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Pfarrgemeinde Peter und Paul in Gissigheim

Schutzengelfest zog viele Besucher an

„Familienfest“ mit langer Tradition gefeiert. Buntes Programm für Jung und Alt. Ausstellung zu bewundern

Von 
Edgar Münch
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Jugendliche tragen die Schutzengelfigur durch Gissigheims Straßen. © Pfarrgemeinde

Gissigheim. Die Pfarrgemeinde Peter und Paul in Gissigheim kann auf eine lange Tradition ihres Schutzengelfestes zurückblicken. Zum ersten Mal wurde es 1739 gefeiert.

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Es entstand aufgrund eines Gelöbnisses des jungen Orts-Adeligen Oberst Christoph Friedrich von Bettendorff, der 1738 in den Türkenkriegen in Gefangenschaft geraten war und ein Versprechen abgab, bei einer Befreiung das Schutzengelfest einzuführen. Im Mittelpunkt steht seither immer die Schutzengelkapelle, die er den Schutzengeln hatte weihen lassen.

Seit der Corona-Pandemie war es das erste Mal, dass man dieses Gissigheimer „Familienfest“ wieder feierlich und mit viel Beiprogramm hat begehen können.

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Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche wurde es eröffnet. Dabei erklangen viele Lieder zu Ehren Gottes und der Schutzengel, dazu kamen Fahnen, Rauchfass und schließlich eine Prozession durch das Dorf, an der sich viele Gläubige beteiligten. Dabei wurde auch eine große Schutzengelfigur, wie es die Tradition fordert, von vier jungen Männern mitgetragen.

Engel als Wegweiser

In seiner Predigt griff Pfarrer Franz Lang das Thema des Evangelisten Matthäus auf: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder könnt nicht in das Himmelreich kommen, denn ihre Engel schauen allzeit das Angesicht Gottes.“

Engel sollen Wegweiser, Wegbegleiter und Stütze im Leben sein. Wie die Kinder müssen auch die Erwachsenen einen Wegbegleiter haben, gleichsam als Wertemaßstab, an dem sie sich orientieren könne. Besonders auf der Suche nach neuen Wegen brauche es jemanden mit einem größeren, weiteren Blick, sonst verstellten die täglichen Problemen die Sicht.

In den Fürbitten wurde ausgesprochen, dass jeder für den anderen ein Schutzengel sein soll.

Die sich anschließende Prozession durch die geschmückten Straßen Gissigheims, bei der an zwei Stationen Gebete und Segensworte gesprochen wurden, umrahmte der Musikverein mit festlichen Weisen.

Am Schluss der kirchlichen Handlungen führten die Musiker die Besucher unter schwungvollen Klängen zum Schlosshof und zum Bürgergemeinschaftshaus, wo ein reichhaltiges Mittagessen angeboten wurde.

Hierbei haben sich manche über das rege, lustige Treiben und Gewusel vieler Kinder beim Festbetrieb gewundert. Die Lösung war der Programmpunkt: „Aufführungen der Kindergartenkinder“. Zusammen mit den Erzieherinnen sangen und spielten die Mädchen und Jungen auf der Bühne im Schlosshof zur Freude aller Erwachsenen, vor allem ihrer Eltern, Opas und Omas.

Auch „Kasperl“ wunderte sich über den Festbetrieb, doch die Kinder informierten ihn schnell: „Heute ist Schutzengelfest.“ Sie erklärten, dass jedes Kind einen Schutzengel hat, der auf sie aufpasst, zu dem man aber auch beten soll. Zum Erstaunen aller konnten die Kinder sogar aufzählen, wie viele Engel in der barocken Schutzengelkapelle zu finden sind. „Es sind große und kleine Figuren, die man sieht und die man zum Teil anpacken kann. Anders aber die Engel in Himmel.“ Das alles wussten die Kinder genau, sie waren nämlich zuvor in der Schutzengelkapelle zur Kindersegnung, wo sie mit Pfarrer Lang über die Engel sprachen und wo sie zusammen beteten.

Ebenfalls in der Schutzengelkapelle gaben Heike Busch und Hubert Groß ein Konzert, wobei sie bei regem Besuch viele Evergreens gesanglich und instrumental darboten. Hierzu gehörten beispielsweise „Zeit für Ruhe“, „Take me home country roads“,“ Let it bee“ und „I am flying“.

Dass auch der Heimatverein eine Power-Point-Präsentation im Rahmen des Festes angeboten hatte, versteht sich von selbst, findet doch zur Zeit eine Ausstellung von Gemälden des Gissigheimer Max Wolf im Schloss statt (die FN berichteten).

Unterdessen ging der Festbetrieb weiter und endete für die meisten Besucher mit einem zünftigen Vesper oder bei Kaffee und Kuchen. Schließlich waren alle froh gestimmt, dass sie wieder ein Schutzengelfest in gewohnter Form erleben durften.

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