Anfänge der Hardheimer Fastnacht (Teil 3) - Erste Veranstaltung der Feuerwehr im Jahr 1864 / Kostümprämierungen oft mit Spannung erwartet Maskenbälle hatten eine strenge Ordnung

Von 
Torsten Englert
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Hardheim. Vom „Schmotzigen Donnerstag“ bis Fastnachtsdienstag erlebt die Fastnacht ihren Höhepunkt. In Hardheim hat die Fastnacht eine lange Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht (wir berichteten). Mit dem aufstrebenden Bürgertum und dem Beginn des Vereinslebens in der Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich das Fastnachtstreiben, welches früher viel mit heidnischem Brauchtum zu tun hatte.

In den Gaststätten

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Die Fastnachtsfeiern fanden nun in den Gaststätten in Form von Kappenabenden und Maskenbällen statt. Aus den Unterlagen des Turnvereins geht hervor, dass bereits 1864 ein Maskenball veranstaltet wurde. Ebenso hat Peter Schenkel, der Obmann der Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hardheim und versierter Kenner der Hardheimer Feuerwehrgeschichte herausgefunden, dass es bei der 1863 gegründeten Feuerwehr Hardheim ebenfalls seit Beginn an Tradition war, Maskenbälle zu veranstalten. Diese fanden in den damaligen Traditionsgaststätten „Deutscher Hof“, „Erftal“, „Rose“, „Sonne“ und „Prinz Karl“ statt.

Die Feuerwehr Hardheim veranstaltete früher Maskenbälle. © Torsten Englert

Der erste Ball der Feuerwehr Hardheim fand 1864, zugleich zur Verherrlichung des Geburtsfestes seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich, statt. Am 23. Februar 1868 fand der nächste Ball im Gasthaus Sonne statt, hierzu wurde eine Ballkommission gebildet, welche eine Ballordnung aufstellte.

Die Feuerwehrmitglieder mussten in dunkeln Beinkleidern, weißen Leinenjacke und Gurt erscheinen, während von anderen Personen nur anständige Masken Zutritt hatten, welche beim Feuerwehrkommandanten angemeldet waren. Die Fastnachtsbälle fanden in regelmäßigen Abständen statt.

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Wer sich nicht an die strenge Ballordnung hielt, wurde bestraft, wie im November 1878 Adolf Böhrer: Trotz Befehl des Feuerwehrkommandanten erschien er in zivil und nicht in Feuerwehrjacke. 1907 wurden zusätzlich zu dem Feuerwehrball am 20. Januar noch Theateraufführungen geboten. Die Feuerwehr griff bei ihren Maskenbällen auf die Feuerwehrkapelle zurück, die allerdings extra entlohnt wurde.

15 stattliche Preise

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am Sonntag, 13. Februar 1949, in den schön geschmückten Erftalsäälen (im Hotel zum Erftal, nicht die heutige Erftalhalle) ein Kostümball mit Preisbewertung abgehalten. Einer der Höhepunkte war der Ball am 5. Februar 1972 in der närrisch dekorierten Erftalhalle: Gegen 23 Uhr fand die mit Spannung erwartete Kostümprämierung statt. Es wurden 15, zum Teil stattliche Preise, verteilt.