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Gemeinde Igersheim - Geplante Veranstaltung mit Mirna Funk in Harthausen muss abgesagt werden

„Jüdisches Leben heute“ noch nicht angekommen

Von 
gvi
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Igersheim. Die Begegnung mit einer der bekanntesten Vertreterinnen der jüdischen Community in Deutschland hätte einer der Höhepunkte der „Jüdischen Kulturtage im Taubertal 2021“ werden können, aber nun muss die Gemeinde Igersheim die am 16. Oktober geplante Lesung und das Gespräch mit der Berliner Autorin, Journalistin und Podcasterin des Festjahres „2021-1700 Jahr jüdisches Leben in Deutschland“ absagen. Zu schwach lief der Vorverkauf.

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Normalerweise wird eine Absage mit wenigen Worten kommuniziert, aber in diesem Fall äußern sich der Igersheimer Bürgermeister Frank Menikheim und Josef Gabel, der als Gemeinderat und Bürgernetzwerker den Abend moderiert hätte, zu „dieem unerwarteten Desinteresse“:

Am Niveau der Arbeit von Mirna Funk und ihrer in Berlin hohen Popularität könne es nicht liegen, so Bürgermeister Menikheim. Auch seien 7000 Flyer im ganzen Taubertal verteilt worden sowie über Tageszeitungen und Igersheimer Gemeindeboten und über verschiedene Webseiten und Social Media sei Werbung betrieben worden. Trotzdem wurde die Mindestteilnehmerzahl von 30 Personen klar verfehlt. Also habe man im Einvernehmen mit Mirna Funk die Veranstaltung abgesagt.

Josef Gabel meint: „Es scheint, dass das Thema „Jüdisches Leben heute in Deutschland“ noch nicht bei den Menschen hier auf dem Land angekommen ist. Hier geht es immer noch mehr um die Auseinandersetzung mit dem Holocaust oder um jüdische Kultur, die meist durch Kulturschaffende der Vergangenheit wie frühere Autoren, Komponisten, Künstler, usw. geprägt ist. Persönliche Begegnung mit Juden in unserer Region ist sehr selten und wenn, dann sind es auch heute noch meist KZ-Überlebende oder rechtzeitig ins Ausland Geflüchtete, die zu Schülergesprächen oder für kurze Aufenthalte zu uns kommen. Die seit dem Zusammenbruch der UdSSR nach Deutschland gezogenen Juden aus Osteuropa führen vor allem hier auf dem Land ein eher zurückgezogenes Leben, da die meisten ihren Glauben im Kommunismus nicht oder nur versteckt leben konnten.

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Ein zartes Pflänzchen

“Dies seien auch die Gründe dafür gewesen, Mirna Funk nach Igersheim einzuladen, um anzuknüpfen an die Städte, in denen jüdisches Leben heute wieder besser Fuß fasst und sichtbar wird, wenn auch noch als zartes Pflänzchen. „Das Gespräch mit Mirna Funk hätte uns einen Einblick in die Denkweise von heute in Deutschland lebenden Juden ermöglicht“, ist sich Josef Gabel sicher.

Viele Frage an sie habe er schon vorbereitet, aber er werde seine Notizen jetzt nicht wegwerfen, sondern für die nächsten Jüdischen Kulturtage im Taubertal – voraussichtlich 2023 – abspeichern.

Vielleicht sei es dann an der Zeit für die Begegnung mit einer modernen Jüdin wie Mirna Funk, so Josef Gabel. „Und wir werden den Weg noch stärker gerade zu jungen Menschen suchen“, ergänzt Frank Menikheim, denn sie seien es, die oft zu Ausbildung oder Studium in die Städte ziehen. Dort können ihnen in der Heimat erworbene Erfahrungen mit kultureller Vielfalt von Nutzen sein.

Wer sich trotz der Absage dieser Veranstaltung mit Mirna Funk und dem jüdischen Leben heute beschäftigen möchte, dem empfehlen die Igersheimer Bildungspartner die Webseiten www.2021jlid.de oder die Webseite www.mirnafunk.de – sowie die weiteren Veranstaltungen der Jüdischen Kulturtage im Taubertal (www.juedische-kulturtage-taubertal.de).

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So ist etwas die Ausstellung „Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos“ im Rathaus Igersheim noch bis 29.Oktober geöffnet. Zur interkulturellen Finissage der Jüdischen Kulturtage im Taubertal 2021 bietet die Gemeinde Igersheim in Kooperation mit der Kurverwaltung Bad Mergentheim am 29. Oktober um 19.30 Uhr eine Veranstaltung im Kursaal an: Mit Songs, Poetry und Kabarett aus Aleppo, Bremen und Kobani thematisieren „Die Zollhausboys“ ebenfalls das Miteinander von Kulturen und Religionen sowie von Toleranz und Vielfalt. (www.zollhausboys.de). Der Vorverkauf hierfür läuft im Rathaus Igersheim oder auf www.kurpark.reservix.de. gvi

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