Erfreuliche Entwicklung - Seit Januar 2017 wurden in Gissigheim 18 Neugeborene registriert / Gemeinde wertet Zuwachs positiv Dieser Babyboom ist rekordverdächtig

Von 
Susanne Marinelli
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„Willst Du mit mir spielen?“, scheint der gut gelaunte Knirps seine kleine Freundin zu fragen. Die beiden gehören zu den 18 Gissigheimer Babys, die seit Anfang Januar 2017 zur Welt gekommen sind. Zehn wurden in diesem Jahr geboren. Diese Anzahl ist in der Ortschaft rekordverdächtig. © Susanne Marinelli

Diese Kinder haben garantiert viele Spielkameraden. Seit 1. Januar 2017 wurden in Gissigheim 18 Neugeborene verzeichnet. Der Babyboom freut auch die Verantwortlichen der Gemeinde.

Kleiner Blick in die Statistik

Der Babyboom in Gissigheim ist der Anlass für einen kleinen Blick in die Königheimer Gemeindestatistik.

Nach Angaben der Verwaltung wurden in der Gesamtgemeinde zwischen 2007 und 2017 durchschnittlich 25 Geburten pro Jahr registriert. 2012 gab es allerdings nur 20 Neugeborene. 2018 sind es bislang 27.

„Spitzenreiter“ bei den einzelnen Ortschaften war 2013 Königheim mit 17 registrierten Babys. In der Gesamtgemeinde gab es 2008 mit 30 Mädchen und Jungen einen Spitzenwert.

In Gissigheim freute man sich von 2007 bis 2017 im Durchschnitt jährlich über sechs neue Erdenbürger. Einen herben Einbruch gab es 2015 mit nur zwei Kindern. Acht waren es jeweils 2013 und 2017. In diesem Jahr sind es bislang zehn Mädchen und Jungen. su

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Gissigheim. Schön sieht es aus, wenn die kleine „Kinderwagen-Prozession“ mittwochs bis zu eineinhalb Stunden durch die Straßen des Königheimer Ortsteils Gissigheim zieht. ist das Wetter schlecht, darf die Gruppe die Räume der katholischen Pfarrgemeinde über dem Kindergarten nutzen.

Bei den Treffen wird nicht nur spazieren gegangen, damit die Kleinen – und die Mamas – an die frische Luft kommen. Man nutzt auch die Gelegenheit, mit den Kindern zu spielen und über für Eltern wichtige Themen zu fachsimpeln.

Die Gruppe wächst stetig. Das liegt daran, dass im vergangenen Jahr acht Mini-Gissigheimer zur Welt kamen. In diesem Jahr freut man sich in der rund 700 Bürger zählenden Ortschaft bereits über zehn neue Erdenbürger – und 2018 ist noch nicht vorüber.

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Die (nicht ernst gemeinte) Frage nach dem Grund für diese hohe Zuwachsrate in relativ kurzem Zeitraum quittieren die Mamas bei einem ihrer Treffen mit einem schallenden Lachen. Eindeutige Worte finden sie allerdings, wenn es darum geht, warum so viele junge Leute in dem Königheimer Ortsteil wohnen. Sie sind hier verwurzelt und möchten auf keinen Fall von hier weg, betonen alle Mütter.

Dorfgemeinschaft

Egal ob sie in Gissigheim aufgewachsen oder zugezogen sind: Schon fast schwärmerisch beschreiben die Frauen die gut funktionierende Dorfgemeinschaft inklusive Einkaufsmöglichkeiten, etwa beim Bäcker und Metzger, sowie dem Kindergarten. Toll finden sie es, dass man sich nicht sorgen müsse, wenn der Nachwuchs draußen spiele.

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Die Gissigheimerinnen liegen damit voll im Trend. Wie Experten festgestellt haben, lassen sich junge Familien dort nieder, wo es eine gute Verkehrsanbindung gibt und man „in der Idylle“ leben kann. Dazu passt in Gissigheim, dass viele junge Leute ein neues Haus im Ort errichtet, bestehende Gebäude um- beziehungsweise angebaut haben oder noch Entsprechendes planen.

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All diese Aussagen sind Musik in den Ohren von Königheims Bürgermeister Ludger Krug, der von der Identifikation der Bürger aller Ortsteile mit ihrer Heimat begeistert ist. Ihm gefällt auch der Gissigheimer Babyboom, wenngleich er augenzwinkernd betont, darauf „keinen Einfluss“ zu haben. Zudem geht er davon aus, dass es solch einen Anstieg bei den Geburtenzahlen nicht in jedem Jahr geben werde.

Gerne würde er sich in diesem Fall aber eines Besserem belehren lassen. Denn Königheim sei „generell eher von einem Einwohnerverlust betroffen“, erklärt er mit Blick auf die Statistik. Nach dieser lebten am 31. Dezember 2017 im Ortsteil Königheim (inklusive Weikerstetten) 1589 Menschen. In Gissigheim waren es 708, in Pülfringen 448 und in Brehmen 295 Bürger.

Damit die Zahlen nicht noch weiter nach unten gehen, hat die Gemeinde sich nach den Worten Krugs das Ziel gesetzt, bereits hier lebende Familien weiter in den Ortschaften „zu halten“. Außerdem möchte man neue Mitbürger gewinnen. Um das zu erreichen, sei es wichtig, in allem vier Ortsteilen Bauplätze bereitzustellen. Doch momentan verfüge die Kommune nur in Königheim und Pülfringen über gemeindeeigene Bauflächen.

Deshalb ist der Bürgermeister froh über die momentan laufenden Bebauungsplanverfahren in Königheim, Gissigheim und Brehmen. Wenn alles klappt, kann dort bis Ende 2019 beziehungsweise Dezember 2020 mit dem Bauen begonnen werden.

Kinderbetreuung

Viele junge Familien wünschen sich aber nicht nur ein eigenes Heim. Für sie ist die Kinderbetreuung ein weiterer bedeutender Punkt. In Gissigheim müsse man nun abwarten, so Krug. Es sei die Frage, ob alle Eltern der 2017 oder 2018 geborenen Mädchen und Jungen für diese einen Krippenplatz benötigen oder ob sie ihren Nachwuchs erst nach dem dritten Geburtstag in den Kindergarten schicken werden. Bei Bedarf können die Gissigheimer die Krippen-Plätze in Königheimer nutzen, verweist Krug auf die flexiblen Angebote in dieser kommunalen Betreuungseinrichtung.

Keine Probleme sieht der Rathaus-Chef auf die Kommune zukommen, wenn die Einschulung der Babyboom-Jahrgänge anstehen wird. Denn „Platz haben wir genug“, und zweizügige Klassen gebe es in der Königheimer Grundschule immer wieder. Ludger Krug hätte somit nichts dagegen, wenn der Babyboom in Gissigheim anhalten oder sich gar noch auf die anderen Ortsteile ausweiten würde. Dann müsste die Kommune zwar ihre Betreuungseinrichtungen an den Zuwachs anpassen. „Aber das machen wir gerne.“