Integrationsprojekt „Inka“ endete zum 31. Dezember - In einem Pressegespräch zogen die Beteiligten eine sehr positive Bilanz / Mehrwert für die Gemeinde Jugendhaus wurde ein Ort der Begegnung

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Ingrid Eirich-Schaab
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Freundlich und einladend: So präsentieren sich jetzt die Räume des Hardheimer Jugendhauses. Mit Hilfe des „Inka“-Projektes konnten sie neu ausgestattet werden und dienen nun verschiedenen Gruppen als Treffpunkt. © Ingrid Eirich-Schaab

Für die Gemeinde ist durch das Projekt „Inka“ ein erheblicher Mehrwert entstanden und die Räume des Hardheimer Jugendhauses haben eine deutliche Aufwertung und Belebung erfahren.

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Hardheim. Aus dem Hardheimer Jugendhaus ist eine Art Mehrgenerationentreff, ein allgemeiner Ort der Begegnung für Kurse, Veranstaltungen und Freizeitangebote geworden, die dort seit zwei Jahren parallel zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Jugendtreff stattfinden. Es herrscht durch die Mehrfachnutzung wieder Leben im Jugendhaus, quer durch alle Altersschichten. Und das ist DRK-Sozialarbeiter Maximilian Behr und dem von ihm mit initiierten und betreuten Integrationsprojekt „Inka“ („Interkulturelle Kommunikation und Austausch“) zu verdanken.

Behr entwickelte das Projekt 2015 zusammen mit den damals ebenfalls noch beim DRK-Kreisverband in der BEA beschäftigten Sarah Klärle und Andreas Salm. Die Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle (BEA) für Flüchtlingen gehört längst der Vergangenheit an. Auch das Projekt „Inka“ endete zum 31. Dezember. Aber es hat viel bewirkt und soll deshalb eine nachhaltige Weiterführung erfahren – nicht nur in Form des „Café international“, das sich im Jugendhaus etabliert und entwickelt hat. „Die Fühler werden schon ausgestreckt“, wie Max Behr am Dienstag den Fränkischen Nachrichten verriet: „Wir sind auf der Suche nach weiteren Fördertöpfen und neuen Projekten – gerade für Jugendliche, um Neues zu installieren und Vorhandenes mitzufinanzieren.“

„Win-win-Situation“

Doch bevor es an die Zukunftspläne geht, zogen die Beteiligten in einem Pressegespräch zunächst einmal Bilanz über das bisher Erreichte, und zwar eine sehr positive.

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Von einer „Win-win-Situation, von der auch die Gemeinde profitiert“, war die Rede (Bürgermeister Rohm), vom „erreichten Ziel, verschiedene Nationalitäten sowie Alt und Jung zusammenzuführen“ (DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Herrmann).

2015 war das Konzept beim DRK-Bundesverband eingereicht, für gut befunden und im September gleichen Jahres bewilligt worden. Denn das Projekt – aus der BEA-Arbeit mit Asylbewerbern heraus entwickelt – ist nicht nur gut vereinbar mit den Aufgaben des DRK im Sozialbereich, sondern erfüllt genau dessen Ziele. Schließlich sind Universalität und Neutralität sogar in den Grundsätzen des Roten Kreuzes verankert.

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Ziel war es, geeignete Räume zu finden und diese so einzurichten und auszustatten, dass hier Menschen zusammenfinden können und ein interkulturelles, überkonfessionelles Miteinander möglich wird, offen für alle. Die Gemeinde stellte die Räume – zunächst zur Miete, später kostenlos – zur Verfügung.

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Das Jugendhaus, das bis zum Start von „Inka“ am 1. Januar 2016 ein sehr ruhiges Dasein fristete, bot sich als neutraler, zentral gelegener und gut zu erreichender Treffpunkt an. „In der Gemeinschaftsunterkunft im Triebweg hätten wir diesen Erfolg nicht gehabt“. Darin sind sich alle Beteiligten einig.

„Inka war eines von nur 21 Vorhaben bundesweit, die vom DRK finanziert worden sind. In Baden-Württemberg waren es gerade mal drei Projekte, darunter „Inka“ in Hardheim.

21 387 Euro hatte der DRK-Bundesverband gemäß der ursprünglichen Kostenaufstellung bewilligt, die ausschließlich für Material und den Start, nicht aber für Personalkosten genutzt werden durften. Verbraucht wurden am Ende knapp die Hälfte der Mittel.

Investiert wurde in die Sanierung der Jugendhausräume sowie in neues Inventar. Die Räume sollten einladend, gemütlich, hell und freundlich werden – einfach zum Verweilen einladen. Sie erhielten Gardinen an den Fenstern, einen neuen Anstrich und passende Bodenbeläge. Die neue technische Ausstattung – zum Beispiel mit zwei Whiteboards, Spielekonsolen und einem PC-Arbeitsplatz – dienen Schulungszwecken, Deutschkursen, dem Lernen und Bearbeiten von Hausaufgaben, aber auch ganz einfach nur der Freizeitbeschäftigung der Besucher. Ein Tischkicker wurde ebenso von den Fördermitteln angeschafft wie – ganz konventionell – Brettspiele, zwei Boule-Sets, stapelbare, farbenfrohe Stühle und eine bequeme Coachgarnitur.

Das bestehende W-Lan der Gemeinde auf dem Schlossplatz wurde auf den PC-Arbeitsraum des Jugendhauses erweitert. Alle, die sich hier einbringen, erhalten kostenlosen Internetzugang.

Räume nun hell und einladend

Komplettiert wurde die Küchenausstattung mit neuem Geschirr und weiteren Stühlen, eben allem, was man zum Bewirten und als Grundausstattung benötigt, um das Haus mit Leben zu füllen. Die Vorratskammer hat nun Ablagefächer und es gibt Reinigungsgeräte, auch wenn die regelmäßige Pflege der Räume von einer Putzfrau übernommen und nicht den Nutzern und Jugendlichen überlassen wird. Natürlich gibt es Verhaltensregeln, die es einzuhalten gilt und die nach Ansicht von Christian Parth und Maximilian Behr wichtig für die Entwicklung der Jugendlichen sind. Diese schätzen die gemütliche Wohlfühlatmosphäre und passen auf die Einrichtung auf, wie Hauptamtsleiter Lothar Beger erfreut feststellte.

„Wir als Gemeinde wären nie auf die Idee gekommen, hier im Ort ein Projekt wie Inka zu konzipieren“, erkannte Lothar Beger die Arbeit von Maximilian Behr an. „Inka lebte durch ihn und mit ihm“, hatte zuvor schon Bürgermeister Rohm gewürdigt. Als Dankeschön gab es ein Erinnerungspräsent der Gemeinde. Dem DRK galt Dank für die finanzielle Unterstützung.

Der Erfolg des Projektes hat sich inzwischen herumgesprochen. Und so hat sich ein Fernsehteam des SWR zu Filmaufnahmen angekündigt.

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