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Ortschaftsrat Schweinberg - Pläne zum Bau von Freiflächenphotovoltaikanlagen vorgestellt / Größen der vorgesehenen Flächen variieren zwischen 2,9 und 22 Hektar

Wertschöpfung soll vor Ort bleiben

Von 
Adrian Brosch
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Ähnlich der Freiflächen-Photovoltaikanlage in der Nähe von Miesbach könnte auch das Vorhaben bei Schweinberg aussehen. Die Vorschläge der Unternehmen variieren zwischen 2,9 und 22 Hektar Fläche. © Energiebauern GmbH

Im Schweinberger Ortschaftsrat haben drei Unternehmen ihre Pläne für den Bau von Freiflächenphotovoltaikanlagen vorgestellt. Nach der Prüfung der Vorschläge will das Gremium eine Empfehlung abgeben.

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Schweinberg. Freiflächenphotovoltaik war das dominierende Thema der am Freitag in der Turnhalle abgehaltenen Informationsveranstaltung des Schweinberger Ortschaftsrats. Drei Projektierer sowohl regionaler als auch bundesweiter Herkunft stellten dem interessierten Publikum ihre Konzepte vor. Moderiert wurde der Abend von Ortsvorsteher Dieter Elbert.

Nach dessen Begrüßung präsentierten Christian Schmitt und Michael Schneider das Projekt der Firma EKS-Solartechnik. Freiflächen-Photovoltaikanlagen böten sich aufgrund des Ausstiegs aus Atomenergie und Kohleverstromung, der Energiewende und dem benötigten Zuwachs an erneuerbaren Energien an. „Freiflächenphotovoltaik hat die geringsten Stromgestehungskosten“, betonte Schneider. Das Projektgebiet umfasse drei Grundstücke unweit des Kompostwerks zwischen Schweinberg und Pülfringen mit insgesamt rund 2,9 Hektar Anlagengröße. Die Höchstleistung liege bei 2800 Kilowatt-Peak und könne drei Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Was einer Versorgung von 700 Haushalten entspreche. Ein möglicher Rückbau sei kein Problem, da sich die Grundstücke im Eigentum eines Projektbeteiligten befinden.

„Geeignetes Landschaftsbild“

Einen weiteren Anfahrtsweg hatte Martin Bichler von der Energiebauern GmbH aus dem bayerischen Sielenbach, der bereits in Weikerstetten eine Anlage plant. Er verwies auf ein Sondergebiet von 6,6 Hektar und die im Ganzen neun Quadratmeter große Gesamtfläche auch in direkter Nähe des Kompostwerks. Die Standortwahl begründete er mit dem „hervorragend für Freiflächenphotovoltaikanlagen geeigneten Landschaftsbild“. Die nach Süden ausgerichteten Solarmodule werden eine Höhe von etwa 3,5 Metern erreichen. „Rückbausicherheit ist gegeben, weil jedes einzelne Teil demontiert werden kann“, betonte er. Noch nicht klar definiert sei der Einspeisepunkt, doch könne man über eine Zusammenlegung mit dem Weikerstettener Standort nachdenken. Bichler zeigte sich investitionsfreudig: „Ein Bebauungsplan könnte bereits Ende 2021 feststehen.“

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Als Projektleiter der juwi-Gruppe informierte schließlich Thomas Bozyk (Solar Deutschland GmbH) über das 22 Hektar große, 600 Meter von Schweinberg entfernt gelegene Gebiet im Bereich „Lämmerberg/Klesbuckel“. Hierbei handele es sich um Flächen im landwirtschaftlich benachteiligten Gebiet, die in fünf verschiedenen, bis zu 20,6 Hektar großen Varianten nutzbar seien, mit und ohne Gemeindeweg ausgewiesen werden können und sich auf zwei Grundstücke konzentrieren. Je nach Größe können bis zu 25 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. „Wenn man noch im dritten Quartal 2021 den Aufstellungsbeschluss einreicht, könnte es zwei Jahre später losgehen“, prognostizierte Bozyk.

Roter Faden erkennbar

So unterschiedlich die Vorschläge hinsichtlich ihrer Größe und ihrer Standorte waren, wurde doch ein roter Faden erkennbar, der sich mit dem Bestreben um lokale und regionale Wertschöpfungsketten inklusive der Gewerbesteuerabgabe vor Ort durch alle Vorhaben zog.

Auch die Einhaltung der Standortkriterien zugunsten der Lebensqualität vor Ort – mit Abstand von mindestens 400 Metern zu Ortsbebauung und einem möglichst nicht einsehbaren Standort der Anlagen sowie dem Verzicht oberirdischer Leitungen – spielte bei allen drei Vorstellungen eine große Rolle. Ebenso das strikte Einhalten sämtlicher Vorgaben hinsichtlich Natur- und Artenschutz mit extensivem, artenreichem Grünland.

Letzteres könne auch unter Hinzunahme von an anderer Stelle einzulösenden Ökopunkten vorstellbar sein. Ebenso seien Modelle zur Bürgerbeteiligung denkbar, nötigenfalls mit örtlicher Begrenzung ausschließlich auf die Einwohner Schweinbergs.

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Ein Beschluss wurde am Freitag noch nicht gefällt, der Abend diente ausschließlich der Information. Nachdem Dieter Elbert allen Referenten und den Zuhörern aus der Ortsgemeinschaft seinen Dank ausgesprochen hatte, bezeichnete er die Vorhaben als „nicht privilegierte Absichtserklärungen“ und verwies auf anstehende Beratungen, nach denen der Ortschaftsrat eine Beschlussempfehlung abgeben werde, in die auch das Meinungsbild der Bevölkerung mit einfließe. Die im Kriterienkatalog der Gemeinde Hardheim festgehaltene Maximalfläche von 15 Hektar sei zwar vordergründig die Maßregel, doch sei man „am Ende innerhalb gewisser Grenzen flexibel“, so Elbert.

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