Großprojekt - Gemeinderat beschließt einstimmig zentralen Bau für die Einsatzabteilung Königheim/Gissigheim Feuerwehr erhält neues Gerätehaus

Von 
Susanne Marinelli
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Das neue Feuerwehrgerätehaus der Einsatzabteilung Königheim/Gissigheim soll im Bereich Schlossstraße/Mühlgärten neben der Turmstation der EnBW in Gissigheim gebaut werden. Der Gemeinderat beauftragte in seiner Sitzung am Montag die Verwaltung, die Planungsarbeiten entsprechend einzuleiten. © Susanne Marinelli

Die erste Etappe eines weiten Wegs ist geschafft: Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass für die Feuerwehren Königheim und Gissigheim ein neues Gerätehaus gebaut wird.

Im Gemeinderat notiert

Die Gemeinde hat aus dem Corona- Soforthilfeprogramm des Landes Baden-Württemberg zur Ausstattung von Bildungseinrichtungen mit mobilen Endgeräten 8668 Euro erhalten. Mit dem „beschaulichen Betrag“, so Bürgermeister Ludger Krug in der Sitzung des Gemeinderats am Montag, wurden 16 Laptops für die Kirchbergschule angeschafft. Sollte es zur zweiten Corona-Welle kommen, könnten ein gutes Drittel der Schüler mit Laptops ausgestattet werden.

Als erfreulich bezeichnete es Krug, dass im dritten Abschnitt des Gebiets „Ritterberg 2“ vier Bauplätze verkauft und die restlichen beiden reserviert seien. Die Vorbereitungen zur Erschließung von vier Plätzen in einem weiteren Abschnitt laufen.

Warum die Rektoren-Stelle an der Kirchbergschule so lange nicht besetzt sei, wollte Bernhard Honikel wissen. Die Vakanz bestehe seit einem Jahr, erklärte Krug. Das Schulamt Künzelsau habe nur mitgeteilt, dass sich der Rektor weiter im Krankenstand befinde. Die stellvertretende Schulleiterin Heike Hornbach fungiere als kommissarische Leiterin. Die mit der Rektorenstelle verbundenen Schulstunden übernimmt ein zusätzlicher Lehrer.

Man könne darüber nachdenken, kommentierte Krug die Anregung von Alexander Hofacker, anonyme Urnenbestattungen in allen Friedhöfen der Gemeinde zu ermöglichen. su

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Königheim. Der Entscheidung Neubau statt Umbau des bestehenden Feuerwehrgerätehauses sind in den vergangenen eineinhalb Jahren zahlreiche Besprechungen – auch des Gemeinderats – und Untersuchungen vorangegangen. Das verdeutlichten Bürgermeister Ludger Krug und Königheims Feuerwehrhauptkommandant Torsten Glock. in der Sitzung des Gemeinderats am Montag in der Brehmbachtalhalle.

Wie Krug erläuterte, gilt der Feuerwehrbedarfsplan für die Kommune seit drei Jahren. Einige darin enthaltene, wesentliche Maßnahmen seien seitdem umgesetzt oder begonnen worden. Dazu gehörten der Bau der Fahrzeughalle für die Abteilung Pülfringen und die Anschaffung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 10) für die Einsatzabteilung Königheim/Gissigheim. Dieses koste über 400 000 Euro und soll in 14 Monaten geliefert werden. Dann könne das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) von Gissigheim nach Pülfringen verlegt werden. 2021 werde man sich mit der Beschaffung eines Gerätewagens Logistik als Ersatz für das Löschgruppenfahrzeug befassen. Das Thema Feuerwehr „wird uns noch die nächsten Jahre beschäftigen“, prognostizierte Krug. Es bestehe großer Investitionsbedarf.

Den gesamten Prozess transparent darzulegen, liegt Torsten Glock am Herzen. So nannte er im Detail die Mängel an dem zwischen den beiden Ortsteilen stehenden Gerätehaus der Einsatzabteilung Königheim/Gissigheim. Dazu zählten unter anderem die fehlende Absaugung und Luftdruckerhaltung, der rutschige Bodenbelag, Hindernisse und Stolperstellen auf den Alarmwegen, nicht ausreichende Parkflächen sowie die unzulässige Lagerung von Druckgasbehältern.

