Verbrechen

Ermittlungen im Mordfall Klaus Berninger gehen weiter

Polizei hofft auf Hinweise zu dem im Mai 2022 im Bereich des Tatorts gefundenen Messer

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Ermittlungen im Mordfall Klaus Berninger: Dieses Messer wurde im Mai 2022 bei der Suche im Bereich des Schneebergs in Wörth am Main entdeckt. © Polizeipräsidium Unterfranken

Wörth am Main. Der damals 16-jährige Klaus Berninger wurde kurz vor Weihnachten 1990 in Wörth am Main ermordet. Wie die Polizei nun mitgeteilt hat, gehen die „intensiven Ermittlungen von Kriminalpolizei Aschaffenburg und der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg“ weiter.

Nachdem im Mai des vergangenen Jahres im Bereich des Tatorts ein Messer bei einer Suche entdeckt worden war, erhoffen sich die Ermittler der Sonderkommission „Berninger“ dazu jetzt neue Hinweise aus der Bevölkerung.

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Aschaffenburg haben bei ihren umfangreichen Ermittlungen über 100 Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern erhalten. Im Rahmen der Vernehmungen wurden die Umstände, die zum Tod von Klaus Berninger geführt haben, weiter rekonstruiert.

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Im Dezember haben die Verantwortlichen zudem mehrere Spurenträger zur Untersuchung an die Rechtsmedizin in München weitergeleitet, wodurch sie sich Hinweise auf den oder dieTäter erhoffen.

Fragen an die Bevölkerung

Die intensive und akribische Tatortabsuche der Bayerischen Bereitschaftspolizei am 5. Mai 2022 führte zum Auffinden eines Messers im Bereich des Schneesbergs. Dieses wurde im vergangenen Jahr bereits umfassend in den Rechtsmedizinischen Instituten in München und Ulm untersucht. Nun sucht die Polizei Personen, die Angaben zur Herkunft des Messers machen können.

Dazu haben die Beamten folgende Fragen: Wer kann Angaben zu einem möglichen Besitzer des Messers machen? Wer weiß, ob aus dem Besitz einer Person ein solches Messer seit Dezember 1990 fehlt?

Springmesser fehlt

Von Klaus Berninger wurde kurz vor der Tat aus einem Katalog der Firma Schneider ein Springmesser bestellt, dessen Verbleib bis heute ungeklärt ist. Es handelt es sich bei dem Unternehmen aus Hamburg (1990 befand sich der Firmensitz noch in Wesel) um einen Versandhandel-Anbieter für den gewerblichen Bedarf. Trotz intensiver Ermittlungen und einem Zeugenaufruf im Juli 2022 konnte bislang kein aktueller Verkaufskatalog aus den Jahren 1988 bis 1990 beschafft werden.

Die Polizei erhofft sich immer noch Hinweise auf das Springmesser aus dem Bestell-Katalog der Firma Schneider (damalige Anschrift Strandbaddamm in 2000 Wesel): Bestellnummer: 167479 B; Preis: 5,68 D-Mark; Bestelldatum: 2. Dezember 1989. Interesse haben die Ermittler auch noch immer an einem Schneider-Katalog aus den Jahren 1988 bis 1990.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt.