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Krankenhausverband Hardheim-Walldürn - Beteiligung am Modellprojekt „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“ / Jahresergebnis für 2020 vorgestellt

Krankenhausverband Hardheim-Walldürn: Essen soll bald Bio-Qualität haben

Das Jahresergebnis für 2020 und die Beteiligung am Modellprojekt „Bio in der Gemeinschaftspflege“ waren zwei wichtige Punkte bei der Versammlung des Krankenhausverbands Hardheim-Walldürn.

Von 
Adrian Brosch
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War 2020 ein Großprojekt des Krankenhausverbandes Hardheim-Walldürn und wird es voraussichtlich noch bis 2022 bleiben: Die Bauarbeiten am Geriatriezentrum St. Josef in Walldürn, wodurch 30 weitere Betreuungsplätze und zwölf Tagespflegeplätze entstehen. © Krankenhausverband

Hardheim/Walldürn. Übersichtlich war mit vier Punkten am Donnerstag die Tagesordnung der Verbandsversammlung des Krankenhausverbands Hardheim-Walldürn. Entsprechend schnell war der öffentliche Teil beendet – zwischen Begrüßung und Schlusswort lagen keine 30 Minuten.

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Zunächst wurde das Jahresergebnis für das Rechnungsjahr 2020 verkündet und festgestellt, was in zwei Teilen geschah: Während Bürgermeister und Verbandsvorsitzender-Stellvertreter Markus Günther (Walldürn) an das Geriatriezentrum St. Josef erinnerte, stellte sein Hardheimer Amtskollege die Bilanz des Krankenhauses vor. Günther attestierte St. Josef ein „trotz Corona erfreuliches Ergebnis“: Es sei nicht zu verleugnen, dass die Pandemie Auswirkungen auf Altenpflege und geriatrische Rehabilitationen gehabt habe und auch aktuell noch spürbar sei. Gerade die mehrfache Schließung der geriatrischen Reha und die damit verbundene, sehr niedrige Belegungsquote von nur 56,7 Prozent wurde nur zum Teil durch die erhaltenen Ausgleichszahlungen kompensiert und führte in diesem Bereich zu einem Verlust von über 79 000 Euro.

Dennoch schloss man das Jahr 2020 insgesamt mit einem geringen Verlust rund 21 000 Euro ab. Das Ergebnis sei aber nur auf den ersten Blick ein Negatives: Gegenüber rund 85 000 Euro Minus im Jahr 2019 habe man sich stark verbessert. Gerade angesichts dieser nicht einfachen Corona-Situation habe das 77-köpfige Personal „durchweg erstklassige Arbeit“ geleistet und eine bemerkenswerte Solidarität an den Tag gelegt: „Nur durch diese Disziplin konnte das Coronajahr gemeistert werden“, hielt Günther fest.

In die Zukunft blicke man mit verhaltenem Optimismus: „Die Vorfreude gilt den voraussichtlich Ende 2022 abgeschlossenen Bauarbeiten, durch die 30 weitere Betreuungsplätze und zwölf Tagespflegeplätze entstehen“, hob er hervor. Ein ähnliches Bild ergab sich am Hardheimer Krankenhaus: Volker Rohm räumte den speziell für kleine Häuser „enormen Kostendruck“ ein und bezeichnete das Jahr 2020 als „nicht einfach“. Insbesondere die Corona-bedingte Einschränkung des OP-Bereichs habe das Krankenhaus getroffen: „Die Patientenzahl verringerte sich um 500“, bilanzierte er. Die geringere Auslastung lasse definitiv „Spielraum nach oben“. Positive Akzente setze nach wie vor das ungemein motivierte Personal.

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Abschlüssen zugestimmt

Für die Zukunft müsse man die medizinische Versorgung des Ländlichen Raums weiter ausbauen und auch die ambulante Notfallversorgung im Auge behalten: „Wir müssen weiterhin große Anstrengungen walten lassen für den Erhalt unseres Krankenhauses“, betonte Rohm im Hinblick auf die Gewinn- und Verlustrechnung des gesamten Krankenhausverbandes (Erträge 13 072 834 Euro; Aufwendungen 13 231 655 Euro; Jahresfehlbetrag 158 821 Euro). Die Bilanzsumme liegt bei 17 340 432 Euro; der Jahresfehlbetrag wird durch eine Entnahme aus der Kapitalrücklage bereinigt. Beiden Abschlüssen stimmte die Versammlung einstimmig zu.

Rein formell erinnerte Volker Rohm an die Prüfung der Bauausgaben der Jahre 2014 bis 2019. „Das Landratsamt hat nach der Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt inzwischen abschließend mitgeteilt, dass die Prüfungsvorgänge aufgrund aller Stellungnahmen erledigt sind“, schilderte er und dankte allen Beteiligten für die sachliche Aufarbeitung der überörtlichen Prüfung.

Schließlich informierte Verwaltungsleiter Lothar Beger über das von Land und Kreis unterstützte Modellprojekt „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“, an dem sich der Krankenhausverband gern beteiligen würde. Ziel und Zweck dessen sei es, regionale Produkte und Bio-Qualität in Kantinen, Caterern und Mensen dauerhaft zu etablieren und einen 30-prozentigen Anteil entsprechender Lebensmittel am Gesamtprogramm zu erreichen. „Der Schwerpunkt würde bei uns auf regional erzeugten Produkten liegen“, erklärte Beger und merkte an, dass sich dahingehende Planungen auf Krankenhaus und Geriatriezentrum beziehen.

Zwei Jahre lang Unterstützung

Die Unterstützung des Landes währen der Projektphase sei auf zwei Jahre angelegt, ehe die Bio-Zertifizierung erfolgen könne. Wenngleich man noch nicht wisse, ob man am Ende berücksichtigt werde, bewerbe sich der Verband auf jeden Fall, zumal man seit längerer Zeit im Austausch mit den Verantwortlichen des Landkreises stehe und das Interesse schon vor längerer Zeit bekundet habe. „Der Modellversuch schafft den Anreiz, sich mit dem Thema zu befassen und diverse Prozesse neu zu organisieren“, schilderte er und fügte an, dass die eigenen Küchen in beiden Einrichtungen für eine Bewerbung spreche. Einstimmig beschloss man die Bewerbung des Krankenhausverbandes am Projekt „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“ im Rahmen einer Kooperation der Bio-Musterregion Neckar-Odenwald mit der Bio-Musterregion Hohenlohe.

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In seinem Schlusswort dankte Verbandsvorsitzender Rohm allen Mitstreitern: Allen voran Verwaltungsleiter Lothar Beger, der 2020 das Erbe Ludwig Schöns antrat und bisher sämtliche Herausforderungen auch der Corona-Pandemie gut gemeistert habe.

In eigener Sache dankte er Höpfingens Bürgermeister Adalbert Hauck: Er scheidet aus dem Gremium, das er durch offene und angenehme Zusammenarbeit acht Jahre lang bereicherte, aus. Die Verabschiedung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

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