Aktion Kunst und Kultur - Kabarettist Thomas Schreckenberger war in Brehmen zu Gast und begeisterte sein Publikum Bissig, wortgewaltig und rasant

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Der Kabarettist Thomas Schreckenberger begeisterte das Publikum in Brehmen mit bissigem Politkabarett.

© Bischof

Kabarettist Thomas Schreckenberger bereitete seinem Publikum einen vergnüglichen Abend im Brehmer Bürgerhaus.

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Brehmen. Die Aktion Kunst und Kultur lud Thomas Schreckenberger begeistert das Publikum im Bürgerhaus Brehmen mit intelligentem Witz und bissigen Kommentaren zu aktuellen Themen.

Er bot einen Kabarettabend, der es in sich hatte - kein gesellschaftliches oder politisches Thema wurde ausgelassen. Rasant, intelligent, mit Wortwitz und Charme fegte Thomas Schreckenberger durch sein Repertoire und brachte die Zuschauer immer wieder zum Grölen. Wer ein schwaches Zwerchfell hatte, bekam Muskelkater vom vielen Lachen.

Bissiges über den Wahlkampf und das Flüchtlingsthema, die inkludierte Gesellschaft oder die Herausforderung der Integration: Der Kabarettist wusste zu allem humorvolle Kommentare, die die Zuhörer schier vom Sessel katapultierten. "Wann darf sich das Traumpaar Merkel und Schulz denn nun endlich innig küssen?" So lautete die Frage mit Anspielung auf dem Kuschelkurs bei der Fernsehdebatte. Aber auch die Kinder, die Jugendlichen, die Rentner, Verheiratete oder Singles, alle leben nach Schreckenbergers Erkenntnis im "to go"-Modus und konsumieren, egal was geboten wird, nur noch im Vorübergehen. Ob der Wahlkampf ebenfalls so oberflächlich wahrgenommen wird, die Parteiprogramme scheinen sich diesem Modus wohl angepasst zu haben.

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Frech und vorwitzig, aber mit Niveau verstand es der Künstler, den Finger in die Wunde zu legen - wie beispielsweise dem Thema Lehrermangel begegnet wird, indem Rentner wieder eingestellt werden, die dann lernen müssen, die Zeugnisse nicht zu hart zu formulieren, denn die Kinder- und Elternseelen sind wohl sehr empfindlich geworden. Außerdem sei die heutige Elterngeneration die neue Stasi heutzutage, denn sie überwachte ihre Kinder mit wachsender Hingabe. Und bei der Scheidung beginnt dann der Kampf ums Kind mit der Frage, wer muss es behalten?

Es gab eigentlich kein Thema, das der Wortkünstler ausließ: Die Machenschaften der Autoindustrie, der Fußballclubs oder auch das verlorene "Ich" im Internet sowie die App, die irgendwann bestimmt, wann sich die Kühlschranktür öffnet, oder auch die Retourkutsche des Posting-Wahns, die mit Macht und süßer Rache zurückschlägt.

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Es gab geballte Sprachsalven, flotte Sprüche und zum Ende hin auch noch ein Mimik-Spiel mit mehreren Rollen als Geschichte über Romeo und Julia alias Horst Seehofer und Angela Merkel. Nicht zu vergessen die herben Einlagen mit Klaus-Kinski-Feeling.

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Ein gelungener Abend in der angenehmen Bürgerhausatmosphäre mit einem herausragenden Kabarettisten, der es in jeder Minute verstand, sein Publikum zu fesseln.

Bei der letzten Veranstaltung in diesem Jahr gab Kornel Bischof vor dem Programmpunkt "Ene, mene, muh - wem traust du?" einen Überblick über das neue Programmjahr 2018. Am 14. April findet ein Musikkabarett mit Andy Sauerwein statt. Am 11. Mai kommt Ausbilder Schmidt, bekannt aus Funk und Fernsehen, ins Brehmer Bürgerhaus. Am 28. und 29. September feiert der Verein sein 25-jähriges Jubiläum. Hierzu finden ein Irish Folk Abend am Freitag in gemütlicher Pub-Atmosphäre und am Samstag Comedy mit Frank Fischer statt. Zu allen Veranstaltungen können Gutscheine und Eintrittskarten erworben werden.