Mehrere Fälle

Internet-Betrüger wieder am Werk

Polizei warnt vor Zahlungsmethode

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Marktheidenfeld. Bei der Polizei in Marktheidenfeld wurden am Montag drei Internet-Betrügereien zur Anzeige gebracht. In allen Fällen wurden Waren über das Internet gekauft, über den Finanzdienstleister PayPal mit der Option „Freunde und Familie“ bezahlt und anschließend nicht geliefert. Bei dieser Option, so die Polizei, bietet PayPal keinerlei Käuferschutz an. Das heißt, die Geschädigten erhalten keine Unterstützung bei der Rückerlangung der betrügerisch erlangten Gelder.

In einem der angezeigten Fälle wollte die Geschädigte Kosmetikartikel im Wert von 325 Euro kaufen. Nach ihrer ersten Zahlung wurden immer weitere angebliche „Gebühren“ fällig. Es wurde ihr vorgegaukelt, dass sie dieses Geld nach Lieferung der Ware zurückerhalten sollte. Letztlich sendete die Frau in mehreren Etappen insgesamt zirka 2500 Euro an den bislang unbekannten Täter. Die Ware erhielt sie nicht. Nach einer weiteren „Gebührenforderung“ wurde die Geschädigte misstrauisch und erkannte den Betrug.

In zwei weiteren ähnlich gelagerten Fällen wurden insgesamt rund 200 Euro über PayPal an Unbekannte bezahlt. Die Geschädigten wollten einen Lautsprecher beziehungsweise einen Motor kaufen.

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Polizei Marktheidenfeld warnt vor Internet-Betrügern

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Von
Susanne Marinelli
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„Die polizeilichen Ermittlungen gestalten sich in derartigen Fällen zumeist langwierig und schwierig“, heißt es in der Mitteilung der Polizeiinspektion Marktheidenfeld weiter. Den Tätern, die oftmals aus dem Ausland agieren, ist kaum beizukommen und die Opfer bleiben auf ihren Schäden sitzen.

Oft werden den Geschädigten als „Vertrauensbeweis“ Ausweisbilder der angeblichen Verkäufer vorgelegt. Diese wurden allerdings zuvor von weiteren Opfern betrügerisch digital erlangt und werden zu Betrugszwecken missbraucht.

Die Polizei mahnt deshalb zur Vorsicht bei Internetgeschäften und der genannten Zahlungsmethode PayPal „Freunde und Familie“. Über diese Option sollte auch tatsächlich nur an „Freunde und Familie“ und nicht an unbekannte Internetverkäufer Geld gesendet werden.

Weiter warnt die Polizei vor dem sogenannten WhatsApp-Betrug. Ein solcher wurde am vergangenen Donnerstag bei der Inspektion in Marktheidenfeld angezeigt. Der dabei angerichtete Schaden beläuft sich auf zirka 3400 Euro.

Eine 61-jährige Geschädigte fiel hierbei auf eine Nachricht von einer unbekannten Telefonnummer herein. Bei deren angeblichem Absender sollte es sich um ihren Sohn handeln. Es hieß, sein Handy sei kaputt gegangen und die unbekannte Telefonnummer sei seine neue.

Im weiteren Verlauf überzeugte der angebliche Sohn die Geschädigte, zwei dringende Rechnungen bezahlen zu müssen, aber wegen des kaputten Handys sein Online-Banking nicht nutzen zu können. So brachte er die Frau dazu, zwei Echtzeit-Überweisungen in einer Gesamthöhe von rund 3400 Euro an die unbekannte Person zu tätigen.

Auch beim WhatsApp-Betrug gestalten sich die Ermittlungen oftmals schwierig, betont die Polizei. Die Hintermänner agieren meist aus dem Ausland. Die Zahlungsabwicklung erfolgt häufig über nur zu Betrugszwecken angelegte Konten bei sogenannten „Internetbanken“. Eine deutsche IBAN heißt hierbei nicht, dass der Kontoinhaber im Bundesgebiet wohnt. Die erlangten Gelder werden zeitnah auf weitere, zu gleichem Zweck eröffnete, oftmals im Ausland befindliche Konten weitergeleitet. Eine Rückholung der überwiesenen oder gesendeten Gelder ist nur in den seltensten Fällen möglich. Die entsprechenden betrügerischen Nachrichten lauten etwa „Hallo Mama/Papa, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer, speichere sie gleich ein.“