Gemeinschaftsunterkunft Höpfingen ist Geschichte - Asylantenunterkünfte wurden abgebaut und wegtransportiert / Landratsamt hat sie verkauft Container finden anderweitig Verwendung

Von 
Ingrid Eirich-Schaab
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Seit Anfang dieser Woche werden die Wohncontainer für Asylbewerber in der Franz-Schell-Straße in Höpfingen abgebaut. Damit wird die ehemalige Gemeinschaftsunterkunft endgültig aufgelöst. © Eirich-sCHAAB

Höpfingen. Die mobilen Wohncontainer der ehemaligen Gemeinschaftsunterkunft in der Franz-Schell-Straße haben in Höpfingen ausgedient. Seit einem Jahr stehen sie bereits leer. Höpfingen musste seit Mitte des Jahres im Zuge der kommunalen Anschlussunterbringung von Flüchtlingen keine Personen mehr aufzunehmen. Im Mai waren die letzten drei Asylbewerber zugewiesen worden.

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Die kaum einsehbare Gemeinschaftsunterkunft war im Januar 2016 in zweigeschossiger Modulbauweise errichtet worden. In dieser hatte die Landkreisverwaltung 18 Zimmer, fünf familiengeeignete Wohneinheiten und die erforderlichen sanitären Anlagen, Büro- und Technikräume für 56 bis 58 Flüchtlinge einrichten lassen. Im Durchschnitt waren sie von 40 Personen belegt. Der Gemeinderat hatte damals beschlossen, dass die Anmietung des Geländes von einem Privateigentümer auf drei Jahre, längstens bis zum 31. Dezember 2019 befristet sei. Die Bevölkerung war seinerzeit in einer eigens anberaumten Versammlung informiert worden.

Im März 2016 erfolgte die Erstbelegung, im Herbst 2017 sind die letzten Flüchtlinge ausgezogen.

54 Wohnmodule

Die 54 Wohnmodule gehören dem Landratsamt. Dieses hat sie nun, ebenso wie einen Teil der in Walldürn stehenden Wohncontainer für Flüchtlinge, an eine private Baufirma veräußert, die sie in Unterföhring bei München aufstellen wird. Die Walldürner Module sollen im späten Frühjahr 2019 abtransportiert werden.

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Darüber hinaus wird auch die Gemeinschaftsunterkunft in Schefflenz aufgelöst. Alle dortigen Wohncontainer hat die Stadt Neckargmünd aufgekauft und will sie zur Anschlussunterbringung von Asylbewerbern nutzen. Der Abbau ist noch in diesem Jahr vorgesehen, wie der Pressesprecher des Landratsamtes, Jan Egenberger, auf Anfrage der FN mitteilte.

Spezialkran im Einsatz

Mit dem Abbau der GU Höpfingen wurde am Montag begonnen. Ein Spezialkran, der für eine Last von bis zu 250 Tonnen Gewicht ausgelegt ist, hievte die Container auf Tieflader. Damit ist eine spannende Phase – ein inzwischen nun auch in Höpfingen der Geschichte angehörendes Intermezzo – abgeschlossen.

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Und wie sieht ansonsten die aktuelle Lage in puncto Asylanten in Höpfingen aus? Die FN sprachen mit Bürgermeister Adalbert Hauck: „Das Thema hat uns schon viel Zeit und Energie gekostet. Aber inzwischen ist es eigentlich kein Thema mehr.“

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In Anschlussunterbringungen im Ort befänden sich aktuell knapp 30 Personen, so der Rathauschef. Die Lage habe sich beruhigt und entspannt, es gebe ein im Großen und Ganzen gutes Miteinander. Die zu Zeiten der großen Flüchtlingsströme in Höpfingen eingeführten Patenschaften hätten sich bewährt, die Kontakte werden weiter gepflegt und die damaligen Ansprechpartner seien auch heute noch Kontaktpersonen, berichtete Hauck.

„Die Flüchtlinge sind inzwischen hier richtig angekommen“, bilanzierte der Bürgermeister. „Sie haben sich eingelebt. Die Kinder sprechen schon gut Deutsch, einige Eltern arbeiten in örtlichen Firmen.“ Eine Frau habe im Beruf inzwischen sogar das Kopftuch abgenommen und sich auf diese Weise angepasst, stellte Hauck mit Freude fest. „Das ist für mich gelungene Integration.“

Mitglieder von drei Familien hätten inzwischen auch den Führerschein erworben und sich kleine Pkw zugelegt. „Sie sind damit mobil, auf was es bei uns auf dem Land eigentlich ankommt.“

Betreut werden die Walldürner und die Höpfinger Asylbewerber durch eine Sozialarbeiterin aus Walldürn. „Die Gemeinde Höpfingen ist zu klein für eine eigenständige Betreuung“, merkte der Bürgermeister an. Die Entscheidung von Verwaltung und Gemeinderat, die Asylbewerber dezentral im Ort unterzubringen, habe sich bewährt. „Mir ist nicht bekannt, dass es irgendwelchen größeren Ärger gibt“, konstatierte Hauck.

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