der Vergangenheit mehrfach diskutiert. Der Wertstoffhof wurde 1994 zusammen mit dem Landkreis Main-Spessart errichtet, mit finanzieller Förderung. Die Abfallwirtschaft ist Aufgabenbereich des Landkreises, der somit Träger des Wertstoffhofs ist. Der erneut diskutierte Wunsch nach einer Vergrößerung der Anlage resultiert aus dem Verhalten der Bürger. So heißt es in der Vorlage, dass seit einigen Jahren habe sich die regelmäßige Entsorgung des gelben Sackes und Papier auf dem Wertstoffhof eingebürgert habe.

Dies sei allerdings so nicht vorgesehen, da den Bürgern laut Landratsamt genügend Möglichkeiten geboten werden, um diesen Abfall ordnungsgemäß über die Müllabfuhr zu entsorgen. Der Wertstoffhof soll lediglich für besondere Abfallarten wie Elektroschrott, Altholz, Industriefett zur Verfügung stehen. „Aufgrund der enormen Menge der abgegebenen Säcke und des Papiers auf dem Wertstoffhof wird von den Wärtern immer wieder gefordert, mehr Container aufzustellen, was aufgrund der Größe des Hofs nicht möglich ist“, heißt es in der Ausschussvorlage.

Landratsamt lehnt ab

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Eine Erweiterung des Areals und mehr Container für diese Abfallarten lehnt das Landratsamt generell ab. Begründet wird die Entscheidung damit, dass jeder Haushalt eine Papiertonne habe und die gelben Säcke regelmäßig direkt abgeholt werden. Aus Kreuzwertheimer Sicht sei eine größere Erweiterung des Geländes nur mit Bauantrag möglich, was entsprechende Kosten verursache. Zudem habe die Marktgemeinde bereits 2014 fast 10 000 Euro für eine kleine Erweiterung (Pflasterung und Zaunversetzung) investiert. Der Platz sei für die aktuelle Anzahl der Container ausreichend.

Bürgermeister Klaus Thoma wies darauf hin, dass es unwahrscheinlich sei, eine Erweiterung genehmigt zu bekommen. Er zeigte jedoch auch ein Stück weit Verständnis für das Abliefern der Gelben Säcke. „Hat man mehrere Personen im Haushalt, ist die ganze Garage voll damit, bis sie wieder abgeholt werden“, berichtete er eigener Erfahrung. Klaus Gehret von der Bauverwaltung der Marktgemeinde, zeigte Verständnis dafür, dass die Leute müffelnde gelbe Säcke im Sommer nicht zu Hause lagern wollen. Er sah allerdings auch keine Notwendigkeit, den Wertstoffhof auf Kosten der Marktgemeinde zu erweitern.

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Aus Reihen der Gemeinderäte wurde auf die höhere Zahl an Onlinebestellungen und die damit wachsende Kartonmenge bei den Verbrauchern verwiesen.

Probleme mit Entsorgung

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Auf Nachfrage aus dem Gremium, warum die Container des Wertstoffhofs nicht häufiger geleert werden, verwiesen Thoma und Gehret auf Schwierigkeiten mit dem Entsorgungsunternehmen. Die Abholung solle auf Zuruf der Mitarbeiter des Wertstoffhofs erfolgen. Obwohl diese oft mehrere Male nachhaken, brauche das neue Entsorgungsunternehmen lange, bis die Container abgeholt werden, wurde erklärt. „Es ist ein Ärgernis, dass der Entsorger nicht schnell reagiert“, so Thoma. Das gleiche Problem habe man bei den Containern im Mainvorland.

Räte und Bürgermeister richteten in der Diskussion auch Appelle an die Nutzer des Wertstoffhofs. So sollten große Metallteile wie Fahrräder besser einem Schrotthändler gegeben, als über den Metallcontainer entsorgt zu werden. Ärgerlich sei auch, dass Gewerbetreibende riesige Mengen zum Wertstoffhof bringen. Dies sei nicht zulässig. Als Ergebnis der Diskussion sprach sich das Gremium einstimmig gegen eine Erweiterung aus. Stattdessen wurde folgendes beschlossen: Es wird darauf verwiesen, dass Anlieferer aus dem ganzen Umkreis kommen. Der Landkreis wird darum gebeten, auf dem Wertstoffhof Kreuzwertheim Presscontainer aufzustellen. Außerdem soll die Landkreisverwaltung das Entsorgungsunternehmen auffordern zeitnah zu reagieren.

Um Platz zu schaffen, will die Marktgemeinde prüfen, ob der Grünschnittcontainer außerhalb des Hofs aufgestellt werden kann. Thoma bat die Bürger größere Mengen auf die Deponie zu bringen.

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