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Nach Corona-Pause - Auf einer der größten zusammenhängenden Streuobstwiese pflanzten Kinder und Eltern neue Geburtsbäume

50 neue Obstbäume in den Ehrlichsgärten

Von 
Birger-Daniel Grein
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In einer Gemeinschaftsaktion pflanzten die Familien die Geburtsbäume in den Ehrlichgärten, die sie als Geschenk der Marktgemeinde erhielten. © Birger-Daniel Grein

Endlich war es wieder soweit: In den Kreuzwertheimer Ehrlichsgärten wurden wieder Geburtsbäume gepflanzt.

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Kreuzwertheim. Ein besonderer Anblick bot sich am Samstagvormittag in Kreuzwertheim. Eine große Schar von Eltern und Großeltern mit ihren Kindern zogen ausgerüstet mit Schaufeln vom Kreuzwertheimer Bauhof zu den Ehrlichsgärten. Dort wurden die Geburtsbäume für die Neugeborenen der Gemeinde der letzten zwei Jahre gepflanzt.

Vergangenes Jahr musste die Aktion pandemiebedingt ausfallen. Schon einige Jahre schenkt die Marktgemeinde Eltern zur Geburt ihres Kindes zwei Geburtsbäume. Einer wird in den Ehrlichsgärten gepflanzt, einen weiteren bekommen die Familien für den eigenen Garten mit nach Hause.

Am Samstag wurden so 50 Geburtsbäume auf der weiten Wiesenfläche gepflanzt. „Geburten waren es in dieser Zeit sogar noch mehr“, freute sich Bürgermeister Klaus Thoma über den Zuwachs. Nicht jeder habe aber beim Pflanztermin dabei sein können. Die Familien können für das Geschenk zwischen verschiedenen Obstbäumen, vor allem alter Sorten, auswählen. Das Obst des Geburtsbaum darf dann auch vom Besitzer geerntet werde. „Wir reden nicht nur, wir tun etwas“, betonte Thoma mit Blick auf den Erhalt der alten Sorten. Mit solch kleinen Aktionen könne man oft mehr für die Umwelt erreichen als mit großen Aktionen. „Wir bringen die Leute dazu, das wertvolle Gelände kennen und schützen zu lernen.“

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Viele Leute vor Ort

Auf dem Weg zum Pflanzgelände waren lobende Worte der Eltern zu hören. „Ich finde die Aktion total schön, für die Kinder ist es etwas besonderes“, stellte Emilia Schwarzkopf aus Kreuzwertheim fest. Für ihre Ende Dezember 2020 geborenen Zwillinge habe sich die Familie einen Kirsch- und einen Birnbaum ausgesucht. Den Apfelbaum für deren dreijährige Schwester habe man bereits 2019 gepflanzt. „Den besuchen wir auch beim Spazieren gehen.“ Eine andere Mutter meinte, es sei fast wie auf der Messe. So viele Leute sei man gar nicht mehr gewohnt.

Dank der großen Fläche im Freien, konnten die Coronaabstände dennoch eingehalten werden. Vor dem Einpflanzen ging Thoma in seiner Begrüßung auf die Aktion und deren Standort ein. Der Geburtsbaum sei ein besonderes Geschenk der Gemeinde für ihre Neubürger, das mitwachse und ein Leben lang Freude an unserer Natur- und Kulturlandschaft schaffe.

„Mit dem Geburtsbaum verbinden wir zusammen mit Eltern und Großeltern den Wunsch, dass sich unsere Kinder in einer gesunden und grünen Welt entwickeln und in unsere Gemeinde geborgen und sicher aufwachsen können“, so Thoma. Zu den Ehrlichsgärten erklärte er ihren Namen. „Erli“ leite sich von den kleinen Erlen ab, die hier früher standen.

Das Gelände am nördlichen Ortsrand von Kreuzwertheim sei eines der größten zusammenhängenden Streuobstwiesen des Landkreises mit fast 3 000 Obstbäumen auf rund 130 Hektar Fläche. Man finde dort einen großartigen, sortenreichen Baumbestand an heimischen, teilweise sehr alten Sorten, wie über hundert Apfel- und Birnensorten.

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Teilweise Vogelschutzgebiet

Er ging auf die umfangreichen Maßnahmen ein, die zusammen mit Partnern getroffen habe, um die Bäume und die weitere Flora und Fauna im Gebiet zu erhalten. Das Gebiet sei aufgrund seiner Bedeutung als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) und teilweise als Vogelschutzgebiet geschützt. Es sei Teil des Schutzgebiet Natura 2000.

„15 Prozent der hier vorkommenden Pflanzenarten sind auf der roten Liste und gelten als gefährdet.“ Den Pflanzzeitpunkt der Geburtsbäume habe man bewusst auf die Zeit Ende Oktober bis Anfang November gesetzt, da die Bäume so die nötige Feuchtigkeit beim Anwachsen erhielten.

Die Löcher für die Bäume waren bereits vorbereitet und mit einem Pflanzstab versehen. An diesem hängt ein Schild mit Vornamen und Geburtsjahr des beschenkten Kindes. Nachdem das richtige Loch gefunden war, wurde der Geburtsbaum eingegraben und die Oberfläche mit einer Gießmulde versehen. Manche der beschenkten Kinder konnten bereits mit kleinen Schaufeln beim Eingraben mithelfen. Bei vielen anderen halfen die älteren Geschwister. Zudem wurden viele Erinnerungsfoto vom denkwürdigen Moment gemacht.

Zum Abschluss gab es denk der Unterstützung durch Feuerwehr und BUND Ortsgruppe Kreuzwertheim Verpflegung für die fleißigen Familien. Dazu gehörte auch Apfelsaft und Apfelwein mit Streuobstwiesen aus der Marktgemeinde.

Freier Autor

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