Dorfgemeinschaft Brehmen - Der ehemalige Schulsaal soll neuer Treffpunkt für die Bürger des Ortsteils werden / Offizielle Einweihung am morgigen Sonntag Mehr als 600 Stunden für Sanierung geleistet

Von 
Harald Fingerhut
Lesedauer: 

Das ehemalige Schulhaus in Brehmen beherbergt den Vereinsraum "Alte Schule", der am morgigen Sonntag mit einem Fest offiziell eingeweiht wird.

© Dorfgemeinschaft

Mehr als 600 Arbeitsstunden hat die Dorfgemeinschaft Brehmen für die Sanierung der ehemaligen Schule geleistet. Am morgigen Sonntag ist nun die offizielle Einweihung des Schulsaals.

AdUnit urban-intext1

Brehmen. "Die Idee wurde aus dem Widerstand gegen die Windkraft geboren", blickt Bernadette Kempf vom Verein Dorfgemeinschaft Brehmen im Gespräch mit den FN auf den Ausgangspunkt für die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Schulhaus zurück. "Wir wollten den Zusammenhalt im Ort mitnehmen und mehr Leben in die Dorfgemeinschaft hineinbringen." Damals begehrten die Brehmer Bürger zusammen mit den Pülfringern gegen den Bau von Windkraftanlagen auf. Als Treffpunkt diente dabei der ehemalige Schulsaal.

Treffpunkt für alle Generationen

"Wir wollen unbedingt verhindern, dass aus Brehmen ein Seniorendorf wird, weil die Jugend davon läuft, da sie nichts im Ort hält", nennt Bernadette Kempf das Motiv für den losen Zusammenschluss der Dorfbewohner.

"Wir wollten allen Generationen zudem eine Lokalität bieten, wo sie hinkönnen, ohne dass sie vorher ins Auto steigen und zumindest ins Nachbardorf fahren müssen." Eine Gastwirtschaft gibt es in dem Königheimer Ortsteil schon lange nicht mehr.

AdUnit urban-intext2

Nach der Gründung des Vereins Dorfgemeinschaft Brehmen im Mai 2016 wurde der Schulsaal deshalb nicht nur als Vereinsraum übernommen. Auch regelmäßige Veranstaltungen, wie Bürgercafé und Gedächtnistraining, führten die rührigen Vereinsmitglieder dort durch. Vor allem das Bürgercafé wurde von der Bevölkerung gut angenommen. Der Schulsaal etablierte sich immer mehr als Treffpunkt, wo die Bürger ein lebendiges Miteinander und Geselligkeit pflegen konnten.

Nur: Die sanitären Anlagen im Nebengebäude, ehemalige Waschküche, entsprachen nicht den Vorschriften. Eine Sanierung war unumgänglich, wollte die Dorfgemeinschaft weiter Veranstaltungen abhalten. Nach einigen Querelen wegen des Bauantrags ging es dann los. "Das Bauamt am Landratsamt hat uns da prima unterstützt", lobt Bernadette Kempf die Behörde.

Mehrarbeiten

AdUnit urban-intext3

Und wie es so ist bei Sanierungen alter Gebäude, es kamen nicht einkalkulierte Arbeiten hinzu. "Als wir die Leitungen von den Toiletten austauschen wollten, stellten wir fest, dass die Rohre in einer Sickergrube endeten", erzählt Kempf weiter. Das ist nicht mehr zulässig.

AdUnit urban-intext4

Also hieß es, die Toiletten an die Kanalisation anzuschließen. Da es sich angeboten habe, weil der Hof aufgegraben war, wurden die Wasserleitungen auch gleich ausgetauscht und Strom neu gelegt. Auch die Decke des WC war marode und musste erneuert beziehungsweise ausgebessert werden. "So kam eins zum anderen, und schließlich haben wir mehr als 600 freiwillige Arbeitsstunden geleistet", zieht sie Bilanz. "Die Sanierung hat in den letzten Monaten unsere gesamte Aufmerksamkeit und Energie gefordert", ist Kempf froh, dass sich die Dorfgemeinschaft nun wieder anderen Aufgaben widmen kann. Denn neben den bereits etablierten Veranstaltungen wollen sie und ihre Mitstreiter vor allem auch ein Angebot für die jungen Bürger Brehmens etablieren, wie etwa Kindertage im Sommer.

Ablauf der Einweihung

Doch bei all den Plänen und dem Schaffensdrang jetzt wird erst einmal die offizielle Einweihung des Vereinsraums "Alte Schule" am morgigen Sonntag mit der Bevölkerung, gerne auch aus Nachbargemeinden, und Gästen gefeiert.

Um 10.30 Uhr geht es mit einem Weißwurstfrühstück los, ehe sich ein Grillfest anschließt. Um 14 Uhr segnen Pfarrerin Ehret und Pfarrer Lang den Vereinsraum.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter der Main-Tauber-Kreis-Redaktion, Schwerpunkte auf den Kommunen Königheim und Tauberbischofsheim.