Bestandsaufnahme

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Eine Arbeitsgruppe mit Führungskräften und Baufachleuten der beiden Feuerwehren hat bei einer Bestandsaufnahme festgestellt, dass das Gerätehaus einige Kriterien nicht erfüllt, die für einen reibungslosen Betrieb mit modernen Fahrzeugen nötig sind. Dazu zählen neben den bereits aufgelisteten Mängeln etwa die zu geringe Traglast der Stahlbetondecke für das HLF 10 sowie die nicht ausreichende Einfahrtshöhe und -breite, die problematische Verkehrssicherheit vor dem Gebäude, die fehlende Umkleide für Frauen und die Nichteinhaltung verschiedener Richtlinien.

Unter dem Aspekt, was mit dem Gebäude möglich wäre, seien verschiedene Umbauvarianten geprüft worden, erklärte Glock. Schnell sei klar geworden, dass dafür die Kosten hoch, die Zuschüsse aber nur gering ausfallen würden. Gleichzeitig könnten nicht alle Probleme, wie die Verkehrssituation oder die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten, gelöst werden. Ein Neubau, für den es einen deutlich höheren Zuschuss gebe, sei daraufhin von der Arbeitsgruppe ins Auge gefasst worden. Diese habe sich nach der Untersuchung verschiedener Flächen und mit Blick auf die Einhaltung der Hilfeleistungsfrist für den Bereich Schlossstraße/Mühlgärten unmittelbar neben der Turmstation der EnBW in Gissigheim entschieden. Dort war 2015/16 vom Landkreis ein Containerstandort zur Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen.

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Das Areal sei gut von den Helfern aus Gissigheim und Königheim verkehrsgünstig erreichbar, so Glock. Auch könne ein Neubau an den modernen Feuerwehrbetrieb angepasst werden. Zu dem Ergebnis kam auch ein unabhängiges, vom Gemeinderat und den Feuerwehrverantwortlichen mit einer Machbarkeitsstudie beauftragtes Planungsbüro.

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Udo Müller (Bürgerliste) sprach den Feuerwehrmitgliedern für die bei den bisherigen Planungen geleistete Arbeit ein dickes Lob aus. Dieses wurde später von Bürgermeister Krug bekräftigt. Glock wiederum würdigte die konstruktive Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Kommune. Das Engagement der Feuerwehrleute erspare der Gemeinde „auch Zeit und Geld“. Bei den Planungen „geben der Feuerwehrbedarfsplan und die DIN-Normen unseren Spielraum vor“, machte er deutlich, dass es bei den kommenden Beratungen kein „Wunschkonzert“ geben werde.

„Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde“, betonte Florian Gnadt (Bürgerliste): „Es werden enorme Kosten auf uns zukommen. Dadurch sind finanzielle Mittel gebunden, ohne dass wir eine Wahl haben.“

Bei der Finanzierung des Projekts rechnet der Bürgermeister mit einer hohen Förderung aus dem Ausgleichsstock. Schließlich sei Königheim sehr finanzschwach. Angesichts von Zuschüssen, die Gemeinden wie Großrinderfeld und Freudenberg für neue Gerätehäuser erhalten haben, hofft er auf einen Zuschuss zwischen einer Million und 1,1 Millionen Euro.

Erster Zeitplan

Im nächsten Jahr soll ein noch zu beauftragendes Architekturbüro die Planung für den Neubau erstellen. Parallel wolle der Gemeinderat einige Gerätehäuser in der Region „abklappern“, so Krug, um sich Anregungen zu holen. Der Förderantrag könne wohl 2022 gestellt werden. Danach erfolgten die Auftragsvergaben. Baubeginn werde 2023, die Fertigstellung eventuell 2024 sein. Somit könne die Finanzierung der Maßnahme auf mehrere Jahre gestreckt werden. Was mit dem bestehenden Gebäude passiere, stehe noch nicht fest, bekannte der Bürgermeister. Möglich sei eine Nutzung durch den Bauhof ebenso wie Vermietung oder Verkauf.