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Katholische Kirche

Erlös dient als Hilfe zur Selbsthilfe in Ghana

Benefizkonzert mit dem Projektchor „ViaVicis“ fand zugunsten der Hilfsorganisation „Paul“ statt

Von 
hpw
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Kreuzwertheim. Das Benefizkonzert des Projektchors „ViaVicis“ unter der Leitung von Hubert Hoche am Sonntag in der katholischen Kirche Kreuzwertheim fand zugunsten der Hilfsorganisation „Paul“ statt. Zu Gast war auch Richard Alandu, Direktor der Organisation „Fistrad“ aus Sandema in Nordghana.

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Wolfgang Finger, Vorsitzender der Hilfsorganisation, durfte mehr als 70 Besucher willkommen heißen. Er sagte vorab bereits „Danke“ an den Chor, würdigte den Einsatz aller Helfer und verwies auf den anstehenden Basar. Finger richtete Dank auch an Pfarrer Dieter Hammer dafür, dass die Veranstaltung in der Kirche stattfinden könne.

Richard Alandu, Direktor der Organisation „Fistrad“ aus Ghana und Übersetzerin Almuth Schauber. © Hans-Peter Wagner

Der Vorsitzende bezeichnete es als bisher einmalig, dass der Direktor des Projektes in Ghana erstmals habe kommen können. Richard Alandu, der Gast aus Ghana setze sich für die dortige Entwicklung ein. Die Stiftung habe ein Bildungszentrum gründen können, Frauen mit Baby könnten ausgebildet werden. 2008 sei auch ein Radiosender gegründet werden, dieser sei eine Stimme derer, die man sonst nicht höre. 98 Prozent der dortigen eine Million Menschen hörten diesem Sender zu.

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Richard Alandu antwortete auf Englisch, Almuth Schauber übersetzte trefflich. Alandu sprach Worte des Dankes aus zur Patenschaft mit Menschen in Kreuzwertheim, er überbrachte viele Grüße aus Ghana. Es gebe eine veränderte Welt durch die Pandemie und andere Umstände, sozioökonomische Veränderungen wie den Klimawandel. Betroffene Menschen gebe es in der ganzen Welt. Europa sei seit 200 Jahren industrialisiert, dort wo er lebe, gebe es vor allem Landwirtschaft.

Der Gast aus Ghana sagte, der Krieg in der Ukraine stelle neue Herausforderungen. Er ergänzte, wenn in Europa geniest werde, habe Afrika eine Erkältung, was in Europa passiere, treffe Afrika unmittelbar. Die Entwicklungen und Veränderungen riefen nach einem neuen Modell der Partnerschaft. Er hoffe, dass die Partnerschaft mit den Menschen in Kreuzwertheim überall Freude bringe. Er selbst, so Richard Alandu, sei erst den zweiten Tag hier und finde, dies sei eine der schönsten Gegenden der Welt.

Der Gast aus Ghana sagte „Danke“ für die Unterstützung und grüßte sehr herzlich aus seinem Heimatland. Alandu unterstrich, „wir sind stolz auf alles, was Sie für uns getan haben. Wer gibt, dem sollte auch gegeben werden.“ Er bedankte sich bei Gertrud Schauber, Ehrenvorsitzende des Vereins „Paul“, mit einem Bild, was starken Applaus nach sich zog. Die Ehrenvorsitzende sagte, das Präsent gelte für alle, die mitgemacht haben, „dies ist einfach wunderbar“.

Die Konzerte des Projektchors „ViaVicis“, bestehend aus Frauen und Männern, haben ausschließlich Benefizcharakter. Die Sängerinnen und Sänger hatten sich vor dem Altarraum platziert, Brigitte Büttner moderierte, Hubert Hoche dirigierte. Das sehr gut vorgetragene Programm startete mit „Os Justi“ von Anton Bruckner. Die Zuhörer vernahmen ein in lydischer Tonart gesetztes Gradual, in den Schlusstakten erklang ein einstimmiges gregorianisches Halleluja.

Das Konzert setzte fort mit „Peace I leave with you“ von Knut Nystedt. Dieses Stück zeigte einen Auszug aus den so genannten Abschiedsreden Jesu vor seiner Verhaftung. Brillant durch den Projektchor vorgetragen war auch „Crucifixus Nr 9“ von Jongtae Ha. Die Besucher lauschten dem faszinierenden Lied, das auf langen, sich lautmalerisch steigernden Tonsequenzen angelegt war. Das Werk hörte sich an, wie von wellenartigen Impulsen geleitet, mit einem hauchzarten „Amen“ endend.

Das folgende „Ubi Caritas“ von Ola Gjeilo zeigte sich von der Tradition der Gregorianik beeinflusst und gilt als eines der meist gespielten und beliebtesten Chorwerke des Komponisten. Das folgende „I will sing“ von Hubert Hoche, Bestandteil des Zyklus’ „The Martin Luther Trilogy“, bestach durch Herz und Intellekt, Geist und Gefühl, Konstruktion und Emotion, bereitete den Sängerinnen und Sängern ebenso große Freude wie den Zuhörern.

Danach bestach der Projektchor mit einer beliebten Motette von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der Text gab den Weg vor: „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einem Stein stoßest.“ Diese Gedanken setzte der Chor wie auch bei den anderen Stücken stark um.

Die folgenden vier Lieder von „ViaVicis“ bildeten eine Einheit, waren diese doch allesamt aus „Sechs Lieder im Freien zu singen“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die romantische Idee, Chorlieder im Freien erklingen zu lassen, zeichnete Stimmungsbilder nach, die inhaltlich hauptsächlich dem Kontext Natur zugehören.

Die positive Grundstimmung zur Freude über das Erwachen in der Natur, Dankbarkeit wurde thematisiert, der Frühling war quasi zu spüren. Man hörte nacheinander „Im Grünen“, „Die Primel“, „Lerchengesang“ und „Morgengebet“. Der abschließende musikalische Beitrag war „Lord of the dance“ von Larry Flemming, ein Stück modernes Liedgut.

Die Nacherzählung einer alten irische Legende vom Kampf der guten Mächte gegen die bösen Mächte handelt von der Lebensgeschichte Jesu aus eigener Sicht bis zur Auferstehung nach dem Tod.

Die Zuhörer erhoben sich zum Ende eines prächtigen und gehaltvollen Konzerts zum Beifall von den Bänken. Hoche benannte dies „eine warme Dusche nach zwei künstlerisch stillen Jahren“.

Als Zugabe folgte „Bourrée“ von Johann Sebastian Bach, lautmalerisch vorgetragen von den Sängerinnen und Sängern des Chores. hpw

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