Kinder- und Jugendfeuerwehr Igersheim

Wahrer Boom nach erfolgreichem Neustart

Der Nachwuchs soll mit Spaß bei der Sache sein und einiges lernen. Bestreben ist es, früh Verantwortung zu übernehmen

Von 
Klaus T. Mende
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Igersheim. Bei den Freiwilligen Feuerwehren ist es so wie in zahlreichen anderen Vereinen, Organisationen und Einrichtungen auch – sie funktionieren vor allem dann, wenn genügend Nachwuchs rekrutiert werden kann. Seitdem Michael Gakstatter im vergangenen Jahr die Leitung der Igersheimer Kinder- und Jugendwehr übernommen hat, boomt diese Sektion geradezu.

„Tatkräftige Unterstützung

„Wir haben teilweise im Kinderbereich sogar Wartelisten. Erst wenn einer zur Jugendfeuerwehr wechselt, können andere Kinder aktiv mitmachen“, freut sich der Frontmann, der von einem Team tatkräftig unterstützt wurd, darunter der gebürtige Ostfriese Weert Meyer, ein „alter Haudegen“ in Sachen Feuerwehrwesen, der sich schon in seiner alten Heimat um den Nachwuchsbereich sehr verdient gemacht hat.

Zum Portfolio gehört das Reinschnuppern in den Feuerwehralltag. © JFW Igersheim

Derzeit seien alle Plätze belegt. „Wenn wir noch mehr Betreuer hätten, wäre es vielleicht möglich, bei den Kindern eine weitere Gruppe anzubieten“, meint Michael Gakstatter im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten – „das wäre schon cool“. Die Gruppen noch weiter vergrößern, das wolle man aber bewusst nicht tun. Schließlich sei es ein Bestreben, den Nachwuchs zu fordern, jedoch nicht zu überfordern, ihn mit Spaß an all das heranzuführen, mit dem die Arbeit bei der Feuerwehr in Verbindung gebracht wird – und hierbei solle die Qualität nicht drunter leiden.

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Die Kindergruppe, unter Leitung von Melanie Fischer, gibt es seit Oktober 2016. Hier erhalten Kids zwischen sechs und zehn Jahren erste spannende Einblicke in Elemente aus dem breiten Spektrum der Rettungsorganisation. „Die Freude an der Sache steht freilich ganz oben. Doch es soll auch pädagogisch einiges vermittelt werden“, teilt Michael Gakstatter mit.

Spielerische Vermittlung

Spielerisch wird den kleinen Aktiven in den Gruppenstunden vermittelt, worauf es ankommt, um später die Karriereleiter im Dienst an den Mitmenschen Stück für Stück nach oben zu klettern. So werde ihnen beigebracht, wie zum Beispiel ein Feuer entstehe, das richtige Verhalten im Brandfall oder aber, wie ein Notruf abgesetzt werde. Sie dürfen schon in frühen Jahren selbst Hand anlegen, etwa beim Zielen mit der Kübelspritze. Die Aktivitäten gehen aber auch darüber hinaus, so gehörten erste Erfahrung bei Erster Hilfe ebenso zum Portfolio wie die Beteiligung an gesellschaftlichen Aktionen (Müllsammeln). Und auch das Gesellige komme nicht zu kurz, betont Gakstatter. Es werde gebastelt und gespielt, darüber hinaus gebe es gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge. Die Gruppe trifft sich alle drei bis vier Wochen von 16 bis 17.30 Uhr im Gerätehaus.

Und auch die Jugendgruppe sei voll ausgelastet – und neu aufgestellt. „Es gibt zum Beispiel einen Schriftführer und einen Kassierer. Und einige sind in der Lage selbst aktiv in die Gruppenstunden einzugreifen“, gibt der Leiter einen Einblick. Die Nachwuchs-Wehrmänner und -frauen sollen nicht nur sinnvoll bespaßt werden und etwas lernen, „sie sollen auch frühzeitig Verantwortung übernehmen und sehen, dass man ihnen einiges zutraut“. Und wenn das gelinge, sei die Basis dafür gelegt, dass sie auch später bei der aktiven Wehr Aufgaben an vorderster Front übernehmen können.

Ab zehn Jahren sind die Kids bei der Jugendwehr engagiert – und werden zunehmend an die Aufgaben der „Großen“ herangeführt. Hier werden die Grundkenntnisse konkret vermittelt – etwa Aufbau und Durchführung eines Löschangriffs. Über Löschen, Funken und Erste Hilfe reiche die Palette bis hin zu Fahrzeug- und Knotenkunde. Je mehr gelehrt werde, desto schneller finden sich die Nachwuchskräfte bei den „Profis“ zurecht. Doch auch bei den Jugendlichen gilt die Devise „Nach der Arbeit das Vergnügen“ – will heißen, der gesellschaftliche Part darf nicht zu kurz kommen. Die Jugendgruppe trifft sich im Übrigen alle zwei Wochen dienstags von 18.30 bis 20.30 Uhr im Gerätehaus in Igersheim.

Aktuell haben Kinder- und Jugendwehr Igersheim das Biotop-Projekt gestartet, in dessen Rahmen sie ein Stück des Harthäuser Baches, direkt am Radweg, pflegen – und „so Verantwortung übernehmen“, wie Weert Meyer sagt. Hintergedanke sei, den Begriff Nachhaltigkeit dem Nachwuchs anschaulich zu vermitteln. Ein weiterer Aspekt sei, dass das Projekt für alle Menschen greifbar gemacht werden soll. Künftig sei vorgesehen, Umwelteinsätze zu organisieren und hierbei auch der Allgemeinheit die Möglichkeit zu geben, sich sinnvoll in den Dienst der Gesellschaft zu stellen und etwas Gutes zu tun. Die ersten Resultate des Tuns sind bereits sichtbar, weitere regelmäßige Einsätze sollen folgen – und auch neuen Projekten stehe man jederzeit offen gegenüber, lässt Meyer wissen, dessen reichhaltiger Erfahrungsschatz für die Nachwuchsarbeit der Igersheimer Wehr äußerst wertvoll ist.

Michael Gakstatter und seine fleißigen Mitstreiter hoffen auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Kinder- und Jugendfeuerwehr, um so die Grundlage zu schaffen für funktionierende Aktiven-Abteilungen – wie man es auch in der Vergangenheit gewohnt war.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt