Neue Wege beschreiten

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Klaus T. Mende
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Die Kuh ist vom Eis, die Unechte Teilortswahl vom Tisch – endgültig. Ich begrüße diese Entscheidung, sorgt sie doch für jene Grundlage, die nötig ist, um bei künftigen Urnengängen auszuschließen, dass – wie in Tauberbischofsheim Gerichte eingeschaltet werden (müssen). Die Igersheimer haben zudem gezeigt, dass solch ein wegweisender Beschluss völlig geräuschlos gefällt werden kann, während er anderswo bisweilen zum Politikum wird.

Ohnehin finde ich es befremdlich, wenn in Gemeinderäten reine Parteipolitik betrieben (dies sollte höchstens untergeordnet eine Rolle spielen) und bisweilen Fraktionszwang angeordnet wird. Sind die Protagonisten nicht als Volksvertreter in dieses Gremium gewählt? Sollen sie nicht zum Wohle der Bürger entscheiden? Diesen Eindruck habe ich bei manchem Kommunalparlament nicht. Denn es gibt immer wieder mal Mandatsträger, die das Ich über das Wir stellen.

Im Igersheimer Gemeinderat sind zwar derzeit drei Parteien vertreten – Fraktionen im herkömmlichen Sinn gibt es aber schon lange nicht mehr. Die Mitglieder sitzen vielmehr nach Rats-Zugehörigkeit in einer Reihe – und bei Abstimmungen ist es üblich, nach bestem Wissen und Gewissen und nicht nach Parteibuch zu entscheiden. Ist es denn auf Gemeinderatsebene überhaupt in kleineren Kommunen noch zeitgemäß, Parteilisten aufzustellen? Ich blicke bei Kommunalwahlen ohnehin nicht auf Parteizugehörigkeit, sondern auf Personen. Warum beschreitet man in Igersheim mit Blick auf die Kommunalwahl 2024 nicht einen komplett anderen Weg und einigt sich im Vorfeld auf eine einzige Liste, auf der die Kandidaten jeglicher Couleur zu finden sind? Dann kämen all jene ins Gremium mit den meisten Stimmen. Das wäre demokratisch die gerechteste Lösung – und leicht umzusetzen. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. In Assam-stadt etwa hat man damit bereits gute Erfahrungen gemacht.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt

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