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Kommunaler Klimaschutz - Erster Workshop verlief erfolgreich. Mehr Beteiligung erwünscht

Bürger hatten viele gute Ideen

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Brainstorming in den Arbeitsgruppen: Viele Ideen wurden beim ersten Klimaschutz-Workshop gesammelt. © Hans-Peter Kuhnhäuser

Igersheim. Klimawandel und Klimaschutz sind spätestens seit „Fridays for future“ ein Thema, das heiß und bisweilen kontrovers diskutiert wird. Die Gemeinde Igersheim will sich verstärkt dem Klimaschutz widmen. Ein Weg ist die Fokusberatung Klimaschutz des Stadtwerks Tauberfranken.

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Der Klimawandel ist längst da. Wer sich in der Flur, im Wald und entlang der Bäche und der Tauber umschaut, kann dies ohne Probleme feststellen. Somit ist klar: Auch die Kommunen und damit die hier lebenden Menschen sind davon betroffen.

Doch Betroffenheit alleine genügt nicht, Handeln ist gefragt. Aber was und wie es zu tun ist, das braucht zunächst einmal Grundlagen – und die Ideen der Bürgerinnen und Bürger sowie der hier ansässigen Betriebe und Unternehmen. Entsprechende Vorschläge und Ideen in Arbeitsgruppen zu diskutieren und zu sammeln stand im Mittelpunkt des ersten Klimaschutz-Workshops der Gemeinde Igersheim.

Immerhin 18 Teilnehmer trafen sich dazu im J.U.K.I., dem ehemaligen Bürgerhaus. Neben Bürgermeister Frank Menikheim kamen Mitarbeiter der Verwaltung, Gemeinderäte sowie Bürgerinnen und Bürger. Und das sei schon an dieser Stelle deutlich gemacht: Eine höhere Bürgerbeteiligung hätte der Veranstaltung gut getan.

Gleichwohl war es ein interessanter und durchaus ertragreicher Workshop; es kam, wie ein Teilnehmer am Ende sagte, „ja doch einiges bei rum“. Und auch, wenn nur ein Teil davon umgesetzt werden könne, „haben wir viel erreicht“.

Was sich der Bürgermeister zu Beginn gewünscht hatte, „gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern“ Klimaschutz-Handlungsfelder zu erarbeiten, wurde erfüllt. Der im Oktober geplante zweite Workshop ist eine neue Gelegenheit, sich einzubringen. Ann-Kathrin Murphy, Klimaschutzmanagerin beim Stadtwerk Tauberfranken, kam zusammen mit Laura Eckert nach Igersheim und wirkte sowohl als Moderatorin als auch als Ideensammlerin.

Nach der Vorstellungsrunde, bei der auch persönliche Betroffenheit über die Folgen des Klimawandels bei einigen Teilnehmern deutlich wurde, bildeten sich zwei Arbeitsgruppen, die über die vorgegebenen Themen „Regionalität“, „Nachhaltige Beschaffung“, „Ressourcenschutz“, „Mobilität“, „Klima-Anpassung“, „Erneuerbare Energien“ und „Wirtschaft“ Ideen sammelten. Die Schwerpunktthemen und Handlungsfelder wurden auf Kärtchen notiert und von den Gruppen auf die jeweilige Stellwand – „Ideenspeicher“ genannt – angepinnt.

Ja, es wurde eifrig diskutiert in den Gruppen, es wurde geworben für diese und jene Idee, und es wurde deutlich, dass manches Handlungsfeld eben mehr Unterstützung braucht. Ebenso wurde deutlich, dass etwa im Bereich „Mobilität“ schon heute viel geboten ist, was aber oftmals nicht bekannt ist. Klare Folge: „Mehr Kommunikation, mehr Öffentlichkeitsarbeit, um das ÖPNV- Angebot noch besser bekannt zu machen.“ Auch eine „Mitfahrzentrale“ wurde in diesem Zusammenhang angesprochen. In Sachen Erneuerbare Energien „geht noch viel mehr“, wie die Teilnehmer feststellten. Solaranlagen auf den Dächern etwa, die man ja mit einer Dachflächenbörse fördern könne.

Und auch klimagerechtes Bauen, Wärmedämmung, (Schüler-)Klimadetektive, die Einsparmöglichkeiten erkunden, Baugebiete für Mehrgeschossbauten, eine Wohnraumbörse… die Ideen sprudelten bei den zwei Arbeitsgruppen.

Manches ist ganz einfach, man muss es nur tun: Die Frage der „Nachhaltigen Beschaffung“ etwa ist mit „Recyclingprodukte kaufen“ treffend beantwortet. Ein „klimatoleranter Waldbau“ wurde ebenso angeführt wie Biotop-Patenschaften und der Hochwasserschutz. Beim Stichwort „Regionalität“ wurde ein Wochenmarkt genannt – und auch aufs Bürgerlädle verwiesen, in dem ja regionale Produkte zu haben sind. Für die beiden Arbeitsgruppen erläuterten Georg Schumann und Dr. Tobias Ullmann sowie Josef Gabel und Dr. Barbara Reinwald die gesammelten Ideen.

Die Vorschläge waren wohl durchdacht und die Sprecher konnten auf die intensive Diskussion in ihren Gruppen verweisen – ebenso wie auf die notwendige breite Beteiligung und die Bereitschaft zum Mitmachen.

Ann-Kathrin Murphy und Laura Eckert waren viel beschäftigt, die jeweiligen Ergebnisse zusammenzuführen und schließlich die Vorschläge der zwei Stellwände auf eine zu komprimieren. Hier wurde deutlich dass viele Ideen tatsächlich konkret umgesetzt werden können. Dafür aber, das wurde schon bei diesem Workshop klar, müssen viele, am besten alle Igersheimer mitmachen. Übrigens: Keine Idee, kein Vorschlag solle verloren gehen, wie Murphy betonte. „Wem heute oder morgen noch was einfällt, kann mir diese Idee mailen“, betonte die Klimaschutzmanagerin. Wie geht es weiter? Nachdem im April die Fokusberatung gestartet war und der Lenkungskreis tagte, folgte nun der erste Workshop. „Im August steht die ‚Ausarbeitung Maßnahme’ auf der Agenda, und im Oktober findet der zweite Workshop statt“, erläuterte Murphy den Zeitplan.

Im November soll dann schon die erste Maßnahme begonnen werden. Der Plan „Klimaschutz Igersheim“ soll in den Jahren 2023, 2024 und 2025 weiter umgesetzt werden. Der vorläufige Zielpunkt ist 2030 erreicht, wenn eine bisher noch offene Menge CO2 dauerhaft eingespart wird. Doch auch danach soll es weitergehen, das Projekt „Klimaschutz Igersheim“ hat nicht umsonst den Zusatz: ‚Strategie 2030+’.

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