Hardheimer Ehrenbürger - 2020 jährt sich zum 65. Mal der Todestag von Adolf Seeber Persönlichkeit auf dem Gebiet der Lokal- und Kreispolitik

Von 
Hans Sieber
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Hardheim. Vor 65 Jahren starb mit dem Ehrenbürger der Gemeinde Hardheim, Adolf Seeber, eine Persönlichkeit auf dem Gebiet der Lokal- und Kreispolitik des Erftalraumes seiner Zeit.

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Als ältestes von fünf Kindern der Eheleute Franz Josef Seeber und Barbara, geborene Keilbach, wuchs er in der „Hofacker-Straße“, der heutigen Würzburger Straße, auf. Von seinem Vater übernahm er die dortige Schmiede. Seine berufliche Tätigkeit wurde am 3. November 1914 unterbrochen, weil er als 31-Jähriger zum Kriegseinsatz in die Ersatz-Division des dritten Bayerischen Armeekorps einberufen wurde. Vom Felde wandte er sich am 27. Januar 1915 mit einer dringenden Bitte an Bürgermeister Adolf Eirich, ihm bei der Sicherung der beruflichen Existenz zuhause zu helfen. Der Grund: Der Bezirkstierarzt in Buchen hatte seiner Frau den Hufbeschlag durch seinen Lehrling untersagt, wodurch seine Familie in finanzielle Not geriet, weil die Schmiede geschlossen werden sollte. Der Lehrling habe bis Pfingsten seine Lehrzeit beendet und sei so eingearbeitet, dass er ohne Gefahr Pferde beschlagen könne.

Bürgermeister bis 1933

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Adolf Seeber 1919 zum Bürgermeister von Hardheim gewählt und übte dieses Amt bis 1933 aus. Nach der Machtergreifung der NSDAP wurde er aus seinem Amt entfernt, obwohl er durch Tatkraft dieses Amt vorzüglich verwaltet hatte. 1926 wurde unter seiner Regie das Schulgebäude auf dem Schlossplatz erbaut und die Gemeindeverwaltung in 1930 vom „alten“ Rathaus am Marktplatz in das umgebaute Schlossgebäude verlegt.

Seeber war während seiner Zeit als Bürgermeister Vorstand der öffentlichen Verbandssparkasse Hardheim-Külsheim, die später in die heutige Sparkasse Tauberfranken aufgegangen ist, Vorsitzender des Bezirksspitalverbandes, Bezirksvorsitzender des Badischen Gemeindetags beziehungsweise des Verbandes Badischer Gemeinden sowie Bezirksvorsitzender des Vereins der Badischen Bürgermeister.

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Kurz nach Kriegsende wurde Adolf Seeber in den Gemeinderat gewählt und am 7. Dezember 1947 erfolgte seine Wiederwahl als Gemeinderat und zugleich wurde er in den Kreisrat delegiert.

Schon 1902 trat er in die Freiwillige Feuerwehr Hardheim ein, bekleidete ab 1919 das Amt des Feuerwehradjutanten und stellvertretenden Kommandanten, war ab 1921 kommissarischer Wehrführer und von 1924 bis März 1950 Kommandant der Wehr.

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Ob seiner Verdienste verlieh ihm die Heimatgemeinde am 22. Januar 1953 anlässlich seines 70. Geburtstages die Ehrenbürgerwürde. Er starb am 27. Januar 1955 und wurde von einer riesigen Trauergemeinde auf seinem letzten Weg begleitet.