Skurriles Naturschauspiel - Weder der Falter, noch die Raupen sind giftig oder gefährlich für Mensch oder Haustiere Gespinstmotte hüllt Bäume und Sträucher ein

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Ein von Gespinstmotten eingehüllter Strauch. © Klaus Lankes

Manche Bäume und Sträucher sind derzeit kahlgefressen und mit weißem Gespinst eingehüllt. Doch keine Angst: Die dafür verantwortliche Gespinstmotte ist auf Dauer nicht schädlich.

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Main-Spessart-Kreis. Zurzeit entdeckt man an Flüssen, am Waldrand oder im Garten verstärkt Bäume und Sträucher die kahlgefressen sind und mit weißen Gespinsten vollkommen eingehüllt wurden. Darauf weist das Landratsamt Main-Spessart hin.

Verantwortlich für dieses bizarr anmutende Bild sind die Raupen der Gespinstmotte. Diese haben eine hellgraue bis cremefarbene Tönung. Das erwachsene Tier hat häufig weiße Vorderflügel, die schwarz oder dunkel gepunktet sind. Die Hinterflügel erscheinen grau. Auffällig ist die an ein steiles Dach erinnernde Form des Schmetterlings, wenn die Flügel geschlossen sind.

Weder der Falter, noch die Raupen sind giftig oder gefährlich für Mensch oder Haustiere. Auch die Bäume und Sträucher erholen sich nach dem Kahlfraß durch einen neuen Austrieb – dem sogenannten Johannistrieb – noch im gleichen Jahr wieder. Gefährlich für die Pflanze, wird ein Befall nur, wenn die Raupen jedes Jahr an demselben Baum fressen. Das schwächt diesen dann im Laufe der Zeit.

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Die Weibchen des Falters legen ihre Eier Mitte Juli bis August auf junge Triebe und Zweige und überdecken das Gelege mit einem Sekret, welches schnell aushärtet und die Eier schützt.

Die geschlüpften Larven überwintern im ersten Larvenstadium in dieser schützenden Hülle an den Bäumen und Sträuchern. Im Frühjahr verlassen die Larven ihr schützendes Schild und die Raupen beginnen zu fressen.

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Um sich vor Fraßfeinden und Witterungseinflüssen zu schützen, bauen sie sich ein feines Gespinst und bilden nach und nach weiße Schleier aus.

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Ein Massenauftreten von Insekten ist immer das Ergebnis mehrere Einflussfaktoren. So spielen das Nahrungsangebot, das Fehlen natürlicher Feinde aber auch die Witterung eine wesentliche Rolle. Zu beobachten ist, das milde, schneearme Winter ein Massenauftreten begünstigen und sehr viele Larven das erste Stadium überstehen.

Die meisten Gespinstmottenarten bilden pro Jahr eine Generation und oft hat sich eine Gespinstmottenart auf eine Strauch- oder Baumart spezialisiert.

Was tun bei Befall?

Nun stellt sich die Frage, wie man einem Befall vorbeugen, oder was man tun kann, um einen Kahlfraß zu verhindern. Ein Gifteinsatz ist hier wenig zielführend, da die Raupen durch das Gespinst vor äußeren Einflüssen sehr gut geschützt sind. Man sollte deshalb für die Förderung der natürlichen Feinde der Gespinstmotten sorgen und ein vielfältiges Umfeld schaffen, in dem sich Schlupfwesen, der Ohrwurm oder die Grüne Florfliege wohl fühlen.

Der einfachste Weg zur Bekämpfung ist die regelmäßige Kontrolle auf einen Befall. Man sollte Raupen sammeln, sobald man sie findet. Die feinen Gespinste können mit einem Besen abgekehrt werden oder man entfernt sie mit einem harten Wasserstrahl. Die Reste entsorgt man über den Hausmüll.

Naturschauspiel

Wenn man im Sommer einen Befall festgestellt hat, sollte man den Baum kurz vor dem Winter zurückschneiden und die Äste auf Gelege kontrollieren. Befallene Äste können auch während des Sommers abgeschnitten werden, sofern sich die Gespinste noch nicht über den ganzen Baum ziehen.

Also keine Angst vor den Raupen und Gespinsten . Man sollte sie einfach als ein Naturschauspiel ansehen, dass sich meist nach einigen Jahren wieder erledigt haben wird.