Krankenhausverband Hardheim-Walldürn - Verbandsversammlung stimmte den Wirtschaftsplänen zu / Über 100 Mitarbeiter / Personalkosten größte Aufwendung Patientenunterbringung wird verbessert

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ds
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Die Bauarbeiten am Hardheimer Krankenhaus gehen zügig voran. Zurzeit werden die Fundamentarbeiten (Bild) ausgeführt. Gleichzeitig wurde die Plattform für den neuen Personenaufzug betoniert. © Ingrid Eirich-Schaab

Walldürn/Hardheim. Zügig und reibungslos abgewickelt wurde am Mittwochabend unter dem Vorsitz von Hardheims Bürgermeister Volker Rohm die Sitzung der Verbandsversammlung des Krankenhausverbandes Hardheim- Walldürn. Diese fand in der Begegnungsstätte des Geriatriezentrums St. Josef Walldürn statt. Im Wesentlichen ging es um die Wirtschaftspläne 2019 für das Geriatriezentrum St. Josef Walldürn (siehe unten stehender Bericht) sowie für das Krankenhaus Hardheim einschließlich Wohnheim.

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Wie Verbandsvorsitzender Rohm ausführte, sende der Wirtschaftsplan trotz hoher finanzieller Belastung und dem Erreichen von Grenzbereichen ein „positives Signal für die Zukunft des Krankenhauses“ aus. Denn im Mittelpunkt stünden die Investitionen für den Umbau und die Erweiterung desselben.

Die seit September laufenden Arbeiten sollen – einschließlich der Wiederherstellung der Außenanlagen – bis Mai 2019 abgeschlossen sein. Die Kosten würden sich auf knapp vier Millionen Euro belaufen. Bisher liege eine Förderzusage des Landes über 1,48 Millionen Euro vor. Die Verantwortlichen rechnen jedoch damit, dass in den nächsten Wochen ein weiterer Zuschuss des Landes für den zweiten Bauabschnitt, der Erweiterung von OP-Nebenräumen und Praxisräume in der Chirurgie und Gynäkologie, genehmigt werde.

Baumaßnahmen prägen Haushalt

Oberstes Ziel der Baumaßnahme sei die Verbesserung der Patientenunterbringung. Dafür werde ein neuer Bettentrakt errichtet. Die neuen Patientenzimmer würden mit Duschen und Toiletten ausgestattet.

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Im zweiten Bauabschnitt gehe es darum, die bestehende Platznot zu lindern: Da die Zahl der endoprothetischen Operationen deutlich zugenommen habe, seien entsprechende Erweiterungen notwendig. Dies eröffne gleichzeitig die Möglichkeit, auch die darunter liegende chirurgische Gemeinschaftspraxis zu erweitern. „Mit teilweise über 200 ambulanten Patientenkontakten pro Tag sei eine qualitativ hochwertige Behandlung in den vorhandenen Räumen nicht mehr vernünftig und zufriedenstellend für alle Beteiligten zu gewährleisten“.

14 Fachärzte in Hardheim

Hintergrund sei die Tatsache, dass in den letzten Jahren weitere Fachärzte als Belegärzte in die Gemeinschaftspraxis eingetreten seien. Die gleiche Entwicklung gebe es in der gynäkologischen Praxis im Obergeschoss: Auch dort seien zwei junge Ärzte in die bestehende Praxis eingetreten, was eine Vergrößerung notwendig und erforderlich mache.

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Wie Bürgermeister Rohm aufzeigte, sollen die Module im Bereich des OP im Januar und die Module der neuen Patientenzimmer Anfang März aufgestellt werden. Die Inbetriebnahme der neuen Räume sei dann innerhalb weniger Wochen nach dem Aufstellen möglich. Bis Mai 2019 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

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Anschließend stellte der Verbandsvorsitzende die Eckdaten des Wirtschaftsplans 2019 vor:

Das Volumen des Erfolgsplanes sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von jeweils 9,58 Millionen Euro vor (Vorjahr: 7,58 Millionen). Die mit Abstand größten Aufwendungen seien, wie auch schon im Vorjahr, die Personalkosten. Diese würden voraussichtlich 3,99 Millionen Euro betragen. Einsparungen in diesem Bereich seien trotz der aktuellen politischen Debatte über Mindestbesetzungen nicht vorgesehen. „Personalreduzierungen würden definitiv zu Qualitätseinbußen führen und den Patienten und letztendlich auch dem Krankenhaus auf Dauer mehr schaden als nützen“, ist Rohm überzeugt.

Der Stellenplan weise dabei unverändert 64,9 Stellen aus. Tatsächlich seien jedoch aufgrund unterschiedlicher Arbeitsmodelle mehr als 100 Personen am Krankenhaus in Hardheim beschäftigt. Hinzu kämen weitere Arbeitsplätze in den angegliederten Arztpraxen und dem extern vergebenen Reinigungsdienst.

Auf der Erlösseite werde aus allgemeinen Krankenhausleistungen mit Beträgen von voraussichtlich 5,63 Millionen Euro (5,31 Millionen im Vorjahr) gerechnet.

„Noch zufriedenstellend“

„Unter Berücksichtigung der schwierigen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen sei der vorgelegte Wirtschaftsplan als noch zufriedenstellend zu bezeichnen“, sagte Rohm abschließend und hob die zukunftsweisenden Investitionen besonders heraus.

Allen sei klar, dass der vorgelegte Wirtschaftsplan und die enthaltene Belastung der Gemeinde Hardheim beziehungsweise des Krankenhausverbandes fürwahr keine Jubelstürme auslösen werden. Im Vergleich zu größeren Häusern oder zu den in private Hand gegebenen Einrichtungen – meist gefolgt von Schließungen oder Spezialisierungen – möchte er die Zahlen dieses Krankenhauses der Grundversorgung jedoch als „noch zufriedenstellend, aber durchaus ausbaufähig“ bezeichnen.

Rohm freut sich über die Solidarität der Bevölkerung, was gerade wieder vor kurzem in der Jahreshauptversammlung des Freundes- und Förderkreises „Unser Krankenhaus“ mit der Übergabe einer weiteren Spende sowie der Verpflichtung der Kostenbeteiligung von 200 000 Euro zum Ausdruck gebracht worden sei.

Entscheidend werde jedoch neben all den baulichen und fachlichen Bemühungen der Zuspruch der Patienten sein. Diese würden primär über das Wohl und Wehe, über die Zukunft und Nachhaltigkeit dieses Krankenhauses und der dort geleisteten medizinischen Arbeit und Versorgung entscheiden.

Anschließend stimmte die Verbandsversammlung dem Gesamt-Wirtschaftsplan 2019 des Krankenhausverbandes einstimmig zu, der wie folgt festgesetzt wird: Erfolgsplan Ertrag und Aufwand jeweils 13 867 500 Euro; Vermögensplan jeweils 7 987 000 Euro in Einnahmen und Ausgaben; Darlehensaufnahmen keine; Ermächtigung zur Aufnahme von Kassenkrediten zwei Millionen Euro.

Verwaltungsleiter Ludwig Schön gab abschließend bekannt, dass am 30. Juni 2019 nach Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten im Krankenhaus Hardheim ein kleiner Festakt sowie ein „Tag der offenen Tür“ für die Bevölkerung stattfinden werden. ds