FG „Höpfemer Schnapsbrenner“

„Wir möchten wieder eine Plattform für die klassische Straßenfaschnacht bieten“

Die FN sprachen mit Verantwortlichen über die Kampagne – und vor allem über die Änderungen beim Rosenmontagsumzug

Von 
Adrian Brosch
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Beim Rosenmontagsumzug in Höpfingen soll Musikkapellen wieder mehr Gehör verschafft werden. © Adrian Brosch

Höpfingen. Traditionell ist der Rosenmontag nicht nur einer der wichtigsten Faschenachts-Feiertage. Er ist auch für die FGH 70 „Höpfemer Schnapsbrenner“ der große Tag: Umzug durch den Ort mit Tanz, Musik und guter Stimmung im ganzen Ort bis in die Nacht.

In einem kurz vor Weihnachten veröffentlichen Video verkündeten Präsident Jürgen Farrenkopf und Vize-Präsident Tobias Hauk einige Änderungen für den Rosenmontagsumzug 2023. Die FN haben mit Verantwortlichen über die Hintergründe gesprochen.

Im Video konnten wir hören, dass Sie planen, Ihre eigenen Wagen in Höpfingen nicht beim Umzug dabei zu haben – und Sie appellieren auch an andere. Was steckt dahinter?

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Tobias Hauk: In den letzten zwei Jahren war kein richtiger Umzug in Höpfingen möglich. Die Coronazeit hat außerdem viele Menschen zum Nachdenken oder Umdenken angeregt. So war es auch bei uns: Wir hatten im letzten Jahr am Rosenmontag einen spontanen närrischen Marsch durchs Ort, hauptsächlich mit Fußgruppen im Schnapsbrenner-Kostüm, nur begleitet von einzelnen wenigen Kleinfahrzeugen sowie einigen befreundeten Vereinen aus dem Umkreis.

Die Rückmeldungen waren überwältigend. Dies hat die Diskussion innerhalb des Vereins über die Gestaltung des Rosenmontags und vor allem des Umzugs in Höpfingen angeregt. Dabei gab es viele Perspektiven – angefangen bei der Attraktivität für Teilnehmer und Besucher bis hin zu Nachhaltigkeit. Es gab auch immer wieder kritische Stimmen hinsichtlich der Entwicklung der Faschnachtsumzüge im Umkreis, etwa Musikkapellen, die wegen lauter Musik auf Wagen nicht mehr spielen wollten. Wir möchten wieder eine Plattform für die klassische Straßenfaschnacht bieten.

Bedeutet dies, dass Teilnehmer beziehungsweise Gruppen mit klassischen Motivwagen und Musik nicht mehr in Höpfingen mitmachen beziehungsweise mitfahren dürfen?

Hauk: Nein, ganz und gar nicht. Alle dürfen weiterhin in Höpfingen dabei sein! Mit Motivwagen oder ohne, als Fußgruppe oder mit Kleinfahrzeug. Wir möchten niemanden ausschließen.

Bei dem neuen Ansatz geht es im Kern um zwei Dinge: Wir wollen den Zuschauern eine interessante und abwechslungsreiche Straßenfaschnacht bieten und uns mit dem neuen Konzept von den vorhergehenden Umzügen etwas abheben. Außerdem wollen wir den Rosenmontag in Höpfingen wieder als Faschnachts-Höhepunkt etablieren, für alle Höpfinger.

Noch vor einigen Jahren war es Standard, dass viele verschiedene Gruppen aus Höpfingen am Rosenmontag dabei sind. Diese Tradition ist etwas eingeschlafen und soll reaktiviert werden.

Es reicht also nicht, wenn nur unser Verein der „Höpfemer Schnapsbrenner“ aktiv dabei ist – sondern auch viele andere Vereine und Gruppen aus dem Ort und der Umgebung sollen dabei sein. Wir sind engagiert auch kleinere Gruppen gezielt anzusprechen und zu motivieren, sich aktiv zu beteiligen – egal in welcher Form.

Wenn keiner ausgeschlossen wird, wie möchten Sie dann zum Beispiel Musikkapellen wieder gewinnen, die wegen lauter Musik von Motivwagen nicht mehr mitgespielt haben?

Hauk: Wir werden im Vorfeld ganz genau mit allen Gruppen und Teilnehmern abstimmen, wie und womit sie beim Umzug teilnehmen werden – und dann bei der Aufstellung darauf achten, dass sich Musikkapellen nicht mit vermeintlich lauten Motivwagen in die Quere kommen.

Damit wollen wir es schaffen, dass die Musik der Kapellen nicht nur „mehr gehört“ sondern auch von den anderen Umzugsteilnehmern wieder als Musik zum Mitsingen und Tanzen genutzt wird.

Rechnen Sie denn mit großem Zuspruch oder eher mit Kritik?

Hauk: Wir haben bereits mit verschiedenen Personen gesprochen und durchaus viele positive Rückmeldungen bekommen. Natürlich wissen wir, dass für einige Leute der Bau eines Motivwagens sehr wichtig ist und dass dies für viele zur Faschnacht dazu gehört. Daher erwarten wir nicht, dass alle nun direkt auf den neuen „Zug“ aufspringen – und ferner werden wir auch niemand ausschließen.

Wir möchten die Leute mitnehmen und selbst als gutes Beispiel vorangehen. Wenn wir es schaffen, dass sich ein paar Gruppen direkt unserem Konzept anschließen, dann haben wir schon etwas erreicht. Das Konzept ist auch nicht auf Kurzfristigkeit ausgerichtet, sondern ist eine mittel- bis langfristige Weichenstellung für die Zukunft.

Und was erwarten Sie bei den Zuschauern für Reaktionen?

Hauk: Die Zuschauer stehen mehr im Mittelpunkt als jemals zuvor, daher erhoffen wir uns hier positive Reaktionen. Wir möchten einen Umzug bieten, der nicht nur für Teilnehmer, sondern vor allem für die Zuschauer attraktiv und kurzweilig ist.

Uns ist es wichtig, vor allem die Besucher, die am Straßenrand stehen, mit in das Geschehen zu integrieren. Damit dies gelingt, sind wir bereits daran neue Ideen zu generieren und diese in die Tat umzusetzen – die Zuschauer dürfen sich freuen und gespannt sein. Mehr möchten wir aber an dieser Stelle noch nicht verraten.

Worauf dürfen sich die Leute außerdem freuen?

Hauk: Egal ob als Teilnehmer oder Zuschauer, nach dem Umzug findet auf jeden Fall am Festplatz wieder eine große After-Umzugs-Party statt.

Hier wird für Jung und Alt etwas geboten sein – und sogar für Familien mit Kindern. Neben guter Musik, Stimmung und Spaß wird es natürlich auch Getränke und Speisen geben. In der Festhalle planen wir eine Kinderdisco, so dass die Eltern sich nach dem Umzug auch mal eine Pause gönnen können, während die Kids zu Kinderliedern durch die warme Halle wirbeln. Außerdem haben wir den Umzugsstart etwas nach hinten gelegt, so dass auch alle berufstätige noch am Nachmittag dazu kommen können oder nur einen halben Tag Urlaub nehmen müssen.