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Beliebter Treffpunkt - Einmal im Monat wird am Igersheimer Kulturhaus der historische Ofen angeheizt / Backfans kommen aus gesamtem Umkreis

Historischer Ofen Igersheim: Brot backen und Gemeinschaft erleben

Es ist mittlerweile ein beliebter Treffpunkt geworden, das gemeinsame Brotbacken im historischen Ofen beim Igersheimer Kulturhaus. Seit rund 38 Monaten findet das Ereignis monatlich statt. Die FN waren am Samstag mit dabei.

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Das fertig gebackene Brot liegt bereit; die Hobbybäcker können sich „ihre“ Laibe aussuchen. © Hans-Peter Kuhnhäuser

Igersheim. Nein, „gemütlich“oder gar einladend ist das Wetter am Samstag sicherlich nicht. Doch das schreckt die Brotbackfans offenbar nicht, denn sie kommen reichlich zum Backtag beim Kulturhaus. Mit Kind und Kegel sind es rund 30 Personen, die den Weg zum Backofen beim Kulturhaus gefunden haben.

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Rolf Schübel ist schon seit neun Uhr vor Ort, denn er ist der „Heizer“ – ohne ordentliche Hitze ist nämlich nichts mit Backen. Also hat er das Feuer im Ofen entfacht und so für die richtige Temperatur gesorgt.

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Die Brotbäcker kommen erst später, und dabei haben sie in Körben, auf Blechen oder in Glas- sowie Metallformen ihre ganz persönlichen Teigmischungen. 13 Uhr war als spätester Termin genannt, aber viele kommen weit früher – das gemeinsame Backen ist nämlich auch ein „Ort der Geselligkeit und des Austausches“, wie Schübel erklärt. Zumal, wie der Vater von zwei Söhnen ergänzt, „ja immer wieder dieselben Leute kommen. Viele regelmäßig, andere immer wieder, und ab und zu kommen auch neue Interessenten“. Woher die Backfans kommen? „Aus Igersheim, Bad Mergentheim, Weikersheim, aber auch von weiter her. Auch aus Künzelsau kamen schon mal welche“, berichtet Schübel. Wie der FN-Reporter feststellen kann, ist der Backtag ein Familienereignis. Viele Kinder sind mit dabei, sie spielen miteinander und haben ihren Spaß, während die Eltern ein Pläuschchen halten.

„Man kennt sich“, sagt Jascha Derr vom Heimatverein Messklingenschlapp, der diese schöne – ja, mittlerweile ist es schon eine Tradition – und generationenübergreifende Veranstaltung erfunden hat. Das kam zum einen dadurch, dass ein alter Backofen aus Edelfingen beim Igersheim Kulturhaus einen neuenP Platz fand. Und dann kam die Idee, hier regelmäßig einen „Backtag“ abzuhalten. Begonnen hatte es damit, „dass wir beim Gassenfest Brot gebacken haben“, erinnert sich Derr an die Anfänge. Und dann wollte man die Sache regelmäßig angehen. Das Backtag-Projekt hat sich etabliert, „im September haben wir unser Dreijähriges gefeiert“.

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Neben Senioren, Familien und interessierten Einzelpersonen komme auch der Verein „Sprungbrett“ immer wieder, ergänzt Schübel. Und ja, „es ist saisonabhängig. Bei schönem Wetter im Sommer ist da richtig was los, da sind es um die 50 Leute, die zu uns kommen. Die Kinder haben ihren Spaß, und die Erwachsenen ebenso.“

Als der Reporter um 12.30 Uhr erscheint, hat Schübel schon die Glut aus dem Ofen geholt. Sie liegt in einer alten Zinkwanne und erfreut sich an diesem nasskalten Januartag großer Beliebtheit, denn sie spendet Wärme. Und außerdem kann man auf die Wanne einen Rost legen und Bratwürste grillen. Der Mensch lebt ja bekanntlich nicht vom Brot alleine.

Der Ofen ist heiß, für die Brotteiglinge aber noch zu heiß. „Wir haben jetzt 350 Grad“, sagt Schübel nach dem Blick auf das digitale Thermometer und freut sich: „Genau richtig zum Pizzabacken!“ Schon nach kurzer Zeit schwebt der Duft frisch gebackener Pizza in der Luft und die Familien genießen ihr knuspriges Mittagsmahl. Auch für Schweinebraten sei der Ofen ideal, butterweich und knusprig zugleich, schwärmt Schübel.

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Nachdem der Ofen noch etwas abgekühlt ist, hat er mit 280 Grad die ideale Temperatur für die vorbereiteten Teiglinge. Schnell werden die knapp 40 Brotlaibe mit einem langen Schieber ganz professionell im Ofen platziert – „einschießen“ heißt das in der Bäckersprache. „Die Temperatur sinkt jetzt langsam, rund eine Stunde braucht das Brot, bis es fertig ist“, sagt Schübel. Und dann, bei etwa 200 Grad, „können wir auch noch Kuchen backen.“ Auch das wird immer gerne genutzt, viele packen ihr frisch gebackenes Brot ein und den vorbereiteten Kuchen aus.

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So wie Heidrun Dreher. „Ich komme immer wieder und gerne“, sagt die Igersheimerin. Sie backt auch zuhause ihr Brot, „aber hier gebacken schmeckt es noch besser“. Und das liege nicht nur am geringfügig veränderten Rezept, sondern am Ofen“, sagt sie. Überdies sei der Backtag ja auch ein kommunikatives Ereignis, „der Austausch mit anderen macht Spaß. Es ist halt auch ein Stück weit Gemeinschaft.“

Das Brot ist fertig, Rolf Schübel holt es aus dem Ofen, seine Frau Beate (rechts) sorgt mit der Taschenlampe für das nötige Licht. © Hans-Peter Kuhnhaeuser

Ähnlich sieht es Hannelore Fischbach. Ich komme regelmäßig und bei jedem Wetter.“ Sie hat ihre ganz spezielle Teigmischung mitgebracht – und auch drei Baguettes. „Mal ausprobieren“, sagt die pensionierte Lehrerin. Und: „Es ist immer schön, hier dabei zu sein und die Gemeinschaft zu genießen.“ Und Johanette Müller aus Weikersheim macht deutlich, „dass das Backen auch für die Kinder immer ein Erlebnis ist.“ Sie komme regelmäßig, auch, „um mal was Neues auszuprobieren“. Obwohl sie auch daheim Brot backe, betont sie, dass das hier gebackene Brot „einfach viel besser schmeckt!“. Und klar, „das liegt am Ofen und der ganzen Atmosphäre“.

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