Wertvolles Ölgemälde - „Die Anbetung der Heiligen Drei Könige“ von Franz Erasmus Asam / Effektvolles Bild in klassizistischer Manier Ölgemälde befindet sich im Schatz des Erftaldoms

Von 
Torsten Englert
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Ölgemälde: „Die Anbetung der Heiligen Drei Könige“ von Franz Erasmus Asam aus dem Jahr 1783. © Torsten Englert

Hardheim. Am 6. Januar feiern die Christen den ersten großen Feiertag des neuen Jahres. Es ist das Fest von der „Erscheinung des Herrn“ oder das Fest „Epiphanias“.

Offenbarung Gottes

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Im religiösen Sinn bedeutet es, dass der Heiland geboren worden ist. Gott kommt zu den Menschen, zu allen Menschen, egal welche Hautfarbe oder Religion. Seit der Mitte des 4. Jahrhunderts wird das Fest auch „Drei-Königs-Tag“ genannt, um an die Offenbarung Gottes an die Heidenwelt (aus Babylon, Persien oder Indien) zu erinnern.

Im altgriechischen Urtext des Matthäus Evangeliums werden weder Namen noch Anzahl der Weisen aus dem Morgenland genannt. Sie werden darin lediglich als Magier bezeichnet.

Zu Königen werden sie erst im Laufe der Geschichte von den Kirchenfürsten ernannt. Zu Heiligen werden sie um 1130 von dem heiligen Bischof Hildebert von Tours, was die Kirche übernommen hat. Die Dreizahl ist stellvertretend für die damals bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika. Der König Balthasar wird deshalb auch als Schwarzer oder Mohr (von Mauren) dargestellt (im Volksmund auch Caspar). Die Darstellung eines schwarzen Königs erfolgte erstmals um 1200 von Niklaus von Verdun beim Kölner Dreikönigsschrein.

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In vielen Geschichten werden die verschiedensten Namen überliefert. Dank den theologischen Schriften des englischen Mönchs Beda Venerabilis setzen sich die Namen Melchior, Balthasar und Caspar durch. Die Dreizahl steht aber auch für die Lebensabschnitte von der Jugend bis zum Alter. Viele Bräuche gehen auch gerade in unserer ländlichen Gegend auf das Dreikönigsfest oder auch „Großneujahr“ genannt, zurück.

Im „Erftaldomschatz“ in Hardheim gibt es ein wertvolles Ölgemälde, welches „die Anbetung der Heiligen Drei Könige“ zeigt. Es handelt sich dabei um ein effektvolles Bild in der klassizistischen Manier dieses Meisters und hing einst in der Vorgängerkirche der heutigen katholischen Pfarrkirche St. Alban. Das Gemälde aus dem Jahr 1783 stammt von Franz (Franciscus) Erasmus Asam. Er wurde am 2. Juni 1720 als zweiter Sohn von Cosmas Damian Asam in München geboren und in der Frauenkirche getauft.

Alteingesessene Künstlerfamilie

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Die Familie Asam ist eine alteingesessene bayerische Künstlerfamilie. Sein Großvater Georg Asam war als Braumeistersohn aus Rott am Inn der erste Künstler in der Familie. Dessen beide Söhne, Cosmas Damian (1686 bis 1739) und Egid Quirin (1692 bis 1750) sind die bedeutendsten bayerischen Künstler im Spätbarock und ihre Schöpfungen zählen zu den bedeutendsten Leistungen der Kunst des 18. Jahrhunderts.

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Die Begabung von Franz Erasmus Asam lag weniger auf dem Gebiet der Freskomalerei, da sein Vater zu früh verstarb, um die Ausbildung seines Sohnes zu vollenden. Die Tafel- beziehungsweise Ölmalerei war die Stärke von Franz Erasmus, an der man besonders die leuchtende Farbigkeit rühmte, welche ein väterliches Erbe war.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Zisterzienserkloster Schöntal ein wichtiger Auftraggeber für ihn, wo er unter anderem den Festsaal ausmalte. Um 1760 lieferte er zwei Altarbilder in die Kirche des Benediktinerklostes Amorbach und schuf im selben Jahr das Hochaltarblatt mit dem Pfingstwunder in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Eckartshausen.

In der Walldürner Basilika befindet sich ein Tafelbild von ihm. Im Jahr 1781 schuf er ein Altarbild im Zisterzienserkloster Bronnbach. Seine letzten bekannten Werke stammen aus dem Jahr 1783 und sind das Bild die Anbetung der Heiligen Drei Könige und ein Bild für den Hochaltar der neu erbauten Pfarrkirche in Oberkessach. Völlig verarmt verstarb Franz Erasmus Asam am 18. September 1795 in Schöntal, wo er auch beigesetzt wurde.