AdUnit Billboard
Totales Bamberger Cabaret - Dienstältestes Kleinkunsttrio brachte die Kreuzwertheimer Dreschhalle zum Kochen

Feines Gespür für den richtigen Ton

Von 
Matthias Ernst
Lesedauer: 
Urkomisch, aber auch sehr hintergründig präsentierte TBC sein aktuelles Kabarett-Programm in der Kreuzwertheimer Dreschhalle vor vollem Haus. © Matthias Ernst

Deutschlands dienstältestes Kleinkunsttrio, das Totale Bamberger Cabaret, feuerte einen Gag nach dem anderen auf das sehr zahlreich erschienene Publikum ab.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Kreuzwertheim. „Wir spielen heut’ in der Pampa“, sangen drei mexikanisch anmutende Figuren auf der Bühne der Kreuzwertheimer Dreschhalle zu der Melodie von „La Bamba“und hatten damit die Lacher nicht nur der über den Main gekommenen Wertheimer auf ihrer Seite. Auch die in einer „fränkischen Randlage“ befindlichen Kreuzwertheimer fanden den Text gut und lachten mit. Aufgeführt wurde das Lied vom Totalen Bamberger Cabaret, kurz TBC. Deutschlands dienstältestes Kleinkunsttrio, wie sich Georg Koeniger, Florian Hoffmann und Michael A. Tomis nennen, hatte aber noch viel mehr auf Lager.

Sondersendung

Wie man aus der Meldung über einen sprichwörtlich umgefallenen Sack Reis in China eine zehnminütige Sondersendung im Fernsehen gestalten kann, dass zeigte TBC nur als ein Stück in ihrem derzeitigen Programm: „Wann, wenn nicht wir“. „Der Sack war in dem Lager kein Unbekannter“, berichtete Koeniger als rasender Reporter vom Unglücksort. Und Florian Hoffmann gab eine Einschätzung der Bundesregierung, ob der umgefallene Sack Reis eine Auswirkung auf die Versorgungslage in Deutschland hat.

Die Fragen stellte Michael A. Tomis, Moderator im Studio. Mit der Parodie nahmen TBC die vielen Brennpunkte und Sondersendungen der letzten Monate aufs Korn, die sich um das Thema Corona drehten. „Wäre blöd, wenn du dich mit Corona hier beim TBC anstecken würdest“, mahnten sie allerdings zur Einhaltung von Abständen zum Nebenmann, soweit das eben möglich war. Kein Thema über das man keine Witze reißen kann, bleibt an diesem Abend außen vor.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Selbst die katholische Kirche und der Fasching bekommen ihr Fett weg. Dabei legen die drei Kabarettisten Wert darauf, nicht unter die Gürtellinie zu geraten, sondern mit feinem Gespür für die Aktualität, Missstände in der Gesellschaft aufzudecken.

Komödiantisches Talent

Egal ob eine „Huldigung“ an „König Maggus“ mit einem Söder-Rap oder die Nachbesprechung der letzten Prunksitzung eines Karnevalvereins, die in die Hose gegangen war wegen rassistischer Büttenreden oder frivolen Anzüglichkeiten („Veganer sind frigide Frikadellenverweigerer“), immer zeigen die drei Männer ihr ganzes komödiantisches Talent. Dazu „Lieder aus dem Zyklus für Menschen für die es keine Lieder gibt“, also beispielsweise Mathematiker oder Steuerflüchtlinge. Es war sehr unterhaltsam in der Dreschhalle.

Herrliche Parodie

Treffend auch die herrliche Parodie eines Protokolls aus dem Deutschen Bundestag, wo die Sitten und Gepflogenheiten zu verrohen drohen. Die Abstimmung über die „Bananenrückbiegeverordnung“mit parlamentarischer Aussprache geriet zum Paradebeispiel für die gelebte Demokratie mit all ihren merkwürdigen Auswüchsen. Jede Partei bekam ihr Fett weg, da achtete das Totale Bamberger Cabaret auf Ausgewogenheit. Unterhaltsam und nachdenklich war die Einkehr ins „Wirtshaus zur Eintagsfliege“.

Die Unterhaltung von Eintagsfliege, Nachtfalter und männlicher Biene ließ bei aller Aktualität (Diskussion um Glyphosat) kein Auge trocken, so beispielsweise als Georg Koeniger androhte, sich als „Drohne“ selbständig zu machen oder Florian Hoffmann als Eintagsfliege eine Liste hervorholte, um die Stammgäste mit den richtigen Getränken zu versorgen. Die hatten seine Vorfahren erstellt, jeden Tag aufs Neue.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Doch so richtig den Saal zum kochen brachte Michael A. Tomis mit Schlagern der 50er Jahre in aktuellem Sound und mit aktuellen Künstlern wie Grönemeyer, Lindenberg oder Rammstein. Überhaupt nahm die Musik einen großen Stellenwert im Programm von TBC ein. So auch bei der Zugabe mit dem Lied „Respect“ von Aretha Franklin, das einfach ins Fränkische übertragen wurde. „Wenn der Franke lobt, will er nicht übertreiben“.

Nachtgebet

Zum Schluss gab es noch ein Nachtgebet für alle Franken, das auch auf der im kommenden Jahr beginnenden Jubiläumstour aufgeführt wird, welches „nur aus Klassikern besteht“.

Und dann war der Auftritt von TBC auch schon vorbei. Den Menschen im Saal hatte es gefallen und man war glücklich, dass der TSV Jahn Kreuzwertheim es geschafft hatte, das Kabarett-Trio einzuladen.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1