BJV-Kreisgruppe Marktheidenfeld - Sabine Sitter von der Jagdbehörde des Landkreises Main-Spessart berichtete über Zahlen der vergangenen Jahre Jäger zogen gemeinsam Bilanz

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Holger Watzka
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Hunderte Rehgehörne waren bei der Hegeschau in der Dreschhalle in Kreuzwertheim ausgestellt. © Holger Watzka

Zur Hegeschau in der Kreuzwertheimer Dreschhalle kamen rund 100 Jäger zusammen. Rehwildabschussplanung und „Schwarzwildprämie“ wurden thematisiert.

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Kreuzwertheim. Knapp 100 Jäger waren zur Hegeschau der Bayerischen-Jagdverband-Kreisgruppe Marktheidenfeld in die Dreschhalle nach Kreuzwertheim gekommen. Günter Riedel, Vorsitzender der Kreisgruppe, freute sich, dass die Jagdhornbläser unter Leitung von Karl Schneider die Hegeschau eingangs musikalisch umrahmten.

Seitens der Jagdbehörde des Landkreises Main-Spessart eröffnete die stellvertretende Landrätin Sabine Sitter die Hegeschau. Sie führte aus, dass die letzten Monate ganz im Zeichen der Rehwildabschussplanung standen. Bereits im Dezember habe das Landratsamt den Pächtern und Verpächtern das vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erstellte vegetationskundliche Gutachten zukommen lassen. Die Behörde habe darum gebeten, sich vor den Abschussplanungsversammlungen eingehend mit dem Gutachten auseinanderzusetzen.

Entwicklung dargelegt

Sabine Sitter berichtete, dass in den Jahren 2016/2019 in der Kreisgruppe Marktheidenfeld 3861 Stück Rehwild erlegt wurden. Neu geplant sind 4147 Stück. Zur „Schwarzwildprämie“ gab es neue Informationen. Die Aufwandsentschädigung von 20 Euro je Stück soll auch für das Jagdjahr 2019/2020 gewährt werden. Die Übertragung von Haushaltsmitteln aus dem Vorjahr wird zeitnah erwartet. Das dürfte, so die stellvertretende Landrätin, für die Jagdpächter eine erfreuliche Mitteilung sein.

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Zur Entwicklung bei der Schwarzwildstrecke stellte Sabine Sitter fest, dass der Abschuss im Landkreis Main-Spessart von 5537 auf etwa 4400 zurückgegangen sei. Noch gravierender ist der Rückgang im Bereich der Kreisgruppe Marktheidenfeld, nämlich von 1051 Stück auf etwa 500 Stück. Offensichtlich habe der hohe Abschuss zu einem wirksamen Eingriff in die Population geführt. „Halten sie die Bejagungsintensität aber unbedingt weiter hoch, damit die notwendige Bestandsreduktion fortgesetzt wird“, forderte die Landrätin die Jäger auf.

Zusammenhalt stärken

Abschließend appellierte Sitter an alle Jäger, an die Jagdvorsteher und Eigenjagdrevierinhaber sowie an die Landwirte: „Gehen sie aufeinander zu und halten sie zusammen. Es gibt in der Öffentlichkeit genügend Kritiker der Jagd. Da dürfen sie sich nicht auch noch untereinander das Leben schwermachen.“ Bürgermeister Klaus Thoma bezeichnete in seinem Grußwort die Pflege der heimischen Tier- und Pflanzenwelt als eine wichtige Aufgabe. Enno Piening, Vizepräsident des BJV, bezeichnete die Entwicklung bei den Trophäen des männlichen Rehwildes als erschreckend. Rückgänge seien auch im Gewicht der Tiere festzustellen.

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Forstdirektor Dr. Wolfgang Netsch vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bedauerte, dass sich die Verbiss-Situation in den Wäldern verschlechtert habe. Er machte auf die Trockenschäden an Kiefern aufmerksam und wies auf die Schäden durch Borkenkäfer an Fichten hin. Der Wald müsse zukunftsfähig werden. Dr. Sabine Roth vom Veterinäramt informierte über die Afrikanische Schweinepest, insbesondere im Hinblick auf die Fernhaltung von Deutschland. hw