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Kolpingsfamilie Hardheim - Mit Torsten Englert zu Gast in den Kirchen der Gemeinde

Krippenführung im Erftal erleben

Von 
Adrian Brosch
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Als fachkundiger Führer bewies Torsten Englert (links), selbst Kolpingmitglied, seine heimatgeschichtliche Kompetenz. Das Bild entstand vor der Krippe in der Bretzinger Pfarrkirche St. Sebastian und Vitus. © Adrian Brosch

Hardheim. Ein spannender und kurzweiliger Streifzug durch mehrere geschichtliche Epochen war die am Mittwoch von der Kolpingsfamilie angebotene „Krippenführung im Erftal“: Von Hardheim führte sie über Bretzingen und Erfeld nach Gerichtstetten. Als Führer bewies Torsten Englert, selbst Kolpingmitglied, seine heimatgeschichtliche Kompetenz.

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Der Nachmittag begann in St. Alban. Nach kurzer Begrüßung ging Englert auf die Bedeutung des Ausdrucks „zwischen den Jahren“ ein. Jene mystische Zeit der „Raunächte“ stehe unmittelbar mit der Wintersonnenwende sowie mit dem Mithraskult im Zusammenhang. In dessen Rahmen wurde Weihnacht erstmals am 25. Dezember 394 nach Christus in Rom gefeiert. „Das Fest wurde erst um 800 nach Christus vereinheitlicht auf diesen Tag gelegt“, betonte er. Kurz erläuterte er auch die Bestandteile der Krippe: Die heutigen Hardheimer Krippenfiguren wurden 1972 vom damaligen Ortspfarrer Monsignore Johann Schäfer auf dem Dachboden des Pfarrhauses entdeckt und ersetzten die bis dahin verwendeten Holzfiguren, die jetzt in Dornberg zu sehen sind. Der „Krippenkult“ als Solcher entsprang dem Wunsch nach bildlicher Darstellungen der Geburt Christi: „Da viele Menschen weder lesen noch schreiben konnten, sehnten sie sich nach einem greifbaren Szenario für das Auge“, führte Englert aus. Erste Krippendarstellungen datieren auf 300 nach Christus; die älteste noch heute erhaltene Krippe stammt aus dem Jahr 600 nach Christus. Franz von Assisi schließlich war es, der 1223 den heutigen „Krippenkult“ begründete und auch als Urheber der über lange Zeit auch im Erftal verbreiteten Krippenspiele gilt.

Geläufige Bräuche

Als zweite Station fungierte Bretzingen: Die Krippe der Pfarrkirche St. Sebastian und Vitus wurde von Franz Fitz gestaltet und in eine Landschaft eingebettet. An dieser Stelle informierte Torsten Englert über geläufige Weihnachtsbräuche: Vor etwa 100 Jahren noch verstand sich Weihnachten als rein christliches Fest, das von Gottesdiensten, Gesang, Krippenspielen und mancherorts einem ausgedehnten Essen dominiert wurde. „Heute bekannte Gepflogenheiten wie Christbäume und die Bescherung gelangten erst später aus städtischem Bildungsbürgertum auf das Land“, stellte Englert klar. Fortgesetzt wurde die Führung in Erfeld. Die Krippe weist einen stark regional geprägten Charakter auf. „Dieser spiegelt sich nicht zuletzt in der Darstellung Erfelder Gebäude wieder“, hob er hervor und verwies auf die Nachbildung des früheren Wiegehauses im Krippenszenario.

Einen anderen Weg gingen die Gestalter in Gerichtstetten: Der südlichste Hardheimer Ortsteil weist eine 1964 erstmals präsentierte Krippe auf, die im alpinen Stil nach Südtiroler Vorbild gebaut wurde. Prägnant sind dafür nicht nur eine Höhle, sondern auch die Bestückung mit Gämsen.

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In der Pfarrkirche St. Burkard wartete Torsten Englert mit Informationen zum Dreikönigsfest auf, das am 6. Januar die zwölf heiligen Nächte („Raunächte“) abrundet und auch als „Großneujahr“ bezeichnet wird. Auch die Bewandtnis der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar fand Erwähnung.

Nachdem Gudrun Ost ihm ein Präsent überreicht hatte, beantworteten Torsten Englert sowie sein als Krippenbauer aktiver, unter anderem von den Hardheimer Kunsthandwerkermärkten bekannter Bruder Stefan bereitwillig einige Fragen der kleinen Gruppe.

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