"Lass' dich typisieren" - Zwischen 15 und 19 Uhr hat man am kommenden Mittwoch in der DRK-Geschäftsstelle die Chance, sich Stammzellen entnehmen zu lassen Schwerkranken Menschen helfen

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Adrian Brosch
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Buchen. "Lass' dich typisieren": Zehn Jahre nach der ersten, seinerzeit von der türkisch-islamischen Gemeinde Buchen (DITIB) und dem DRK-Kreisverband initiierten Typisierungsaktion für Stammzellen findet am kommenden Mittwoch wieder ein derartiges Projekt statt: Zwischen 15 und 19 Uhr hat man in der DRK-Geschäftsstelle die Chance, sich Stammzellen entnehmen zu lassen und dadurch Menschenleben zu retten.

"Lass' dich typisieren": Meryem Kaya und Max Behr mit dem Flyer.

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Der Ablauf ist klar geregelt: "Zunächst werden die Spender in den Lehrsaal der Buchener DRK-Geschäftsstelle kommen, wo sie eine Einverständniserklärung unterschreiben und damit ihre Spendenbereitschaft unterstreichen", informiert Sozialarbeiter Max Behr im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten und spricht von einer "Pro forma-Angelegenheit".

Dann folgt die eigentliche Entnahme der Stammzellen aus dem peripheren Blut: "Über eine Vene im Unterarmbereich werden zehn Milliliter Blut gezogen", erklärt er. Allerdings setzt dieser Prozess eine viertägige Vorbehandlung mit dem Botenstoff G-CSF voraus, um die Stammzellen im Blut zu erhöhen.

"Oft ist die Gesellschaft mangels Wissen der Ansicht, dass die Typisierung mit einem Eingriff an der Wirbelsäule vollzogen wird und man hier möglicherweise Gefahren ausgesetzt sein könnte, womit unser Verfahren jedoch nichts zu tun hat".

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Stammzellen - definierbar als undifferenzierte oder wenig differenzierte Vorläuferzellen der Blutbildung, aus denen sich rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen entwickeln können - helfen unter anderem Leukämie-/Blutkrebspatienten.

"Normalerweise befinden sie sich im Knochenmark und insbesondere im Beckenkamm, im Brustbein und in den Rippen, wo sie heranreifen", erklärt Max Behr. Sind die Stammzellen reif, verlassen sie das Knochenmark und treten in die Blutbahn über, in der sie ihre Aufgaben erfüllen.

Keine unnötigen Risiken

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"Für uns kommt grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt, als Spender in Betracht", schildert Max Behr. Die Altersgrenze nach oben wurde gesetzt, weil sich parallel zum steigenden Alter auch die Infektionsgefahr aufgrund schlechterer Abwehrkräfte vergrößert: "Sowohl Spender und Patient sollten keinen unnötigen Risiken ausgesetzt sein", betont er.

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Dahingehend kämen beispielsweise Patienten von Nieren, Herz- und Gefäßerkrankungen, aber auch therapiebedürftigem Asthma, insulinpflichtiger Diabetes mellitus sowie erblichen Bluterkrankungen oder die Creutzfeld-Jakob-Krankheit nicht als Spender in Betracht. "Ebenso ist Krebs, selbst wenn er geheilt sein sollte, ein Ausschlusskriterium", erklärt er.

Zentrale Datenbank

Nach der Aktion landen auch die in Buchen gesammelten Stammzellen in einer zentralen Datenbank, die beispielsweise von Fachärzten in Anspruch genommen wird: "Wenn sie die Blutwerte von Patienten eingeben, werden etwaige Treffer angezeigt", schildert Behr.

Allerdings werden die Daten der Spender zum 61. Geburtstag aus dem Register entfernt - so hoffen er und seine Kollegin Meryem Kaya "vor allem auf möglichst viele junge Teilnehmer, da diese sehr lange in der Datenbank auftauchen und somit noch größere Chancen bestehen, Schwerkranken helfen und Leben retten zu können".