Seniorenheim Schönblick in Igersheim - Angehörige in Sorge wegen offensichtlich falscher Datenübermittlung Senioren nach wie vor in Quarantäne

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bas
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Igersheim. Das Seniorenzentrum Schönblick in Igersheim verzeichnete bereits Anfang Januar ein hohes Infektionsgeschehen des Coronavirus und sofort wurden Maßnahmen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt Main-Tauber ergriffen. Bereits am Dienstag, 12. Januar, erfolgte eine Quarantäneanordnung, so Marie-Christin Susset, Heimleiterin des Seniorenzentrums Schönblick. Nachdem über Antigen-Schnelltests im Laufe der Tage weitere Infizierte entdeckt wurden, folgte am 16. Januar eine Flächentestung, die ein großflächiges Infektionsgeschehen zutage führte.

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Der Aufwand durch die Quarantäne stellte nicht nur einen immens hohen Arbeitsaufwand dar, sondern war auch zwischenmenschlich sehr belastend für Mitarbeiter und Bewohner, erinnert sich Marie-Christin Susset. Bereits nach einer Woche war die psychische Belastung der Bewohner deutlich zu spüren. Nach mehreren Telefonaten der Heimleitung mit dem Gesundheitsamt und Protesten der Angehörigen wurde dann am Mittwoch, 3. Februar, eine erneute Testung vorgenommen – 39 der zunächst infizierten Bewohner sowie etliche Mitarbeiter wurden hier negativ getestet und vom Gesundheitsamt als „Covid-genesen“ bestätigt. Drei Tage später, am 6. Februar, wurden folgende Zahlen vom Gesundheitsamt veröffentlich: „Gefunden wurden bei der Testung am 3. Februar: Sieben neue aktive Fälle bei Bewohnern und vier neu infizierte Mitarbeiter, insgesamt waren also 59 Bewohner und 24 Mitarbeiter positiv“. Außer Acht gelassen wurde jedoch, so beklagt Marie-Christin Susset, dass zu diesem Zeitpunkt nur noch 19 aktive Fälle bei Bewohnern, sowie fünf aktive Fälle bei Mitarbeitern vorlagen. Angehörige der Schönblick-Bewohner fühlten sich nun aufgrund der Diskrepanzen bei den neu veröffentlichten Zahlen schlecht durch die Heimleitung informiert. Marie-Christin Susset weiter: „Die Erfahrung zeigt, dass das Landratsamt erst reagiert hat, nachdem der Druck durch verschiedene Stellen wie beispielsweise Angehörige deutlich erhöht wurde.“

Weiter beklagt die Heimleitung mangelnde Überlegungen, die wie einerseits die Quarantäne beendet werden könnte, noch wie man die Situation der isolierten Heimbewohner verbessert. Die Infizierten seien glücklicherweise größtenteils ohne oder mit nur milden Symptomen erkrankt. Der Zustand verschlechterte sich erst nachdem die Einsamkeit die Bewohner dazu veranlasste, Flüssigkeit und Nahrung abzulehnen. Dies belastete die Beschäftigten sehr, ebenso die behördlich angeordnete über Wochen andauernde Arbeits-Quarantäne.

Das Geschehen im Seniorenzentrum sei derzeit noch dynamisch, so der erste Landesbeamte Christoph Schauder im Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb ist nach wie vor Quarantäne angeordnet. In Kürze erfolge jedoch eine erneute Flächentestung, danach werde über weitere Maßnahmen entschieden. bas