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Kunst - Ausstellung „Der Gissigheimer Maler Max Wolf und seine Freunde“ vom 26. Juni an im Bettendorfschen Schloss

Gemälde erstmals in der Heimat zu sehen

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In der Max Wolf-Ausstellung zu sehen ist auch der Blick auf das Heidelberger Schloss. © Burkard Gassenbauer

Gissigheim. Es ist ein Glücksfall für Kunstliebhaber und heimatgeschichtlich Interessierte: Zwei renommierte Kunsthistoriker haben dem Heimatverein „Brehmbachtal“ die Möglichkeit eröffnet, Werke des aus Gissigheim stammenden Malers Max Wolf (1824-1901) erstmals in dessen Heimatgemeinde zu präsentieren.

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Der Verein hat das Angebot gerne angenommen, und so werden ab dem 26. Juni vier Monate lang rund 30 Gemälde des Landschaftsmalers im Bettendorfschen Schloss zu sehen sein. Bereichert wird die Ausstellung durch Arbeiten von Künstlern aus Wolfs Freundeskreis.

Max Wolf war in seinem Geburtsort weitgehend in Vergessenheit geraten, ehe er in der im Jahr 2001 vom Heimatverein herausgegebenen zweiten Auflage des Gissigheimer Heimatbuchs in einem Artikel von Edgar Münch wieder in Erinnerung gerufen wurde.

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Grundlage des Aufsatzes bildeten die Ergebnisse aufwändiger Recherchen von Valentin Holderbach. „Vielleicht gelingt es einmal, eine Ausstellung mit Werken von Max Wolf nach Gissigheim zu bekommen“, schrieb Münch damals. Jetzt, mehr als 20 Jahre später, geht dieser Wunsch in Erfüllung.

Rund 30 Werke

Ermöglicht wird die Max-Wolf-Ausstellung von den renommierten Kunsthistorikern Dr. Benno Lehmann (Mannheim) und Dr. Jörg Paczkowski (Wertheim), die nach Kontaktaufnahme über die Gemeindeverwaltung dem Heimatverein „Brehmbachtal“ die Gelegenheit geboten haben, Werke des Künstlers erstmals in dessen Geburtsort zu präsentieren. Lehmann und Paczkowski, die schon zahlreiche viel beachtete Kunst-Ausstellungen organisiert haben, stellen für Gissigheim rund 30 Wolf-Werke von privaten Leihgebern zur Verfügung – unentgeltlich. „Wir wollen damit Einblick geben in das bemerkenswerte Schaffen eines ausgezeichneten Landschaftsmalers, der heute allerdings nur noch wenigen ein Begriff ist“, betonten Lehmann und Paczkowski in einer Gesprächsrunde mit Vertretern des Heimatvereins. Heimatvereins-Vorsitzender Lothar Achstetter dankte seinerseits den beiden Kunsthistorikern für das „ebenso überraschende wie erfreuliche Angebot“, das es möglich mache, an eine Persönlichkeit der Heimatgeschichte erinnern und einen nicht alltäglichen Kunstgenuss bieten zu können.

Zwar sind Wolf und seine Werke heute hauptsächlich ausgewiesenen Kunstkennern bekannt, seine Arbeiten beeindrucken aber einst wie heute. So hieß es denn auch in einem Artikel über die Ausstellung mit der Überschrift „Künstlerträume im Neckartal“ 2019 in Heidelberg zu Recht, es stelle sich beim ersten Blick auf ein Landschaftsbild Wolfs die Frage: „Gemälde oder Foto?“ Der Unterschied sei, so stellte der Autor bewundert fest, nicht gleich auszumachen. Tatsächlich hat Wolf es bestens verstanden, Landschaften auf stimmungsvolle und realistische Weise festzuhalten – auf dem Skizzenblock, in duftigen Farben auf Aquarellpapier und insbesondere mit Öl auf der Leinwand. Wolf, der von Beruf Gymnasialprofessor war und nicht vom Verkauf seiner Gemälde leben musste, genoss in seiner Wahlheimat Heidelberg hohe Wertschätzung als Lehrer und Künstler gleichermaßen. Er war lange Jahre Leiter des Heidelberger Kunstvereins. Die Landschaft rund um Heidelberg und das Neckartal, aber auch die Alpen und der Gardasee lieferten ihm Motive für zahlreiche Bleistiftzeichnungen, Aquarelle und vor allem Ölgemälde – allesamt eindrucks- und stimmungsvolle Bilder. Die im 2001er Heimatbuch geäußerte Hoffnung, eine Wolf-Ausstellung in Gissigheim durchzuführen, erfüllte sich seinerzeit nicht, weil die Organisation mit der Beschaffung von Leihgaben und die Versicherung der Werke schwierig war. Jetzt kann der Wunsch Wirklichkeit werden: Rund 30 Wolf-Werke werden von privaten Leihgebern für die von Lehmann und Paczkowski zusammengestellte Ausstellung in Gissigheim zur Verfügung gestellt.

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Umfassender Einblick

Die Premiere in Gissigheim, wo es einen umfassenden Einblick in Wolfs eindrucksvolles Schaffen gibt, darf mit Spannung und Vorfreude erwartet werden. Bereichert wird die Ausstellung durch etliche nicht minder reizvolle Werke von sechs Künstlern aus Wolfs Freundeskreis. Darunter sind bei Kennern recht klangvolle Namen: Bernhard Fries (1820-1879), Theodor Verhas (1811-1872), der unter anderem mit dem vielfach gedruckten Gemälde „Bismarck als Schmied der deutschen Einheit“ berühmt gewordene Guido Philipp Schmitt (1834-1922), Karl Weisser (1833-1904), Carl Ludwig Fahrbach (1835-1902) sowie Georg Maria Eckert (1828-1901).

Die Malerfreunde werden in den „Fränkischen Nachrichten“ noch separat vorgestellt. Die Ausstellung mit dem Titel „Der Gissigheimer Maler Max Wolf und seine Künstlerfreunde“ wird am Sonntag, 26. Juni, um 15 Uhr eröffnet und im Gissigheimer Schloss regelmäßig an den Wochenenden bis Mitte Oktober zu sehen sein. Die Kunsthistoriker Dr. Lehmann und Dr. Paczkowski werden in der Vernissage in die Ausstellung einführen, die voraussichtlich bis 16. Oktober laufen wird.

Im Verlauf dieser vier Monate ist auch ein Vortrag vorgesehen, in der über Leben und Werk Max Wolfs berichtet wird. Ein kleiner Ausstellungskatalog ist bereits in Vorbereitung. Zusätzliches „Schmankerl“: Wer sich an einem Preisrätsel beteiligt, kann ein Wolf-Werk gewinnen, das in der Finissage verlost wird. -g-

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