Leserbrief - Zu „Land in Sicht auf dem Schlempertshof – hinter einem Wall?“ (FN 26. September) „Die Kluft mit gar unglaublichen Vorgängen wurde immer tiefer“

Von 
Adelheid, Alois, Stefan Gerig
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Des Friedens wegen haben wir uns seither nicht öffentlich zu den Baumaßnahmen und einer möglichen Flurbereinigung geäußert, auch wenn die Gerüchteküche mitunter fast unerträglich brodelt. In dem besagten Leserbrief wurden einige Fragen gestellt. Diese möchten wir nun beantworten und die Hintergründe dazu kurz erläutern.

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Die Familie Gerig betreibt seit mehr als 50 Jahren einen Ferienbetrieb mit mittlerweile über 3000 Gästeübernachtungen jährlich. Es gibt durch den Hofnachfolger konkrete Pläne zum Weiterbetrieb.

Eigentlich müssten sich die beiden verbliebenen landwirtschaftlichen Betriebe auf dem Schlempertshof nicht ins Gehege kommen, sondern könnten sich ideal ergänzen, weil sie ganz unterschiedlich ausgerichtet sind.

Um vorhersehbaren Streit und Ärger zu vermeiden, haben wir bereits vor Jahren unserem landwirtschaftlichen Nachbarbetrieb auf dem Schlempertshof vor dem Bau einer Güllegrube angeboten, unser etwa sechs Hektar großes Grundstück angrenzend an seinen seitherigen Betrieb zu nutzen. Vorteile gäbe es für beide Betriebe viele: zum Beispiel kurze Wege zum Altbetrieb und keine Straßenkreuzung.

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Unser Antrieb war immer der Erhalt unseres Ferienhofes. Leider wurden unsere Vorschläge, auch unter Hinzuziehung von Moderatoren, immer wieder vehement abgelehnt.

Man war auch nicht bereit, trotz des Angebotes einer Kostenübernahme, den südlichen Standort immissionsrechrechtlich überprüfen zu lassen. Im Gegenteil, die Kluft mit gar unglaublichen Vorgängen wurde immer tiefer. Alle hinzugezogenen Experten sind sich einig, dass unser Ferienbetrieb bei der jetzigen Lösung, 400 Rinder am neuen Standort und 180 am alten Standort plus neuer Biogasanlage, bei nur einer Zufahrt, keine Chance zum Überleben hat. Denn in der Praxis heißt das viele Tausend Tonnen Gülle, Mist und Futter jährlich direkt vor einem Teil der Schlafzimmer unserer Gäste vorbei. Unsere Gäste mögen Bauernhofurlaub, gerne auch mit Tieren und Traktor, aber keine zu allen Tag- und Nachtzeiten mit Schwerlastverkehr befahrene Durchgangsstraße. Baurechtlich hat unser Nachbar sich durchgesetzt, mehrheitlich auch im Gemeinderat, aber eine vermutlich notwendige Förderung von einigen 100 000 Euro öffentliche Gelder könnte sie nicht erhalten, wenn ein ebenfalls privilegierter Betrieb in der Existenz gefährdet wird.

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Es war zu befürchten, dass daraus ein langjähriger juristischer Rechtsstreit entbrennt. Das wollten auch wir uns nicht antun und haben deshalb zum Jahresanfang 2020 einer Vereinbarung zugestimmt, die eine neue Zufahrtsstraße mit Erdwall wie beschrieben vorsieht.

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Sämtliche Kosten, abzüglich der Förderung, werden wir uns mit unserem Nachbarbetrieb teilen, so dass keine weiteren Kosten auf die Gemeinde oder weitere Anlieger zukommen. Wir sind in Anbetracht von jetzt geschaffenen Tatsachen in der Bauumsetzung sehr wohl der Meinung, dass nicht nur für einen Milchviehbetrieb, sondern auch zum Schutz eines Ferienbetriebes öffentliche Fördermittel gerechtfertigt sind.

Unsere Urlauber helfen darüber hinaus nicht nur uns, sondern auch die Gastronomie, Bäcker, Metzger, Freilandmuseum und Tropfsteinhöhle und viele weitere profitieren davon. Nicht vergebens wird der Tourismus im ländlichen Raum von vielen Seiten, in der Regel auch von Gemeinden, unterstützt. Corona hat die Nachfrage zwar noch deutlich gesteigert, aber wer wird kommen, wenn in HolidayCheck und anderen Portalen „viel zu laut bei Nacht und gefährlicher Straßenverkehr für Kinder“ zu lesen ist? Alle hier von uns gemachten Angaben sind beweisbar und dürfen sehr gerne bei uns eingesehen werden. Bei Unklarheiten dürfen Sie sich gerne direkt an uns wenden. In der Hoffnung auf wieder friedliche Zeiten im Schlempertshof.