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Vleugels-Orgel

Stücke in einer neuen Klangwelt

Patrick Gläser zeigt sein gesamtes Können

Von 
ad
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Patrick Gläser an der Orgel. © Adrian Brosch

Hardheim. Rock, Pop und Filmmusik in völlig neuer Klangwelt genoss jetzt, wer zu den zahlreichen Besuchern des Orgelkonzerts „Orgel rockt – Tour 6“ im Erftaldom St. Alban zählte. An der Vleugels-Orgel saß Patrick Gläser (Öhringen), der erneut alle Register zog: In gut zwei Stunden wurde das Publikum auf künstlerisch hochwertigste Weise unterhalten.

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Eingeleitet wurde Abend von Bernhard Berberich: Für den Freundeskreis „Erftaldomorgel“ hieß er die Zuhörer willkommen und leitete über zu Patrick Gläser, der seine Freude über das „Musizieren in einem so wunderbaren Raum“ bekundete. Gleich das Intro erwies sich als Treffer: „Raider’s March“ aus dem Film „Indiana Jones“ regte auf kraftvolle Weise dazu an, die durch Raum und Zeit mäandernden Gedanken mit Leben zu erfüllen.

Fingerfertig

Beachtlich mutete die Fingerfertigkeit des Maestros an: Bereits zum Einstieg setzte er den Maßstab sehr hoch an. Er vermochte ihn zu halten, was zunächst der U2-Titel „Still Haven’t Found What I’m Looking For“ unterstrich. Den bekannten Popsong hatte Gläser zum echten Orgel-Opus werden lassen, der sich als akustischer Genuss erwies.

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Das galt auch für den nächsten Beitrag, der sich auch unter objektiven Gesichtspunkten sicher als ein Höhepunkt des Konzerts definieren lässt: An das Schaffen der legendären Gruppe Queen erinnerte ein Quodlibet.

Nachdem „We Will Rock You“ im positiven Sinne durch Mark und Bein ging, offenbarte „We Are The Champions“ auf der Vleugels-Orgel ein anderes, aber ebenso eindrückliches Charisma als die vokale Aufnahme mit Freddie Mercury am Mikrophon. Mystisch und geheimnisvoll drang schließlich „Autobots“ aus dem Film „Transformers“ durch den Erftaldom, ehe Patrick Gläser eine von 1999 stammende Eigenkomposition präsentierte. Das Lied „Noah“ erinnerte an den Bau der Arche und vermischte durchdringendes Orgelspiel mit einem mutigen, ungebrochen aktuellen Text – ein superbes Chanson mit allen Zutaten des Genres.

Fortgesetzt wurde der Abend mit zwei echten Klassikern: Auf „The Wall“ folgte „Money, Money, Money“. Jener Abba-Erfolgstitel zeigte in besonderem Maß auf, was Interpretation und Instrumente ausmachen können: Mit einem Mal klang der durch allzu häufigen Hörfunkeinsatz fast abgeschmackt erscheinende Titel wie eine zwar strenge, aber feierlich-feudale Hymne: Grandios!

Jahrhundertmelodie

Leonard Cohens „Hallelujah“ – eine weitere Jahrhundertmelodie der Popmusik – durfte ebenso wenig fehlen wie das angesichts der brisanten politischen Lage besonders berührende Werk „Russians“: Was 1985 von Sting als Statement zum Kalten Krieg gedacht war, wurde durch die aktuelle Situation wieder mit traurigem Leben erfüllt. Vom kalten Russland ging es musikalisch schließlich in sonnige Gefilde: Dem Schaffen des deutsch-amerikanischen Filmkomponisten Hans Zimmer wurde „One Day“ aus dem Film „Fluch der Karibik“ entnommen. Darauf folgte mit „The Show Must Go On“ einer der vielleicht opulentesten Beiträge des Konzerts – was Patrick Gläser aus der „Königin der Instrumente“ holte, sorgte auch hier für reichen Beifall. Aus der neueren Zeit stammt „Numb“: Jene Komposition geht auf Chester Bennington zurück, der als Frontmann der Gruppe „Linkin’ Park“ ein Stück Musikgeschichte geschrieben hat. Neben den abrupten, äußerst sicher bewältigten Passagenwechseln setzten hier die tragenden Klänge einen starken Akzent.

Die in ihrer Subtilität faszinierende Klangwelt der Orgel zeigte auch die nächste Interpretation auf: „Auf das, was da noch kommt“ von Max Giesinger und Lotte galt als klares Argument dafür, sich dem Leben mit einer gewissen Vorfreude zu nähern und der Zukunft die Hand zu reichen. „Altes Fieber“ – im Original ein Hit der Toten Hosen – wartete neben starken Akkorden mit einer tieferen Botschaft auf: Es sind die alten Freunde, die uns bisweilen auf die Sprünge helfen und uns das Leben retten – im übertragenen wie im eigentlichen Sinne.

Eigenkomposition

Den Abschluss des Programms bildete wiederum eine Eigenkomposition Patrick Gläsers: Den beachtlichen Text rezitierte er als literarischen Impuls für die kommende Woche. Bevor er im Altarbereich für Gespräche und Autogramme zur Verfügung stand, ergänzte der Virtuose das imposante Programm noch um eine Handvoll Zugaben. Hier stach seine Fassung von „Skyfall“ (Adele) besonders hervor. ad

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