Heute Atelier, Café und Eventlocation „Bahnhof 1910“ - 1999 wurde die Strecke Hardheim-Walldürn endgültig stillgelegt Vor 110 Jahren wurde die Bahnstrecke eingeweiht

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Bis 1999 gab es noch einen „richtigen“ Bahnhof in Hardheim. Heute ist der Standort als Café, Atelier und Eventlocation „Bahnhof 1910“ bekannt. © Elmar Zegewitz

Hardheim. Beim Blick auf den früheren Bahnhof – dort, wo heute Bernadette Balles ihr Atelier und Café „Bahnhof 1910“ betreibt – ist erwähnenswert, dass Hardheim bei dessen Einweihung und der Übergabe der Bahnstrecke 1911 vor 110 Jahren eine „Sternstunde“ hatte.

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Die Bahnstrecke wurde nach erneuten Eingaben durch Bürgermeister und Industrielle an Regierung und Landtag mit einem Kostenaufwand von 1,8 Millionen Mark gebaut. Mit der Inbetriebnahme der Strecke Tauberbischofsheim-Königheim kam die Hoffnung auf eine Verlängerung der Strecke Hardheim-Königheim auf. Doch diese wurde immer wieder abgelehnt auf Hinweis auf hohe Baukosten, Geländeschwierigkeiten und Unrentabilität.

Doch immer wieder wurden neue Anläufe unternommen. 1931 bildete sich ein Ausschuss für den Bahnbau Hardheim-Königheim. 1949 wurden nochmals erfolglose Versuche zur Realisierung dieses Vorhabens unternommen. Doch es kam ganz anders. Wegen Unwirtschaftlichkeit erfolgte 1954 im Personenverkehr eine Umstellung von der Schiene auf die Straße. Das bedeutete das Ende des Personenverkehrs auf der Schiene zwischen Hardheim und Walldürn. Busse übernahmen die Personenbeförderung, was auch den Weg für manche zum etwas außerhalb liegenden Bahnhof unnötig machte.

Noch längere Zeit gab es wegen der Hardheimer Industrie und der Bundeswehr bis 1998 den Güterverkehr, ehe nach kurzfristiger Wiederbelebung des Personenverkehrs die Strecke Hardheim-Walldürn im Jahr 1999 endgültig stillgelegt wurde.

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2004 wurden sogar die Schienen entfernt. Somit ist das Kapitel Eisenbahnverkehr wohl endgültig abgeschlossen. Zumal das Bahnhofsgebäude einer neuen Nutzung zugeführt wurde. Z