Carl-Schurz-Kaserne - Erster Kommandeur des Panzerbataillons 363 nimmt in Hardheim den Dienst auf / „Das ist meine militärische Heimat“, sagt er über den Odenwald Truppenfahne an Oberstleutnant Pane übergeben

Von 
Karsten Dyba
Lesedauer: 
Mit gebührendem Abstand zur Eindämmung der Pandemie: Brigadegeneral Gunnar Brügner (vorne links) und Oberstleutnant Pascal Pane (vorne rechts) vor der angetretenen Fahnenabordnung. © Oliver_Schmidt

Von nun an führt Oberstleutnant Pascal Pane, ein gebürtiger Rheinländer, das Panzerbataillon 363 in Hardheim.

AdUnit urban-intext1

Hardheim. Der erste Kommandeur des Panzerbataillons 363 hat in Hardheim den Dienst aufgenommen. Angesichts der Corona-Pandemie verzichtete die Bundeswehr auf einen großen Appell auf dem Hardheimer Schlossplatz, der für diesen Freitag geplant war. Der Appell soll zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden (die FN berichteten).

„Das ist meine militärische Heimat“, sagt der neue Bataillonskommandeur über den Odenwald. Sein Dienstantritt am 9. März in der Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim ist für Oberstleutnant Pascal Pane eine Rückkehr in die Nähe seiner militärischen Wiege Külsheim.

Militärische Wiege Külsheim

Dort war er von 1999 bis 2001 Zugführer in der 2. Kompanie des „ehemaligen“ Panzerbataillons 363, nachdem er seine Ausbildung zum Panzeroffizier an der Panzertruppenschule im niedersächsischen Munster abgeschlossen hatte.

AdUnit urban-intext2

Der Übungsplatz Külsheim, der auch vom Standort Hardheim genutzt wird, ist ihm daher vertraut. „Wenn ich mit meinem Panzer darauf fahre, dann werde ich mich schnell zurechtfinden – das wird sicherlich auch viele gute Erinnerungen wecken“, meint Pane.

Begeistert ist der neue Kommandeur vom guten Zustand der Carl-Schurz-Kaserne. Gleichwohl müsse sehr viel Geld investiert werden, um aus dem früheren Standort der Heeresflugabwehr eine Panzerkaserne zu machen.

AdUnit urban-intext3

Das gilt auch für die Modernisierung des Standortübungsplatzes. 55 Millionen Euro waren dafür zuletzt geplant, nun werden es voraussichtlich über 80 Millionen Euro sein.

AdUnit urban-intext4

Das Besondere am Standort Hardheim ist der Rückhalt in der Bevölkerung. „Wir sind hier nicht nur willkommen. Wir merken jeden Tag: Die Hardheimer freuen sich auf ihre Panzersoldaten“, sagt der künftige Kommandeur. „Selbst wenn wir den Appell jetzt verschieben müssen – wir holen ihn nach, sobald das in der Öffentlichkeit wieder möglich sein wird und mit allem, was dazugehört.“

Für den Aufstellungsappell hatten sich die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, angekündigt. Doch nun übergab Brigadegeneral Gunnar Brügner, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37, dem das neue Bataillon unterstellt ist, dem neuen Kommandeur die Truppenfahne.

Mit der formellen Übergabe der Fahne wird bei der Bundeswehr symbolisch das Kommando auf einen neuen Kommandeur übertragen. Vor dem Hintergrund des Verbots öffentlicher Veranstaltungen angesichts der Corona-Pandemie wird dieser feierliche Appell auf dem Hardheimer Schlossplatz nun auf unbestimmte Zeit verschoben.

Oberstleutnant Pane hat daher im kleinen Kreis die Truppenfahne in Empfang genommen. „Angesichts der Herausforderungen, vor denen unser Land und natürlich auch die Bundeswehr derzeit stehen, musste ich den Rahmen des Appells anpassen und die Truppenfahne im ganz kleinen Kreis an den ersten Kommandeur übergeben“, sagte General Brügner. „Das ist einerseits schon ungewöhnlich für einen solchen Anlass. Andererseits haben wir so das Beste aus der Situation gemacht. Ich weiß ganz genau: Oberstleutnant Pane und sein Bataillon sind auf einem guten Weg.“

Die ersten 65 Soldaten des Stabes und der Versorgungs- und Unterstützungskompanie waren unter Führung des stellvertretenden Kommandeurs, Oberstleutnant Alexander Brundisch, bereits im Oktober in die Carl-Schurz-Kaserne eingerückt. Im kommenden Herbst soll die 4. Kompanie des Panzerbataillons 393 aus Bad Frankenhausen nach Hardheim umziehen. Sie wird die erste Kampfkompanie des neuen Bataillons und soll später mit 14 Kampfpanzern vom Typ Leopard ausgestattet werden.

Im April 2021 folgt die 3. Kompanie des Gebirgspanzerbataillons 8 aus Pfreimd. Ab Oktober 2021 soll eine gänzlich neue weitere Kompanie in Hardheim aufgestellt werden. So entsteht aus Teilen des ehemaligen Gebirgspanzerbataillons 8 und einer neuen Kompanie bis 2022 ein neues Panzerbataillon mit insgesamt vier Kompanien, einschließlich einer Stabs-/Versorgungskompanie.

Das neue Panzerbataillon 363 steht auch in der Tradition des alten Bataillons mit gleicher Nummer. Das wird auch im Bataillonswappen deutlich: Ein Büffel ziert wie einst in Külsheim ein geteiltes Wappenschild, die Kirche mit zwei Türmen weist auf den neuen Standort Hardheim hin. Das frühere Panzerbataillon 363 wurde im Jahr 1963 in Böblingen aufgestellt und war seit 1964 bis zu seiner Auflösung 2006 in Külsheim stationiert. „Das neue Panzerbataillon ist eine Patchworkfamilie“, sagt Oberstleutnant Pane augenzwinkernd. Natürlich wolle er die Geschichte des ehemaligen Bataillons 363 achten, zugleich aber auch die Tradition der Garnison Hardheim sowie die Traditionslinien der beiden ehemaligen Gebirgspanzerkompanien zusammenführen. „Am Ende wird es doch ein neues Panzerbataillon 363 sein.“